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Unsere Impulse für die Mobilität von Morgen

Kongressprogramm

 

Entdecken Sie das gesamte Programm des 16. Deutschen Nahverkehrstages. Für Ihren Besuch vor Ort empfehlen wir unsere Veranstaltungs-App – so haben Sie Programm, Informationen und aktuelle Hinweise jederzeit direkt auf Ihrem Smartphone verfügbar.

Weitere Infos zur App 

Plenarhighlights, Vorträge, Fachdebatten & vieles mehr

Ihre thematischen Favoriten finden Sie über die Option „Filter und Sortierung“ sowie die Suchfunktion.
Alle feststehenden Programmpunkte werden fortlaufend ergänzt und aktualisiert – ein regelmäßiger Besuch lohnt sich!

Dienstag, 23.06.2026
12:00 Uhr
Exkursion
Exkursion zum DB Museum Koblenz
12:00 - 13:00 Uhr DB-Museum Koblenz Exkursion

Erleben Sie Eisenbahngeschichte im DB Museum Koblenz! 

Erleben Sie Eisenbahngeschichte im DB Museum Koblenz! Zum Auftakt des Nahverkehrstags erwartet Sie ein einstündiger Rundgang mit spannenden Einblicken in die Welt der Eisenbahn. Dampf- und Elektrolokomotiven aus verschiedenen Epochen veranschaulichen bedeutende Entwicklungen, die den Schienenverkehr geprägt und die Mobilität der Menschen grundlegend verändert haben. Zu den Highlights der Tour zählen besondere Exponate wie Salonwagen sowie der legendäre Trans-Europ-Express (TEE), der bereits in den 1950er Jahren für komfortables und schnelles Reisen zwischen Europas Metropolen stand.

Für die Anreise steht ein Shuttlebus am Hauptbahnhof Koblenz bereit. Am Ende der Exkursion fährt ein Shuttle zur Rhein‑Mosel‑Halle.

Bitte beachten Sie: An der Exkursion können Sie nur nach zuvor erfolgter Buchung und gegen Vorlage eines gültigen Tickets teilnehmen. Die Plätze sind begrenzt!

Ablauf inklusive Busshuttle-Transfer:

  • 11:15 Uhr: Abfahrt Busshuttle am Hauptbahnhof Koblenz - Bussteig A
  • 11:30 Uhr Ankunft Busshuttle am DB-Museum Koblenz
    • 12:00 Uhr Start Exkursion im DB-Museum
    • 13:00 Uhr Ende Exkursion im DB-Museum
  • 13:15 Uhr: Rückfahrt Busshuttle vom DB-Museum zur Rhein-Mosel-Halle (Ankunft gegen 13:30 Uhr)

Bitte beachten Sie: Gerne können Sie das Shuttle auch nur “One way” nutzen. Eine Gepäcklagerung während der Exkursion ist am DB-Museum möglich. 

14:00 Uhr
Offizieller Auftakt
Begrüßung und Willkommen
14:00 - 14:45 Uhr Großer Saal Markus Wolf, Tom Hegermann Offizieller Auftakt

Auftakt zum 16. Deutschen Nahverkehrstag mit Moderator Tom Hegermann

  • Grußwort von Prof. Dr. Andreas Lukas, Baudezernent der Stadt Koblenz
  • Grußbotschaft von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder
  • Grußwort und Rede von Markus Wolf, Staatssekretär im Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr des Landes Rheinland-Pfalz
14:45 Uhr
Offizieller Auftakt
Verkehrspolitische Diskussion
14:45 - 16:00 Uhr Großer Saal Jan Görnemann, Christiane Leonard (...) Offizieller Auftakt

Moderation: Tom Hegermann

Verkehrspolitische Diskussion mit: 

  • Markus Wolf | Staatssekretär im Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr des Landes Rheinland-Pfalz
  • Jan Görnemann | Bundesverband SchienenNahverkehr e.V.
  • Christiane Leonard | Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen e.V.
  • Frederik Ley | DB Regio AG 
  • Alexander Möller | Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)
  • Dr. Matthias Stoffregen | Mofair e.V.

Die wie üblich hochkarätige Runde greift die Themen auf, die die Nahverkehrsbranche bundesweit derzeit umtreiben. Dabei wird sicher die Infrastruktur eine herausragende Rolle spielen, ebenso wie alle anderen Themenfelder, bei denen knappe Finanzmittel derzeit Probleme verursachen. Da die Themenauswahl möglichst aktuell gehalten werden soll, ist an dieser Stelle keine abschließende Aufzählung möglich. 

16:05 Uhr
Infrastruktur
Kostentreiber Infrastruktur – aus der Praxis eines kleinen Eisenbahninfrastrukturunternehmens
16:05 - 16:35 Uhr Tagungszentrum 3 Adrian Gertz Infrastruktur

Der Vortrag beleuchtet Kostentreiber der Eisenbahninfrastruktur aus der Praxis eines kleinen regionalen Eisenbahninfrastrukturunternehmens. Im Fokus stehen Kosten- und Handlungsdruckpunkte, die im Betrieb kleiner Netze besonders sichtbar werden: Sanierungsbedarf, alte Substanz, Bauwerke, Bahnbaupreise, knappe Marktressourcen, Sicherungsanforderungen und Förderlogik. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kleine Netze sicher, verfügbar und wirtschaftlich verantwortet werden können, wenn langfristige Instandhaltungsplanung auf sprunghafte Baupreise, begrenzte Refinanzierungsmöglichkeiten und hohe Anforderungen trifft.

16:10 Uhr
Preisgleitklauseln
Kostenfortschreibung im ÖPNV aus Sicht von Unternehmen und Aufgabenträgern: Rechtliche und wirtschaftliche Bestandsaufnahme und Lösungen
16:10 - 17:10 Uhr Rheinsaal Dr. Corina Jürschik-Grau, Leo Ernst Preisgleitklauseln

Die Diesel- und Energiekosten gehen vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts durch die Decke und bringen Unternehmen in existenzgefährdende Lagen. Können Index- und Preisgleitklauseln eine Lösung sein? Und wenn ja, können diese noch nachträglich in laufende Verkehrsverträge integriert werden? Der Vortrag beleuchtet den Rechtsrahmen und zeigt Gestaltungsspielräume auf.

Bahnhöfe
Nahverkehr mit Distanz: Wie viel Nähe verträgt der Bahnsteig?
16:10 - 16:40 Uhr Tagungszentrum 5/6 Prof. Dr. Armin Seyfried Bahnhöfe

Nahverkehr mit Distanz beschreibt ein alltägliches, aber oft unterschätztes Phänomen: Fahrgäste halten auch im dichten ÖPNV unbewusst Abstand zueinander – und prägen damit maßgeblich die Nutzung von Bahnsteigen und Zugängen. Auf Basis interdisziplinärer Forschung aus Verkehrsplanung, Physik, Sozialpsychologie und Simulation zeigt dieser Beitrag, dass sich Personenströme nicht zufällig verteilen, sondern klaren Mustern folgen: bevorzugte Wartebereiche, typische Abstände und wiederkehrende Engpasssituationen.

Diese Erkenntnisse sind direkt für Planung und Betrieb relevant. Sie helfen zu verstehen, warum Flächen oft nicht optimal genutzt werden, wo sich Stauungen bilden und wie sich Menschen in besonderen Situationen – etwa bei Großveranstaltungen oder Störungen – verhalten. Daraus lassen sich konkrete Maßnahmen ableiten, von der Gestaltung von Bahnsteigen bis hin zu gezielten Lenkungs- und Informationskonzepten.

Simulationen ermöglichen es zudem, verschiedene Szenarien im Voraus zu testen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Ziel ist ein ÖPNV, der nicht nur leistungsfähig, sondern auch sicher und komfortabel ist – weil er das tatsächliche Verhalten der Menschen in den Mittelpunkt stellt.

16:15 Uhr
Recht
Baustellen im aktuellen Eisenbahnrecht
16:15 - 16:45 Uhr Moselsaal Prof. Dr. Urs Kramer Recht

Der Themenvorschlag befasst sich mit den „Baustellen im aktuellen Eisenbahnrecht"

Dabei stehen die aktuellen Rechtsfragen im Kontext der zahlreichen Baumaßnahmen- vor allem der Generalsanierungen- im Fokus. Es soll die aktuelle Rechtslage (Was darf das EIU? Welche Rechte haben die EVU und Aufgabenträger? Was wird reguliert?) betrachtet werden und auch deren mögliche Fortentwicklung nach dem Inkrafttreten der EU-Kapazitätsverordnung dargestellt werden.

Sicherheit
Brandschutz-Technologien für sichere Mobilität im ÖPNV - Lösungen für heute, Entwicklungen für morgen
16:15 - 16:45 Uhr Tagungszentrum 2 Roger Dirksmeier Sicherheit
Vertrieb
„Ein Code für alle Fälle" - Der Single Code im eTicket-Standard als universelle Eintrittskarte für ÖPNV, Bergbahn, Therme und mehr
16:15 - 16:45 Uhr Tagungszentrum 4 Sandro Drechsel Vertrieb

Wie kann eine Gästekarte so weiterentwickelt werden, dass alle Beteiligten nochmal einen zusätzlichen Vorteil hiervon haben? Diese Beteiligten reichen vom Gast, welcher das beste Angebot wünscht und einen einfachen Zugang, über den Gastgeber, für welchen die Optimierung von Prozessen von großem Wert ist, hin zur Region mit ihren Leistungspartnern (Bergbahnen und weitere Freizeiteinrichtungen sowie Bus- und Bahnunternehmen), die von einer guten Digitallösung dahingehend profitieren, Umsätze zu sichern oder gar zu verbessern, indem eine Plattform und die entsprechenden Medien gut genutzt werden.

Anhand des Beispiels des Allgäu-Walser-Pass wird erklärt, wie sich mit der eingehenden Frage beschäftigt wurde und die mannigfaltigen Vorteile stets im Fokus waren und konsequent bei der Entwicklung dahingehend berücksichtigt wurden, um für die Beteiligten die beste Lösung zu schaffen.

Mit dem neuen Allgäu-Walser-Pass-System wurde von der Allgäu-Walser-Service GmbH eine einzigarte digitale Infrastruktur zur Verbindung von Tourismus, Mobilität und Freizeitwirtschaft und zukunftsweisende Plattform für Gäste sowie Einheimische geschaffen, die aktuell ihresgleichen sucht. WIIF hat hierfür von der Entwicklung der Idee, über die Begleitung des Projektes bis hin zur Umsetzung inklusive Einbeziehung notwendiger Partner den Grundstein gelegt, konnte entscheidend zum Erfolg beitragen und begleitet die Allgäu-Walser-Service GmbH bei der Weiterentwicklung.

Anhand der Bausteine bzw. erreichten Projektziele wird erklärt, wie durchdachte innovative Rundumlösungen wie der Allgäu-Walser-Pass heute und in Zukunft Maßstäbe setzen und einen echten Mehrwert für die häufig vielfältige Gebiets- und Partnerkulisse darstellen. Spannend hierbei kann auch die Betrachtung und Diskussion dazu sein, ob und ggf. inwieweit solche Lösungen über die Themen Mobilität-Tourismus-Freizeit hinaus interessant werden können:

EIN CODE FÜR ALLE FÄLLE: Der Allgäu-Walser-Pass ist nicht nur technische Basis für die (digitale) Gästekarte, sondern Reiseführer, ÖPNV-Ticket, Eintrittskarte zu Freizeitangeboten, Voucher und mehr in einem. Erstmals sind Gäste und andere Nutzer mit einem Single Code unterwegs, in Bus & Bahn nach VDV (((eTicket-Standard, durch das Drehkreuz bei der Bergbahn via SKIDATA sowie ins Museum, das Erlebnisbad oder auch zum Parken. Nerviges Swipen wie bisher üblich im Tourismus und bei Gästekarten gehört somit der Vergangenheit an: Ein echter Mehrwert für den Gast sowie die Leistungspartner (Bus- & Bahnunternehmen, Freizeit-Leistungsanbieter).

DIGITAL FIRST: Ein flächendeckend einheitlicher digitaler Meldeschein ist Grundlage für den Allgäu-Walser-Pass. Von der Übertragung der Personendaten und Anlage des digitalen Meldescheins (inkl. Schnittstellen zu Hotelsystemen) wird im gleichen System der Gästepass erstellt, der – bei Online Pre Check-In – dem Gast bereits ab 0 Uhr am Anreisetag zur Verfügung steht, bevor dieser überhaupt in seiner Unterkunft ankommt. Der Mehrwert zeigt sich unter anderem auch an den hohen Nutzungsquoten der Smartphone-Darstellung (über 75%) und hoher Werte des Pre Check-In.

Freie Fahrt mit Bus & Bahn und dem MOBIL PASS: Für mehr als zwei Millionen Gäste dient der Gästepass auch als Fahrschein. Allen voran der MOBIL PASS ALLGÄU als größte Lösung des Systems mit etwa 1½ Mio. Gästen und etwa 7½ Mio. Übernachtungen jährlich und einem riesigen Geltungsbereich, welcher von den Allgäuer Alpen, dem Tannheimer Tal, über Kempten, das Westallgäu bis zum Bodensee und Oberschwaben reicht („Von den Alpen bis zum See“) stellt einen echten Mehrwert dar.

DATA-DRIVEN: Durch Verwendung der innovativen touristischen Datenbasis entlang der Digitalisierungsstrategie unter Verbindung mit BayernCloud Tourismus und V-Cloud Vorarlberg zur Darstellung von POIs und Veranstaltungen ist „Alles vernetzt“.

Mit dem umfangreichen Shop, der Kauf und Aktivierung von beispielsweise Skipässen, aber auch ÖPNV-Tickets ermöglicht, wurde die klassische Gästekarte zusätzlich erweitert um buchbare Erlebnisangebote. Mit dem DAHEIM PASS zeigt das System, dass es deutlich mehr als „nur“ Tourismus kann, sondern sich an Bürgerinnen und Bürger richtet, um auch diese am Mehrwert zu beteiligen.

16:40 Uhr
Infrastruktur
Die Generalsanierung der DB InfraGO aus der Sicht des SPNV
16:40 - 17:25 Uhr Tagungszentrum 3 Fritz Engbarth, Thomas Dittmann Infrastruktur
16:45 Uhr
Bahnhöfe
Attraktivierung von Bahnhofsumfeldern - „Das Schnittstellenprogramm des Landes Sachsen-Anhalt"
16:45 - 17:15 Uhr Tagungszentrum 5/6 Ariane Hill Bahnhöfe

Der Vortrag behandelt zentrale Aspekte der modernen Verkehrsplanung mit besonderem Schwerpunkt auf die Attraktivierung von Bahnhofsumfeldern. Im Fokus steht das Förderprogramm „Schnittstellenprogramm“ des Landes Sachsen-Anhalts. Mit diesem Programm erfolgt die funktionale und gestalterische Aufwertung von Bahnhofsumfeldern als wichtige Verkehrsknotenpunkte und öffentliche Räume. Thematisiert werden u.a. Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität, zur Stärkung des Umweltverbunds sowie zur besseren Vernetzung von Bahn, Bus, Rad- und Fußverkehr. Es wird aufgezeigt, welche Herausforderungen es bei der Attraktivierung von Bahnhofsumfeldern von der Kontaktaufnahme bis hin zur Fertigstellung/ Einweihung der Schnittstelle gibt. Praxisnahe Beispiele aus fast 30 Jahren „Schnittstellenprogramm“ zeigen, wie moderne, ansprechende und funktionelle Schnittstellen an Bahnhöfen in Sachsen-Anhalt entstanden sind bzw. in Zukunft entstehen.

16:50 Uhr
Sicherheit
Zweck und Nutzen von Bodycams
16:50 - 17:20 Uhr Tagungszentrum 2 Prof. Dr. Dieter Kugelmann Sicherheit
Vertrieb
myVRN-App - Die Eine für Alles
16:50 - 17:20 Uhr Tagungszentrum 4 Cristina Reisenauer Vertrieb

Welche App begleitet uns bei unserer Mobilitätsversorgung? 

Eine für die Fahrplanauskunft mit Echtzeitanzeige und mit etwas Glück auch gleich für das Handy-Ticket, eine für den digitalen Tarif mit Check-in/Check-out und eine für das Abo, eine für die Fahrradvermietung und eine für die Buchung von On-Demand-Verkehren? 

Die Mobilitätsversorgung findet vernetzt statt, die Digitalisierung auch. Nur unsere Apps sind meistens noch autark. 

Was sind die Vorteile einer All-in-App und welche Herausforderungen kommen bei Tiefenintegrationen von alternativen Mobilitätsangeboten und Buchungssystemen auf die App-Anbieter zu? 

Am Beispiel der myVRN-App wird veranschaulicht, was heute bereits möglich ist, wenn man systematisch und konsequent ein Ziel verfolgt: 

Die Eine für Alles - und Alles für den Fahrgast.

16:55 Uhr
Haltestellen
Workshop: Wartest Du noch – oder lebst Du schon? Haltestellen der Zukunft zwischen Funktion und Aufenthalt - eine interaktive Workshop‑Session
16:55 - 17:55 Uhr Moselsaal Ziyi Huang, Tim-Felix Grimm Haltestellen

I. Kurze Einführung

- Warum Haltestellen mehr sind als Orte des Wartens

- Einführung in die vier Fallbeispiele

- Gruppeneinteilung

II. Interaktive Arbeitsphase 

- Jede Gruppe arbeitet an einem Fall, mit jeweils 1-2 Schwerpunkte pro Haltestelle

- Schwerpunkte sind u.a.: Information & Orientierung; Barrierefreiheit & Zugänglichkeit; Zusammenwirken sowie Konflikte mit Rad- und Fußverkehr; Aufenthaltsqualität & Gestaltung; Sicherheitsempfinden

III. Präsentation & Reflektion 

- Kurzpräsentationen der Ergebnisse der Gruppen

- Gemeinsam: Welche Themen tauchen in allen Fällen auf? Wie verfolgen wir das Thema weiter?

17:00 Uhr
Exkursion
Exkursion zur Seilbahn Koblenz
17:00 - 18:00 Uhr Seilbahn Koblenz Talstation Exkursion

Hoch hinaus geht es mit der Seilbahn Koblenz! 

Seit 2010 bringt die umweltfreundliche Seilbahn nun schon ihre Gäste sicher zur Festung Ehrenbreitstein. Aber das ist noch nicht alles, denn während der Fahrt erwartet Sie ein unvergesslicher Ausblick auf Koblenz und den majestätischen Rhein.

Darüber hinaus glänzt die Seilbahn deutschlandweit mit ihrer enormen Förderkapazität, so können pro Stunde rund 7600 Personen in beide Richtungen von A nach B gelangen – das ist eine ganze Menge. Wie das möglich ist, was beim Betrieb alles beachtet werden muss und viele weitere Details, erfahren Sie bei unserer Exkursion an der Talstation.  

Treffpunkt ist an der Talstation der Seilbahn Koblenz am Konrad-Adenauer-Ufer in der Nähe des Deutschen Ecks. Von der Rhein-Mosel-Halle aus gelangt man zu Fuß bequem in 20 Minuten dort hin. Die Ausgabe der Tickets erfolgt vor der Talstation.

Bitte beachten Sie: An der Exkursion können Sie nur nach zuvor erfolgter Buchung und gegen Vorlage eines gültigen Tickets teilnehmen. Die Plätze sind begrenzt!

Ablauf und Treffpunkt(e):

  • 16:30 Uhr Treffpunkt Rhein-Mosel-Halle
  • 16:50 Uhr Treffpunkt Talstation
  • 17:00 Uhr Führung und Seilbahnfahrt
  • 18:00 Uhr Ende der Führung und Rückweg zur Rhein-Mosel-Halle
Geführter Messerundgang
Geführter Messerundgang
17:00 - 17:30 Uhr Registratur Geführter Messerundgang

Auf unserer Fachmesse gibt es zahlreiche Neuheiten, spannende Einblicke und interessante Informationen zu entdecken! 

Unsere vielseitigen Aussteller freuen sich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und ihre Angebote vorzustellen.

Der geführte Messerundgang verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick und zeigt eindrucksvoll die Vielfalt der Nahverkehrsbranche.

  • Dauer: Jeweils eine halbe Stunde 
  • Treffpunkt: An der Registratur
  • Anmeldung: Nicht notwendig
17:20 Uhr
Bahnhöfe
Was die Fahrgäste wirklich wollen – Aufenthaltsqualität in unterirdischen U-Bahn-Stationen in Frankfurt am Main
17:20 - 17:50 Uhr Tagungszentrum 5/6 Kai Dietl, Thomas Groschupf Bahnhöfe

Der Vortrag gibt einen Einblick in ein umfassendes Researchprojekt zur Aufenthaltsqualität in unterirdischen Stationen des öffentlichen Nahverkehrs in Frankfurt. 

Im Fokus stehen die Frage, welche Faktoren das Erleben von Stationen beeinflussen, sowie die Rolle räumlicher, sozialer und kommunikativer Elemente. Durch einen teils innovativen Methodenmix aus qualitativen und quantitativen Ansätzen wurden sowohl förderliche als auch störende Einflüsse betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, wie vielfältig die Wahrnehmung von Aufenthaltsorten ist und welche Impulse sich daraus für die zukünftige Gestaltung von Stationen ableiten lassen.

Einfach Reisen
Workshop: Gemeinsam zu besseren Fahrgastwechselzeiten im ÖPNV - ein neuer Branchenangang
17:20 - 18:35 Uhr Rheinsaal Matthias Regner, Matthias Fischer (...) Einfach Reisen

Aus dem Ideenzug heraus haben sich vier Firmen aus der Bahnbranche zusammengetan, Gemeinschaftslösungen für signifikant verbesserten Fahrgastwechsel konzipiert, und in einen Branchenevent mit allen Marktebenen, vom Fahrgastverband, über Betreiber, Fahrzeugbauer und Consultancies bis hin zu Aufgabenträgern in einem 2-tägigen Workshop in der DB-Ideenzughalle diskutiert und feingeschliffen.

Dieses bislang einmalige Dialogformat ist bei den über 50 Teilnehmern hervorragend angekommen, und es besteht der dringende Wunsch, dieses Format auch auf weitere Themenfelder anzuwenden.

Wir wollen auf dem Deutschen Nahverkehrstag sowohl vom Austauschformat als auch den erarbeiteten Lösungsvorschlägen sowie Impulsen aus dem Workshop berichten, und gemeinsam mit den Teilnehmern ausloten, welche weiteren Felder in ähnlichen Formaten die Industrie ebenfalls signifikant vorangetrieben werden können.

Mit dem Bericht über diesen Best Practice und der Suche nach weiteren Anwendungsfällen wollen wir dazu beitragen, große Fortschritte in wichtigen Themenfeldern zu ermöglichen, nach dem Motto: „Aus der Branche – für die Branche".

17:25 Uhr
Vertrieb
Account-Based Ticketing als zukünftiger Branchenstandard im ÖPNV-Vertrieb
17:25 - 17:55 Uhr Tagungszentrum 4 Sascha Heyer Vertrieb

Eine neue Ära im Ticketing beginnt: Seit November 2025 setzen die Stadtwerke Trier (SWT) in ihren Bussen auf eines der modernsten und zukunftssicheren Ticketingsysteme im ÖPNV – Account-Based Ticketing (ABT) auf Basis des international gängigen EMV-Standard (kurz: Europay, MasterCard und Visa) mit automatischer Bestpreisabrechnung. Kund*innen checken selbständig ein und aus und bezahlen ganz einfach mit ihrem bestehenden digitalen Zahlungsmittel – ob Debit-/Kreditkarte, Smartphone oder Smartwatch. Kenntnisse der lokalen Tarife sind nicht mehr nötig: einchecken, losfahren und automatisch zum besten Preis unterwegs.

Einfacher geht der Ticketkauf für Kund*innen kaum. Auch die Auseinandersetzung mit der lokalen Tarifstruktur oder die Registrierung in einem Ticketsystem entfällt. Vor allem Gelegenheits-Nutzer*innen profitieren von Account-Based Ticketing und EMV: Ihr eigenes Zahlungsmedium wie die Bankkarte, das Smartphone oder die Smartwatch wird direkt zur Fahrtberechtigung.

Sascha Heyer zeigt am Praxisbeispiel Stadtwerke Trier (SWT) und weiteren nationalen und internationalen Projekten, wie mit Account-Based Ticketing neue Fahrgäste für den ÖPNV begeistert, Gelegenheitsfahrende zu Stammkunden und Vertriebseinnahmen konsequent gesteigert werden. In seinem Beitrag erläutert er, wie der Umstieg auf ABT und EMV-Zahlungen für Verkehrsunternehmen schnell und einfach gelingt und welche vielfältigen Vorteile dieser Vertriebskanal bietet.

Seit über zehn Jahren realisiert Sascha Heyer, Domain Lead Account-Based Ticketing bei INIT, internationale ABT-Projekte. INIT hat in dieser Zeit zahlreiche nationale und internationale (Groß-)Projekte erfolgreich umgesetzt, dabei umfassende Best Practices entwickelt und zählt zu den Pionieren im Account-Based Ticketing.

Sicherheit
Arbeitsschutz im Nahverkehr – Umgang mit Gewalt gegen Beschäftigte
17:25 - 17:55 Uhr Tagungszentrum 2 Christian Gebhardt Sicherheit

Angesichts seit Jahren steigender Übergriffzahlen ist das Thema Sicherheit im öffentlichen Schienenpersonennahverkehr von herausragender Bedeutung. Es geht dabei nicht nur um dringende Fragen des Arbeitsschutzes der Beschäftigten mit Kundenkontakt, sondern auch um die Attraktivität der Branche für dringend gesuchtes Personal und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Eine zentrale Rolle spielen dabei sicherheitsrelevante Vorgaben, die im Rahmen von öffentlichen Verkehrsausschreibungen von den Bestellern gemacht werden können und von den Eisenbahnverkehrsunternehmen verbindlich umzusetzen sind.

Der Vortrag berichtet von der aktuellen Sicherheitslage im SPNV, untersucht die Rollen der beteiligten Akteure und zeigt mit Blick auf die derzeitige Ausschreibungspraxis auf, mit welchen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitslage beigetragen werden kann.

17:30 Uhr
Infrastruktur
Weniger Züge = pünktlichere Züge? Kapazität im deutschen Schienennetz
17:30 - 18:00 Uhr Tagungszentrum 3 Dr. Matthias Stoffregen Infrastruktur
17:55 Uhr
Bahnhöfe
Bahnhofsumfelder gemeinsam entwickeln– Das Angebote der Kompetenzstelle Bahnhofsvorplatz & Anschlussmobilität
17:55 - 18:25 Uhr Tagungszentrum 5/6 Ulrike Strohkark, Martin Monse Bahnhöfe

Bahnhofsvorplätze deutschlandweit sind sehr verschieden: eingebettet in unterschiedlichste Raumstrukturen und geprägt durch diverse Flächeneigentumsverhältnisse und Nutzungsanforderungen. Dennoch haben sie allesamt das Potential, Menschen und Regionen zu verbinden. Um Bahnhofsumfelder zu Ankerpunkten des öffentlichen Lebens zu entwickeln, hat die Kompetenzstelle Bahnhofsvorplatz & Anschlussmobilität ein umfangreiches Beratungsangebote für Städte und Kommunen entwickelt. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie wir Kommunen von Bedarfsanalyse und Freiraumkonzept über Fördermittelanträge bis zur Flächengestattung bei der Vorplatzentwicklung begleiten.

18:00 Uhr
Haltestellen
Barrierefreie Bushaltestellen: Anspruch, Planungsrealität und ihre Folgen - Mehr Qualität und effizienter Ressourceneinsatz | Ansätze und Diskussion
18:00 - 18:30 Uhr Moselsaal Dr.-Ing. Dirk Boenke Haltestellen

Der Ausbau von Bushaltestellen wird seit vielen Jahren in der Regel mit Fördermitteln in Höhe von 90 Prozent und teilweise 100 Prozent der förderfähigen Kosten beschleunigt. Treiber ist vor allem die Herstellung der vollständigen Barrierefreiheit, die der Gesetzgeber mit der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) im Jahr 2013 als Zielvorgabe formuliert hat.

In der Praxis lassen sich an den umgebauten Haltestellen regelmäßig Defizite feststellen, die aufgrund der Erneuerungszyklen bei der Infrastruktur für viele Jahre und teils Jahrzehnte zementiert sind. Gut gemeint ist beispielsweise die Planung und Umsetzung von Haltestellenkaps, an denen die Haltekante allerdings aufgrund von nicht berücksichtigten Überständen oder falschen Längen für An- und Abfahrtbereiche von den Linienbussen nicht geradlinig angefahren werden kann. Bereits bei der noch häufig umgesetzten Regelhöhe von 18 cm für die Haltekante kommt es regelmäßig zu Havarien und Schäden an Bord und Fahrzeug. In der Folge fährt das Fahrpersonal die Haltestellenkanten mit einem Sicherheitsabstand an, wodurch der barrierefreie Ausbau ad absurdum geführt wird.

Durch die bereits in vielen Regionen eingesetzten hohen Haltekanten von 20 cm und mehr, die eigentlich einen selbstständigen Fahrgastwechsel für alle Fahrgastgruppen ermöglichen sollen, verschärft sich das Problem noch. Teils werden Kaphaltestellen, die für den innerstädtischen Linienbusverkehr aus verschiedenen Gründen grundsätzlich positiv zu bewerten sind, in der Politik kontrovers bis ablehnend diskutiert, weil die „Flüssigkeit des Verkehrs“ als gefährdet gesehen wird. In der Folge werden weiterhin Busbuchten gebaut, die in urbanen Räumen aufgrund der notwendigen Längen für eine barrierefreie Anfahrt der Haltekante praktisch nicht umzusetzen sind. Bei den hohen Haltekanten kommt es zusätzlich zu Problemlagen, wenn Fahrzeuge bestimmte Eigenschaften aufweisen (bspw. Aufsetzen von Türflügeln).

In der Planung und Bauausführung kommen als weitere Defizite fehlerhafte Blinden-Leitsysteme, welche blinden und sehbehinderten Menschen das Auffinden wichtiger Positionen erschwert. Zu schmale Warteflächen und/oder nicht durchdachte Platzierung von Fahrgastunterständen, Haltestellenmasten und Bäumen, was den Fahrgastwechsel behindert (längere Haltestellenzeiten), Menschen im Rollstuhl das Ein- und Aussteigen unmöglich macht (Nutzung der Klapprampe nicht möglich) oder sogar sicherheitsrelevant sein kann (zu geringe Durchgangsbreiten).

Fehlt es an Kommunikationskanälen (Wissenstransfer)? Fehlt es an strategischen Planungsvorgaben durch Politik und Fördermittelgeber? Sind die Vorgaben in den Regelwerken ausreichend oder sind sie zu komplex? Fehlt es an Fachexpertise bei Planungsbüros? Bedarf es konkretisierender Vorgaben für den Haltestellenausbau durch den Gesetzgeber? Fehlen klarere Vorgaben im Rahmen der Fahrzeugbeschaffung? Wie kann die Politik für das Thema sensibilisiert werden?

Der Vortrag beleuchtet die genannten Problemstellen und möchte zur Diskussion anregen, wie der Einsatz von Personal- und Finanzmitteln effizient gelingen kann.

Vertrieb
Betrug im digitalen Vertrieb - Erfahrungen aus der Betrugsprävention
18:00 - 18:30 Uhr Tagungszentrum 4 Pascal Böhmer, Tillmann Oswald Vertrieb

Mit Einführung des Deutschland-Tickets wurde der digitale Vertrieb im ÖPNV Ziel von Betrugsangriffen. In diesem Vortag wird über die Betrugsfälle im digitalen Vertrieb des RMV berichtet sowie über die ergriffenen Gegenmaßnahmen um den Betrug einzudämmen.

Geführter Messerundgang
Geführter Messerundgang
18:00 - 18:30 Uhr Registratur Geführter Messerundgang

Auf unserer Fachmesse gibt es zahlreiche Neuheiten, spannende Einblicke und interessante Informationen zu entdecken! 

Unsere vielseitigen Aussteller freuen sich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und ihre Angebote vorzustellen.

Der geführte Messerundgang verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick und zeigt eindrucksvoll die Vielfalt der Nahverkehrsbranche.

  • Dauer: Jeweils eine halbe Stunde 
  • Treffpunkt: An der Registratur
  • Anmeldung: Nicht notwendig
Sicherheit
Sicherheit schaffen durch einheitliche Standards - Die neue IHK-geprüfte Sicherheitskraft im ÖPV (SiK ÖPV)
18:00 - 18:30 Uhr Tagungszentrum 2 Marcel Priwitzer, Tobias Richert Sicherheit
18:05 Uhr
Infrastruktur
Regionalisierung der Infrastruktur - Hintergründe, Chancen und mögliches Vorgehen
18:05 - 18:35 Uhr Tagungszentrum 3 Dr. Christina Jakob Infrastruktur

Die Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) und der Übergang an Länder bzw. regionale Verkehrsverbünde hat dafür gesorgt, dass die Verantwortung für die Verkehrsleistungen vor Ort liegt. Das Modell ist erfolgreich: Die Fahrpläne sind für die Menschen viel attraktiver geworden, neue Fahrzeuge prägen das Bild und die immer weiter steigenden Fahrgastzahlen zeigen, dass der Regionalverkehr auf der Schiene eine große Bedeutung bekommen hat.

Diese Erfolgsgeschichte hätte deutlicher ausfallen können, wenn Infrastrukturausbauten einfacher umsetzbar und Anreize für eine gute Infrastrukturinstandhaltung vorhanden gewesen wären, aber die Infrastruktur hat in den vergangenen Jahren einen massiven Dämpfer erhalten. Der Zugverkehr ist nicht mehr zuverlässig. Und dies liegt in erster Linie am Netzzustand bei DB InfraGO. Vieles (Brücken, Erdbauwerke, Entwässerung, Stellwerke, Bahnübergänge usw.) ist seit Jahrzehnten nicht mehr angefasst worden. Die Infrastruktur ist heruntergefahren. 

Die Aufgabenträger, die einen Großteil oder sogar den einzigen Verkehr auf den in besonders schlechtem Zustand befindlichen Nebennetzen bestellen, haben kaum Einfluss auf den Infrastrukturzustand bei DB InfraGO. Bei den NE-Bahnen sind die Einflussmöglichkeiten deutlich besser, insbesondere, aber nicht nur, wenn das EIU ein landeseigenes Unternehmen ist. 

In den kommenden Jahren wird sich die DB InfraGO stark auf den Aufbau eines Hochleistungsnetzes konzentrieren. Diese Entscheidung ist richtig, aber zugleich ist damit verbunden, dass noch weniger Kapazitäten bei der DB InfraGO für den Erhalt und Ausbau der regionalen Infrastruktur zur Verfügung stehen. Es ist nun also dringender denn je, eine Übergabe regionaler Bahnstrecken in regionale Verantwortung vorzunehmen.

18:30 Uhr
Abendveranstaltung
Treffabend: „Ankommen und Wohlfühlen mit der FOGTEC Brandschutz GmbH“ in der Rhein-Mosel-Halle
18:30 Uhr 2. OG Rhein-Mosel-Halle Abendveranstaltung

Unter dem Motto „Ankommen und Wohlfühlen mit der FOGTEC Brandschutz GmbH“ müssen Sie nicht mal die Location wechseln, sondern können nach dem Fachprogramm direkt in der Kongresshalle das Abendessen und das dazu passende Getränk auf der einladenden Dachterasse der Rhein-Mosel-Halle einnehmen. Diese besondere Atmosphäre hoch über Rhein und Mosel bietet die perfekte Gelegenheit mit bestehenden und neuen Kontakten ins Gespräch zu kommen! 

Für die Rückkehr in die Hotels stehen Ihnen Busshuttles zur Verfügung. Einen Überblick zum Ablauf des Abends finden Sie hier: 

Programm und Ablauf

  • Ab 18:30 Uhr: Einlass im 2. Obergeschoss der Rhein-Mosel-Halle mit Sektempfang
  • 19:00 Uhr: Offizieller Beginn, Begrüßung durch Roger-A. Dirksmeier | Geschäftsführer FOGTEC Brandschutz GmbH
  • 19:10 Uhr: Eröffnung Buffet 
  • 24:00 Uhr: Ende Abendveranstaltung 

Verpflegung

Hier erwartet Sie ein mediterran inspiriertes Buffet mit einer Auswahl an frischen Salaten, Antipasti und verschiedenen Brotspezialitäten. Als Hauptgänge werden herzhafte Fleisch- und Fischgerichte sowie vegetarische und vegane Alternativen serviert, bevor das Angebot mit fruchtigen und schokoladigen Desserts seinen Abschluss findet. Alle Speisen und Getränke finden Sie in der Veranstaltungsapp in der Kategorie “Verpflegung”!

Busshuttles 

  • Die Busshuttles verkehren von der Rhein-Mosel-Halle ab 21:00 Uhr bis 24:00 Uhr im 15-Minuten-Takt zu den Hotels. 
  • Alle Details finden Sie in der App unter der Kategorie “Transport vor Ort”. 
Mittwoch, 24.06.2026
08:50 Uhr
Technik
New Mobility als Regionalmotor: Smarte Mikro-Mobilität fördern durch Ladeinfrastruktur zur Stärkung von alternativem Nahverkehr
08:50 - 09:20 Uhr Tagungszentrum 5/6 Claus-Martin Mündel Technik

In den vergangenen 30 Jahren hat die Regionalisierung der Mobilität den öffentlichen Verkehr spürbar vorangebracht. Gleichzeitig verändern New Mobility‑Angebote insbesondere E‑Bikes und E‑Scooter – das Mobilitätsverhalten rasant. Für Regionen entsteht daraus ein strategisches Potenzial: Durch smarte Ladeinfrastruktur können Mikromobilität, ÖPNV und Sharing‑Systeme intelligent vernetzt werden. Dabei geht es nicht nur um neue Mobilitätsformen, sondern um regionale Wertschöpfung, mehr Erreichbarkeit im ländlichen Raum und ein attraktives Gesamtsystem im Umweltverbund. Die Integration sicherer, brandschutzkonformer und intuitiver Ladepunkte (ohne private Ladegeräte) schafft ein nutzerfreundliches Angebot, das Pendlerströme ergänzt, Lücken im ÖPNV schließt und die Attraktivität der Region stärkt. Der Beitrag zeigt Chancen, Herausforderungen und konkrete Praxisbeispiele moderner Mikromobilitäts‑Infrastruktur in regionalen Verkehrssystemen.

09:00 Uhr
30 Jahre Regionalisierung
Talk-Runde: 30 Jahre Regionalisierung
09:00 - 10:00 Uhr Großer Saal Bernhard Wewers, Wolfgang Meyer (...) 30 Jahre Regionalisierung

30 Jahre Regionalisierung bedeuten auch 30 Jahre voller Ideen, Initiativen und Innovationen, manchmal aber auch der Beharrung und der unabgestimmten Vorgehensweise. Dabei steht in Deutschland oft das nicht Erreichte im Vordergrund. Aber war der deutsche Weg der Regionalisierung wirklich so wenig erfolgreich, wie oft dargestellt? Zeitzeugen blicken zurück auf die Anfangszeit mit ihren oft noch wenig zentral gesteuerten Prozessen. Was ist gelungen, wo können wir in Zukunft noch besser werden, wo lohnt es sich, genauer hinzuschauen? Diese Fragen diskutieren fünf erfahrene Branchenvertreter mit unterschiedlichem Blickwinkel. 

Moderation: Tom Hegermann

09:10 Uhr
Fahrzeuge
Dekarbonisierung im ÖPNV: Flottenerneuerung wirtschaftlich gestalten
09:10 - 09:40 Uhr Tagungszentrum 2 Timo Häcker Fahrzeuge

Der öffentliche Personennahverkehr steht vor einer strukturellen Transformation der Antriebstechnologien. Regulatorische Vorgaben sowie steigende Betriebs- und Emissionskosten führen dazu, dass dieselbetriebene Busse zunehmend an wirtschaftlicher Attraktivität verlieren und in der Neubeschaffung ab Beginn der 2030er Jahre weitgehend durch Alternativen ersetzt werden müssen. Gleichzeitig sorgt die Aussetzung von Förderprogrammen und die Volatilität der Energiepreise derzeit für Unsicherheiten bei Verkehrsunternehmen und Aufgabenträgern hinsichtlich Investitionsentscheidungen.

Der Beitrag untersucht die Wirtschaftlichkeit verschiedener Antriebstechnologien – konventioneller Diesel, batterieelektrisch, Wasserstoff sowie der Einsatz von HVO100 als alternative Kraftstoffoption – anhand einer Total-Cost-of-Ownership-Analyse. Dabei zeigt sich, dass batterieelektrische Busse unter bestimmten Rahmenbedingungen bereits heute wirtschaftliche Vorteile aufweisen können. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind europäische Regulierungsinstrumente wie die Clean Vehicles Directive sowie die erwartete Verschärfung der CO₂-Bepreisung im Zuge des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS 2).

Auf Basis eines Kostenmodells für ein prototypisches deutsches Verkehrsunternehmen werden die Kostenentwicklungen der genannten Technologien über einen Zeitraum von 15 Jahren analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass batterieelektrische Busse auch ohne Fördermittel ab etwa 2031 auf Lebenszykluskostenbasis günstiger sein werden als Dieselbusse – bei stärker steigenden CO₂-Preisen oder fortgesetzter Förderung auch deutlich früher. Wasserstoffantriebe bleiben unter den untersuchten Annahmen zumeist kostenintensiver.

Der Beitrag verdeutlicht, dass eine wirtschaftlich tragfähige Transformation maßgeblich von einer strategisch gesteuerten Flottenumstellung auf Basis belastbarer Analysen abhängt. Die kommenden Jahre sind daher entscheidend, um Investitionen zielgerichtet auszurichten, öffentliche Mittel effizient einzusetzen und die Transformation des Busverkehrs nachhaltig umzusetzen.

09:25 Uhr
Technik
Plug into the future | Charging-as-a-Service als nachhaltiges Geschäftsmodell im ÖPNV?
09:25 - 09:55 Uhr Tagungszentrum 5/6 Jan Heistermann Technik

Charing-as-a-Service (CaaS) wird derzeit von einigen privatwirtschaftlichen Unternehmen als Dienstleistung angeboten, doch auch Verkehrsunternehmen können diesen Ansatz erfolgreich als inhouse-Lösung etablieren. Mit einer eigenen Organisations- oder Geschäftseinheit können sie die Potenziale von CaaS nutzen und die erforderliche Antriebswende realisieren. Der Impuls-Vortrag präsentiert dem Fachpublikum das Konzept von CaaS als inhouse-Lösung für Verkehrsunternehmen und beleuchtet dabei strategische, rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte. Anhand praxisnaher Lösungsansätze aus Projekten mit ähnlichen Fragestellungen werden Verkehrsunternehmen dazu ermutigt, ihre Vision eines dekarbonisierten Fuhrparks Realität werden zu lassen und den anspruchsvollen Weg der Antriebswende weiterzugehen.

09:45 Uhr
Fahrzeuge
Künftige Antriebskonzepte für Omnibusse im Stadtverkehr
09:45 - 10:15 Uhr Tagungszentrum 2 Hansjörg Kunz Fahrzeuge

Gesetzliche Vorgaben und Marktentwicklungen bedingen eine Prüfung der künftig zulässigen bzw. verfügbaren Antriebskonzepte und die Realisierung verschiedener Maßnahmen zur Implementierung. 
Der Vortag beschreibt am Beispiel der koveb die Rahmenbedingungen, die möglichen Optionen und die Herausforderungen dieses Projektes zur Sicherstellung des Betriebs.

10:00 Uhr
30 Jahre Regionalisierung
Key Note: Vom Nachbarn lernen? Regionalisierung in Polen
10:00 - 11:00 Uhr Großer Saal PhD Marcin Wołek, Ph.D, D.Sc., Eng Andrzej Massel 30 Jahre Regionalisierung
Technik
Seilbahnen im urbanen Raum
10:00 - 10:30 Uhr Tagungszentrum 5/6 Florian Schweiger Technik

Seilschwebebahnen stellen eine innovative Möglichkeit für den städtischen Nahverkehr dar, da sie den Luftraum als Verkehrsweg nutzen und damit weitgehend unabhängig von den Gegebenheiten am Boden sind. Doch während international das System Seilbahn im ÖPNV an Bedeutung gewinnt, steckt der Seilbahneinsatz im deutschen ÖPNV weiterhin in den Kinderschuhen.

Der Vortrag behandelt die Frühphase eines Seilbahnprojektes im ÖPNV von den ersten Projektideen bis zum Abschluss einer Konzeptstudie. Im Kern der Betrachtung steht dabei das Abprüfen der drei Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung eines Seilbahnprojektes, Genehmigungsfähigkeit, technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

10:20 Uhr
Fahrzeuge
Was Züge auf der Fahrt liegen bleiben lässt und was man dagegen tun kann
10:20 - 10:50 Uhr Tagungszentrum 2 Blanca Roßberg Fahrzeuge

Problemstellung

Im Betrieb auftretende Fahrzeugstörungen haben das Potenzial Fahrzeugstillstände der Züge auf offener Strecke zu verursachen. Ist es nicht möglich, betroffene Fahrzeuge des Personenverkehrs schnell zu einem Bahnsteig zu bringen, um die Fahrgäste aus- oder umsteigen zu lassen, drohen (zeit)aufwendige Evakuierungsmaßnahmen mit ggf. externen Rettungskräften, langanhaltende Streckensperrungen und deutlichen Einschränkungen des Bahnbetriebs [1] [2] [3] [4]. In diesem Beitrag werden technische Störungen am Fahrzeug und die unter Umständen daraus folgenden Fahrzeugstillstände mit einer langen Ereignisdauer von mindestens 10 Minuten analysiert. Bezeichnet werden diese auch als liegengebliebene Züge [5]. Ziel dieser Arbeit ist es Lösungsansätze zu finden, mit denen die Verfügbarkeit der Fahrzeug-Kernfunktionen erhöht werden kann, um die Resilienz der Fahrzeuge insgesamt zu verbessern. [6]

Recherche der Grundlagen und Herleitung der Vorgehensweise

Eine Recherche zeigte auf, dass sich die Thematik von Fahrzeugstillständen durch Fahrzeugstörungen und deren Ursachen derzeit nur vereinzelt in der Fachliteratur wiederfindet. Eine entsprechende Untersuchung findet sich in [7]. Zudem ergaben Gespräche mit Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), dass die Problemstellung zwar intern betrachtet wird, jedoch eine EVU-übergreifende Betrachtung bisher noch nicht vollzogen wurde. Daher wurde die Datenbasis für dieses Forschungsthema zunächst erarbeitet. In einem ersten Schritt werden daher verschiedene Ausfallursachen der Fahrzeugtechnik, welche zu Fahrzeugstillständen führen, genauer untersucht. Darauf basierend werden danach Lösungen abgeleitet. [6]

Analyse der Betriebs- und Instandhaltungsdaten von EVUs

Die Analyse basiert auf Fahrzeugdaten von vier EVU mit sechs Baureihen. Bei den untersuchten Fahrzeugen handelt es sich um Triebzüge mit elektrischem Antrieb, Dieselantrieb oder einer Kombination aus mehreren Antriebsformen. Alle Fahrzeuge der Stichprobe sind einem Alter von 11 bis 30 Jahren zuzuordnen.
Ausgewählt aus den Betriebsdaten dieser Baureihen wurden Ausfall und Verspätungsereignisse, welche einen Fahrzeugbezug aufwiesen und Verspätungsdauern von größer gleich 10 Minuten. Sofern notwendig und möglich wurden diese Inhalte mit Instandhaltungsdaten ergänzt.
Die Ereignisse wurden anschließend den Komponentengruppen zugeordnet. Diese sind auszugsweise „Antrieb“, „Bremse“, „Zugsteuerung“ und „unbekannte Fahrzeugstörung“. Weiterführend wurden die Ereignisse den Untergruppen zugewiesen, wie beispielsweise „Allgemeine Störung der Komponentengruppe“, „Fahrmotor“ oder „Getriebe“.
Die Auswertung der vorliegenden Daten ergab, dass keine eindeutigen Ableitungen hinsichtlich Komponentengruppen, die zu einer höheren Anzahl an Ausfällen oder Verspätungen über 10 Minuten geführt haben, ermittelt werden konnten. Der höchste Anteil über die verschiedenen Baureihen waren Ereignisse, die zwar einer Fahrzeugstörung zugeordnet werden konnten, jedoch nicht konkreter einer Komponentengruppe. Eine genauere Zuordnung der Daten war aufgrund der Dokumentationstiefe nicht möglich. Für die den Komponentengruppen zuordenbaren Ereignisse konnten hinsichtlich der Anzahl der Ereignisse pro Fahrzeug und Jahr keine baureihenübergreifenden Schwerpunkte in einzelnen Komponentengruppen festgestellt werden. Stattdessen wiesen die einzelnen Baureihen jeweils unterschiedliche Verteilungen der Ereignisse über die Komponentengruppen auf. Die weiterführende Untergliederung der Komponentengruppen in Unterkategorien brachte ebenso keine weiterführenden Erkenntnisse, da die meisten Ereignisse der Untergruppe „Allgemeine Störung Komponentengruppe“ aufgrund fehlender weiter Informationen zugeordnet wurden.
 

Fazit

Aus dem Ergebnis, das aus den vorliegenden Daten keine signifikantes Ausfallverhalten von einzelnen Komponenten über mehrere Baureihen abgeleitet werden können, die für die Verbesserung der Fahrzeugresilienz herangezogen werden können, wird das weitere Vorgehen abgeleitet. Dabei wird sich auf Lösungen konzertiert die sich systemisch die Fahrzeugresilienz durch Technik und Abläufe verbessert ohne sich auf einzelne Komponenten zu konzentrieren. Diese technischen Ansätze können zum Beispiel der Einbau von Rückfallebenen wie zum Beispiel zusätzlicher Batterietechnik welche im Notfall genutzt werden kann. Des Weiteren können nicht-technische Vorschläge diskutiert werden, die zu einer allgemeinen Verbesserung beitragen, wie zum Beispiel verstärkte Kommunikation und verbesserte Entscheidungsgrundlagen für ad hoc organisatorische Maßnahmen. Auf Grundlage der Ergebnisse werden im weiteren Vorgehen die genannten Ansätze entwickelt, die zu einer systemischen Verbesserung der Fahrzeugresilienz und zur Reduzierung betrieblicher Fahrzeugausfälle beitragen sollen.

Literatur

[1] H. Leonard: „Evakuierung am Gleis: Zug blockiert Strecke in der Börde“, MDR Sachsen-Anhalt, 23.12.2025, https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/boerde/blumenberg-zug-defekt-evakuierung-102.html , Letzter Zugriff am: 11.02.2026
[2] Spiegel Audio: „334 Minuten“, Spiegel 2023/2024, https://www.spiegel.de/thema/344-minuten/, Letzter Zugriff am: 22.07.2025
[3] SWR Aktuell: „270 Reisende müssen in Lahnstein liegengebliebenen Zug verlassen.“, SWR, 14.06.2025, https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/ice-lahnstein-evakuiert-100.html, Letzter Zugriff am: 22.07.2025
[4] J. Hirschlach: „Zug bleibt bei Hagenbüchach liegen: Fahrgäste entriegeln Türen auf freier Strecke“, Fränkische Landeszeitung, 08.12.2025, https://www.flz.de/zug-bleibt-bei-hagenbuechach-liegen-fahrgaeste-entriegeln-tueren-auf-freier-strecke/cnt-id-ps-6d208bda-38ec-4eb5-8ae7-bbbcc63eb9f2, Letzter Zugriff am: 11.02.2026
[5] DB Richtlinie 420.0590: Züge aus Betriebszentralen disponieren Maßnahmen nach dem Liegenbleiben von Reisezügen ergreifen, DB Netz AG, 15.12.2019
[6] B. Roßberg, S. Hillmann: „Fahrzeugtechnisch verursachte Fahrzeugstillstände – Szenarien und Lösungsansätze“, Konferenzband 21. Internationale Schienenfahrzeugtagung Dresden, 2026
[7] M. Barmettler, M. Weber, G. Züger: „Projekt Deep Learning Fahrzeug“, Abschlussbericht
Forschungs- und Entwicklungsfonds, zb Zentralbahn AG, 04.06.2025
 

10:35 Uhr
Technik
Digital Station – Der Bahnhof als digitales Herz der Mobilität
10:35 - 11:05 Uhr Tagungszentrum 5/6 Sebastian Stöcker Philipp Technik

Bahnhöfe stehen im Zentrum der digitalen Mobilitätswende gerade auch im Nahverkehr. Sie entwickeln sich von reinen Verkehrsbauwerken zu intelligent vernetzten, sozio-technischen Systemen, in denen Operational Technology (OT) und Information Technology (IT) sicher und interoperabel zusammenwirken.” Der Impulsvortrag „Digital Station – Der Bahnhof als digitales Herz der Mobilität“ stellt auf Basis eines Whitepapers ein integriertes Zielbild vor, das Bahnhöfe als datengetriebene Plattformen versteht – lernfähig, skalierbar und wirtschaftlich steuerbar.

Eine Digital Station ist mehr als ein Bahnhof mit WLAN oder digitalen Anzeigen. Sie ist eine Echtzeit-Plattform, die physische Infrastruktur, Sensorik, Datenmanagement, Governance und Serviceangebote über klar definierte Layer verbindet. Im Zentrum steht die sichere IT/OT-Konvergenz: Während OT-Systeme wie Energieanlagen, Aufzüge oder Signaltechnik auf Stabilität und Safety ausgelegt sind, folgt IT agilen Innovationszyklen. Die erfolgreiche Verbindung beider Welten erfordert standardisierte Datenmodelle (API-First), Security-by-Design-Architekturen, Zero-Trust-Prinzipien sowie klare Governance-Strukturen.

Das Zielbild der Digital Station basiert auf drei strategischen Dimensionen:

  • Operative Exzellenz – höhere Anlagenverfügbarkeit, Energieeffizienz, planbare Wartung und stabile Prozesse.
  • Erlebbare Qualität – Sicherheit, Sauberkeit, Orientierung, Barrierefreiheit und transparente Echtzeitinformationen.
  • Urbane Relevanz – Integration in multimodale Mobilität, Energieflüsse und lokale Wertschöpfung.

Anhand konkreter Use Cases – von sensorüberwachter Instandhaltung über intelligente Personenstromanalysen bis hin zu datengetriebenem Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement – wird gezeigt, wie digitale Investitionen messbaren betrieblichen und wirtschaftlichen Mehrwert erzeugen. Ein KPI-Framework übersetzt strategische Ziele in steuerbare Kennzahlen und schafft Transparenz für Betreiber, EVU und Eigentümer.

Ein skalierbares Kategorienmodell (vom Local Node bis zum Metropolitan Hub) ermöglicht dabei eine ressourcenschonende Umsetzung entlang unterschiedlicher Bahnhofstypen. Der Transformationspfad folgt einem nutzerzentrierten Ansatz: Definition eines gemeinsamen Zielbilds, Aufbau eines priorisierten Use-Case-Portfolios, Implementierung interoperabler Datenarchitekturen, Pilotierung entlang aller Layer, kulturelle Verankerung und kontinuierliches KPI-Monitoring.

Digitalisierung wird dabei nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als Enabler für Sicherheit, Effizienz, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit. Energie- und Gebäudemanagementsysteme, Smart Grids und digitale Zwillinge machen Bahnhöfe zu aktiven Akteuren der urbanen Energiewende. Gleichzeitig schafft „Privacy by Design“ Vertrauen in datenbasierte Anwendungen und sichert gesellschaftliche Akzeptanz.

10:55 Uhr
Fahrzeuge
Standardisierung von Fahrzeugen für den Schienenpersonennahverkehr
10:55 - 11:40 Uhr Tagungszentrum 2 Thomas Dill, Volker Heepen Fahrzeuge

Vor nahezu drei Jahrzehnten haben die Bundesländer die Aufgaben- und Finanzverantwortung für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) übernommen. Seitdem ist sowohl das Angebotsniveau als auch die Nachfrage signifikant angestiegen. Gleichzeitig steht die Branche vor erheblichen finanziellen Herausforderungen: Zum einen wirken die strukturell hohen Kosten im Betrieb und in der Fahrzeugbeschaffung belastend, zum anderen führen die durch das Deutschlandticket rückläufigen Erlöse zu einer zunehmenden Finanzierungslücke. Vor diesem Hintergrund suchen die beteiligten Akteure nach geeigneten Maßnahmen zur Kostenreduktion. Ein zentraler Ansatzpunkt besteht dabei in der weitgehenden Standardisierung von Fahrzeugen, von der insbesondere Effizienzgewinne in der Beschaffung, Instandhaltung und im Betrieb erwartet werden.

11:00 Uhr
Geführter Messerundgang
Geführter Messerundgang
11:00 - 11:30 Uhr Registratur Geführter Messerundgang

Auf unserer Fachmesse gibt es zahlreiche Neuheiten, spannende Einblicke und interessante Informationen zu entdecken! 

Unsere vielseitigen Aussteller freuen sich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und ihre Angebote vorzustellen.

Der geführte Messerundgang verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick und zeigt eindrucksvoll die Vielfalt der Nahverkehrsbranche.

  • Dauer: Jeweils eine halbe Stunde 
  • Treffpunkt: An der Registratur
  • Anmeldung: Nicht notwendig
11:10 Uhr
30 Jahre Regionalisierung
30 Jahre Regionalisierungsmittel - Mittelverwendung in den Ländern: Das Deutschlandangebot für den SPNV nach dem VDV-Leistungskostengutachten
11:10 - 11:40 Uhr Großer Saal Meinhard Zistel 30 Jahre Regionalisierung

Im Jahr 1996 ist im Zuge der Bahnreform die Zuständigkeit zum Bestellen von SPNV-Betriebsleistungen vom Bund auf die Länder übergegangen. Der Bund zahlt den Ländern seitdem auf Grundlage von Artikel 106a GG sogenannte Regionalisierungsmittel, die den Ländern insbesondere zur Finanzierung des SPNV-Betriebs dienen. Im Jahr 2026 haben die Regionalisierungsmittel eine Höhe von 11,9 Milliarden Euro und sind damit der mit Abstand größte Finanzierungsbeitrag des Bundes für den ÖPNV. Das Regionalisierungsgesetz hat seit seiner Entstehung mehrere Änderungen erfahren. Insbesondere die in 2016 in Kraft getretene Novellierung mit der Änderung der horizontalen Verteilung der Mittel zwischen den Ländern bis 2031 nach dem "Kieler Schlüssel" war eine maßgebliche Veränderung. Nach weiteren Gesetzesänderungen setzen sich die Regionalisierungsmittel für jedes Bundesland inzwischen aus drei oder vier Teilbeträgen zusammen und sind aufgrund der sukzessiven Umverteilung zwischen den Ländern nach dem "Kieler Schlüssel" ein komplexes Finanzierungskonstrukt.

Mischfinanzierungen zwischen Bund und Ländern im Bereich ÖPNV wurden in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten weitgehend beendet und die Länder sind verfassungsrechtlich für den ÖPNV und seine auskömmliche Finanzierung verantwortlich. Über die konkrete Verwendung der vom Bund zur Verfügung gestellten Regionalisierungsmittel entscheiden die Länder daher in eigener Verantwortung unter der gesetzlichen Maßgabe, diese Gelder "insbesondere" für das Bestellen von SPNV-Betriebsleistungen einzusetzen. Rund drei Viertel der Regionalisierungsmittel wurden in den vergangenen Jahren für den SPNV-Betrieb verausgabt und etwa ein Viertel für Investitionen in den SPNV und ÖSPV, für ÖSPV-Betriebsleistungen, für den Ausgleich im Ausbildungsverkehr, Managementaufwand oder für sonstige Ausgaben im ÖPNV. Beim Anteil der Mittel für den SPNV-Betrieb gibt es zwischen den einzelnen Ländern eine große Spannweite. In ihrem Koalitionsvertrag haben die Bundesregierung tragenden Parteien daher verabredet, dass die Regionalisierungsmittel vorrangig als Bestellerentgelte für den SPNV verwendet werden.

Im VDV-Leistungskostengutachten wurde 2025 der Finanzierungsbedarf für den ÖPNV bis zum Jahr 2040 ermittelt. Der VDV liefert damit einen substanziellen Beitrag über den Finanzierungsbedarf für den SPNV bis zum Jahr 2040 und damit deutlich über die bisherige Laufzeit der gesetzlichen Regelung für die Regionalisierungsmittel hinaus. Für den Status quo hat die breite Datenerhebung bei den SPNV-Aufgabenträgern ergeben, dass die Inflation für ein ganzes Jahrzehnt in nur drei Jahren nachgeholt wurde und die Kosten im SPNV (für Energie, Personal und Material) stark gestiegen sind. Die bisherige Dynamisierungsrate der Regionalisierungsmittel von 3 % pro Jahr ist demnach zu niedrig, um die tatsächlichen Kostensteigerungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen zu kompensieren. Änderungen bei der Dotierung und Dynamisierung der Regionalisierungsmittel haben auch die die Bundesregierung tragenden Parteien in ihrem Koalitionsvertrag verabredet.

Mit dem Szenario Deutschlandangebot 2040 wird mit der VDV-Studie ein positives Zielbild für den ÖPNV in Deutschland entworfen. Für die Sparte SPNV werden mit dem Deutschlandangebot 2040 die Antriebswende im SPNV vollständig umgesetzt, der Zielfahrplan des Deutschlandtakts vollständig realisiert und die Anschlusssicherung innerhalb des Schienenverkehrs verbessert. Dem steigenden Finanzierungsbedarf im Szenario Deutschlandangebot 2040 steht ein stark gestiegener Nutzen durch Angebotsausweitung und Kapazitätssteigerung gegenüber. Bund und Länder sind daher aufgefordert, den im Koalitionsvertrag angekündigten ÖPNV-Modernisierungspakt endlich zu starten. Das Schaffen und Erhalten eines hochwertigen ÖPNV-Angebots zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse unabhängig vom Wohnort benötigt ein klares Bekenntnis der Politik zum ÖPNV und zur öffentlichen Finanzierung.

On-Demand-Verkehre
Innovation & On-Demand in Zeiten knapper Kassen
11:10 - 11:40 Uhr Rheinsaal Michael Oppermann On-Demand-Verkehre

On-Demand-Verkehre haben sich in den vergangenen Jahren als wichtige Ergänzung des ÖPNV etabliert. Doch viele Angebote wurden mit zeitlich befristeten Fördermitteln aufgebaut und stehen nun vor der Herausforderung einer dauerhaften Finanzierung. Gleichzeitig wächst der Druck auf kommunale Haushalte und Aufgabenträger.

Der Vortrag beleuchtet die Frage, wie flexible Mobilitätsangebote auch nach dem Auslaufen von Förderprogrammen erhalten werden können. Am Beispiel des ÖPNV-Taxis wird ein Modell vorgestellt, das bestehende Taxi-Infrastrukturen in den öffentlichen Verkehr integriert und dadurch flexible Bedienformen mit deutlich geringeren Vorhaltekosten ermöglicht.

11:15 Uhr
Recht
Ergänzung des Nahverkehrsangebots durch Interims-, On-Demand- und Schienenersatzverkehre: Rechtliche Rahmenbedingungen
11:15 - 11:45 Uhr Moselsaal Dr. Clemens Antweiler Recht

Der Regelbedarf an Nahverkehrsleistungen wird unter anderem durch Linienverkehre gedeckt. In besonderen Situationen sind Ergänzungsverkehre erforderlich. Dazu zählen Interims-, On-Demand- und Schienenersatzverkehre. 

  • Was müssen Aufgabenträger tun, um solche Verkehre schnell und rechtssicher zu vergeben? 
  • Wie lassen sich hohe Qualitätsstandards einerseits und effektiver Wettbewerb andererseits gewährleisten? 
  • Unter welchen Voraussetzungen dürfen kommunale Verkehrsunternehmen On-Demand-Verkehre ausführen, ohne dass das schädlich für die Direktvergabe von Linienverkehrsleistungen an interne Betreiber ist? 
  • Wie können sich Unternehmen mit Aussicht auf Erfolg um Aufträge für Ergänzungsverkehre bewerben? 

Auf diese und weitere Fragen gibt es konkrete Antworten.

Finanzen
Schneisen durch den Förder-Dschungel
11:15 - 11:45 Uhr Tagungszentrum 3 Klaus Harthausen Finanzen

Investitionen im ÖPNV sind hochgradig von Kofinanzierungen abhängig. Eine wichtige Möglichkeit ist die Inanspruchnahme von Zuwendungsprogrammen. 

Doch wie kommt man zur passenden Förderung und worauf muss man achten?

Neben den ÖPNV-Förderprogrammen der Länder gibt es auch andere Zuwendungsprogramme von Bund, Ländern und der EU, die in Frage kommen können. Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber unübersichtlich und in den Förderbestimmungen können Fallstricke enthalten. Im Vortrag werden in einem Überblick Schneisen durch den Förderdschungel für Investitionsmaßnahmen aufgezeigt.

Infrastruktur
Wie bekommen wir die Eisenbahnknoten fit für die Zukunft? Herausforderungen und Lösungsansätze am Beispiel Knoten Rhein-Neckar
11:15 - 12:45 Uhr Tagungszentrum 5/6 Dr. Clarissa Freundorfer, Mario Klein (...) Infrastruktur

Moderation: Tom Hegermann

11:30 Uhr
Straßenbahn
Stadtbahnprojekte - Bürgerbeteiligung in Anbetracht des Bürgerentscheids.
11:30 - 12:15 Uhr Tagungszentrum 4 Bernd Reuß Straßenbahn

Von 2013 bis 2024 sind sieben Stadtbahnprojekte in den Bürgerentscheid gegangen. Sechs Abstimmungen vielen gegen die Stadtbahn aus. Weitere Projekte sind über politische Entscheidungsprozesse abgelehnt worden. 

In Anbetracht dessen, dass die Bürgerschaft nicht nur eine viel stärkere Mitsprache, sondern auch ein ultimatives Entscheidungsrecht bei solchen Projekten einfordert und durchsetzt muss die Bürgerbeteiligung ganz neu aufgestellt werden. Das betrifft die Identifikation von Stakeholdergruppen; den Charakter des Bürgerentscheids; den organisatorischen Aufbau der Kommunikation beim Auftraggeber; den Anspruch, die Stadtbahn bauen zu wollen und dennoch eine ergebnisoffene Bürgerbeteiligung durchführen zu sollen, sowie die Frage: wie umfangreich und notwendig sind aufsuchende Maßnahmen der Bürgerbeteiligung? 

Wie wird ein erstes Konzept beim Auftraggeber aufgestellt? Und wie findet man sein geeignetes Kommunikationsbüro? Weiterhin wird der Umgang mit Kontrahentengruppen bis hin zum Bedrohungsmanagement mitgedacht werden müssen. Alle genannten Elemente haben dann Einfluss auf die Fachkompetenzen, die im Team des Auftraggebers vorhanden sein müssen, wenn die Bürgerbeteiligung eine Chance haben soll. An der Stelle geht es dann auch darum, die planenden Ingenieure mit der Bürgerbeteiligung nicht alleine zu lassen, nur weil sie gut alle technischen Fragen beantworten können. Was nützt es, wenn die Ingenieure vom Kopf her antworten und die Bürgerschaft aus dem Bauch heraus reagiert?

11:45 Uhr
30 Jahre Regionalisierung
Leistungskostengutachten 2.0 - autonomes Fahren als Baustein des Deutschlandangebots
11:45 - 12:15 Uhr Großer Saal Gabriel Flore 30 Jahre Regionalisierung

Im Rahmen des Vortrags wird das Leistungskostengutachten 2.0 als Grundlage zur Abschätzung des zukünftigen Finanzierungsbedarfs im ÖPNV vorgestellt. Dabei wird diskutiert, wie sich der ÖPNV im Spannungsfeld von steigenden Kosten, wachsenden Anforderungen und technologischen Innovationen strukturell weiterentwickeln wird. Ein besonderer Fokus liegt auf dem autonomen Fahren als potenziellem Baustein eines leistungsfähigen Deutschlandangebots und dessen Auswirkungen auf Betriebsmodelle, Kostenstrukturen und Angebotsqualitäten. Dabei werden auch mögliches Roadmaps sowie zentrale Handlungsbedarfe für die Einführung autonomer Systeme skizziert. Im Mittelpunkt stehen insbesondere folgende Fragestellungen:

  • Welchen Beitrag kann autonomes Fahren zur langfristigen Finanzierbarkeit des ÖPNV leisten?
  • Wie verändert sich das Angebot durch Automatisierung hinsichtlich Struktur und Qualität?
  • Welche Voraussetzungen sind für eine erfolgreiche Skalierung erforderlich?
  • Welche Rollen übernehmen Politik, Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen im Transformationsprozess?
On-Demand-Verkehre
Wie Kommunen, Bürger und Taxi- und Mietwagenunternehmen von Vermittlungs-Apps profitieren können
11:45 - 12:15 Uhr Rheinsaal Max Zombek On-Demand-Verkehre

Gelegenheitsverkehr ist ein wichtiger Baustein öffentlicher Mobilität. Er schließt die Lücken in der Mobilitätskette dort, wo Linienbus und Schiene nicht hinkommen, und ermöglicht so echte Tür-zu-Tür-Mobilität – auch jenseits des eigenen PKW. Gerade die Plattformvermittlung hilft, dieser Rolle noch besser gerecht zu werden: Sie bringt Kundinnen, Kunden und Anbieter effizienter und reibungsloser zusammen. Der Vortrag zeigt, warum Plattformvermittlung für die ausführenden Unternehmen wirtschaftlich attraktiv ist – und wie zugleich Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger davon profitieren.

11:50 Uhr
Finanzen
Fahrzeugfinanzierung - Herausforderungen und Stellschrauben
11:50 - 12:20 Uhr Tagungszentrum 3 Bernd Papenstein Finanzen

Die Fahrzeugfinanzierung stellt sich für die EVU nachhaltig als Herausforderung und für die Aufgabenträger als Kostentreiber dar. Entsprechend haben sich verschiedene Arten der Finanzierungshilfen etabliert. Es werden die Effekte dieser Hilfen sowie alternative Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Kommunikation
KRITIS und wie man Risiko Management in einen Unternehmensvorteil verwandeln kann
11:50 - 12:20 Uhr Moselsaal Lars Zimmermann Kommunikation

Ein wirksames Risikomanagement ist im ÖPNV unverzichtbar – nicht nur aufgrund der KRITIS‑Relevanz, sondern auch, um Projekte und Unternehmen zuverlässig, effizient und innerhalb klarer Budgetgrenzen zu steuern. Moderne Mobilitätssysteme sind hochgradig vernetzt und abhängig von stabilen technischen, organisatorischen und finanziellen Strukturen. Ein strukturiertes Risikomanagement mit Hilfe von SaaS Anwendung, schafft Transparenz über Schwachstellen, priorisiert Maßnahmen und ermöglicht es, begrenzte Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen stiften.

Für Betreiber und Projektverantwortliche bedeutet das: Risiken frühzeitig erkennen, robuste Entscheidungsgrundlagen schaffen und operative wie strategische Resilienz stärken. So wird der ÖPNV nicht nur sicherer und widerstandsfähiger, sondern auch wirtschaftlich planbarer – ein entscheidender Faktor, um Investitionen zu schützen, Projekte termingerecht umzusetzen und den öffentlichen Auftrag nachhaltig zu erfüllen.

12:00 Uhr
Exkursion
Exkursion zur Seilbahn Koblenz
12:00 - 13:00 Uhr Seilbahn Koblenz Talstation Exkursion

Hoch hinaus geht es mit der Seilbahn Koblenz! 

Seit 2010 bringt die umweltfreundliche Seilbahn nun schon ihre Gäste sicher zur Festung Ehrenbreitstein. Aber das ist noch nicht alles, denn während der Fahrt erwartet Sie ein unvergesslicher Ausblick auf Koblenz und den majestätischen Rhein.

Darüber hinaus glänzt die Seilbahn deutschlandweit mit ihrer enormen Förderkapazität, so können pro Stunde rund 7600 Personen in beide Richtungen von A nach B gelangen – das ist eine ganze Menge. Wie das möglich ist, was beim Betrieb alles beachtet werden muss und viele weitere Details, erfahren Sie bei unserer Exkursion an der Talstation.  

Treffpunkt ist an der Talstation der Seilbahn Koblenz am Konrad-Adenauer-Ufer in der Nähe des Deutschen Ecks. Von der Rhein-Mosel-Halle aus gelangt man zu Fuß bequem in 20 Minuten dort hin. Die Ausgabe der Tickets erfolgt vor der Talstation.

Bitte beachten Sie: An der Exkursion können Sie nur nach zuvor erfolgter Buchung und gegen Vorlage eines gültigen Tickets teilnehmen. Die Plätze sind begrenzt!

Ablauf und Treffpunkt(e):

  • 11:30 Uhr Treffpunkt Rhein-Mosel-Halle
  • 11:50 Uhr Treffpunkt Talstation
  • 12:00 Uhr Führung und Seilbahnfahrt
  • 13:00 Uhr Ende der Führung und Rückweg zur Rhein-Mosel-Halle
Geführter Messerundgang
Geführter Messerundgang für Studierende
12:00 - 12:30 Uhr Registratur Geführter Messerundgang

Auf unserer Fachmesse gibt es zahlreiche Neuheiten, spannende Einblicke und interessante Informationen zu entdecken! 

Unsere vielseitigen Aussteller freuen sich darauf, bei diesem Rundgang explizit mit allen interessierten Studierenden ins Gespräch zu kommen und ihre Angebote für den akademischen Nachwuchs vorzustellen.

  • Dauer: Jeweils eine halbe Stunde 
  • Treffpunkt: An der Registratur
  • Anmeldung: Nicht notwendig
12:20 Uhr
30 Jahre Regionalisierung
Kostenexplosionen im SPNV und Insolvenzen
12:20 - 12:50 Uhr Großer Saal Burkhard Dedy 30 Jahre Regionalisierung

Bis 2018 war die SPNV-Welt aus Kostengesichtspunkten weitgehend in Ordnung. Preissteigerungen waren nah an der Inflation und Wettbewerbsgewinne führten zu Kostenreduzierungen bzw. Angebotsverbesserungen. Seit 2019 hat sich das grundlegend geändert. Massiver Personalmangel in der Branche, die Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Abellio-Pleite und Infrastrukturstörungen in einem nie geahnten Ausmaß führen zu massiven Problemen in der Finanzierung des SPNV.

Straßenbahn
Eine integrierte Betrachtung bereits im frühen Stadium ist eine Chance für die politische Akzeptanz von Straßenbahninfrastruktur
12:20 - 12:50 Uhr Tagungszentrum 4 Gerald Hamöller Straßenbahn

Am Beispiel Straßenbahnverlängerung aus Frankfurt/ Main in die Region über Neu-Isenburg und Dreieich bis Langen wird gezeigt, dass durch sorgfältige Planung und gezielte Maßnahmen eine Mobilitätswende vorangetrieben und die Qualität der städtischen Frei- und Straßenräume langfristig verbessert werden kann. 

Es sind eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und innovative Ansätze notwendig, um städtische Räume an die Bedürfnisse ihrer Nutzer und ökologische Herausforderungen anzupassen. Die vorgeschlagenen Ansätze sollten verfolgt werden, um städtische Räume nachhaltig zu entwickeln. Insbesondere die Priorisierung der Straßenbahn und die Verbesserung des Mikroklimas durch Entsiegelung und Begrünung sollten im Fokus stehen, um nicht nur den Verkehr in den Städten effizienter zu gestalten, sondern auch die Lebensqualität zu steigern und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

On-Demand-Verkehre
Mobility-as-a-Service: Ein kritischer Rückblick und Ideen für die Zukunft
12:20 - 12:50 Uhr Rheinsaal Martin Röhrleef On-Demand-Verkehre

Im Jahr 2004 – also vor über 20 Jahren(!) - startete mit HANNOVERmobil das erste „Mobilitätspaket“ der deutschen ÖPNV-Branche. Erstmals wurde damit ein Konzept umgesetzt, das durch die Kombination aus ÖPNV und ergänzenden Services wie BahnCard, CarSharing, Lieferdiensten oder Taxi ein umfassendes Mobilitätsangebot als attraktive Alternative zum eigenen PKW schaffen wollte.

HANNOVERmobil stieß damals national und international auf große Aufmerksamkeit. Das Projekt gilt bis heute als Vorreiter für die Bündelung von Mobilitäts-Diensten und die darauf aufbauende Idee von „Mobility-as-a-Service“ (MaaS). MaaS verfolgt den Ansatz, Mobilitätsangebote unabhängig vom jeweiligen Betreiber auf einer Plattform zu bündeln und als flexible Dienstleistung anzubieten. Oft war dabei vom „Amazon der Mobilität“ die Rede.

Aber: Seither haben sich fast alle diese – durchaus mit großer Euphorie gestarteten - Ansätze als nicht erfolgreich erwiesen. HANNOVERmobil, StuttgartServices, Mobil-in-Düsseldorf, Moovel, MaaS global, Mobility inside, und wie sie alle heißen, gibt es nicht mehr!

Aber warum eigentlich? War die Grundidee von MaaS ein kompletter Irrtum? Oder war die Umsetzung der Produkte einfach schlecht? Oder waren die Projekte ihrer Zeit nur zu weit voraus? Denn Mobilitätsdienstleistungen, Plattformen und Apps boomen ja.

  • Was also haben wir gelernt?
  • Wie vernetzen wir den ÖPNV im Mobilitätsverbund der Zukunft? 
  • Welche Ansätze sollten wir weiterverfolgen - und welche nicht? 
  • Und ist MaaS dabei das „Konzept der Zukunft“ oder war es nur „ein Rohrkrepierer“?

Als „Vater“ von HANNOVERmobil und den Folgeprojekten in Hannover, als Initiator von Arbeitsgruppen bei VDV und UITP sowie durch eine Vielzahl von Vorträgen und Beratungen ist Martin Röhrleef seit Beginn einer der maßgebenden Akteure in diesem Feld und hat die Entwicklung über mehr als 20 Jahre intensiv begleitet. Kurz: Der richtige Mann für einen kritischen Blick zurück – und einen Versuch, aus den Erfahrungen Empfehlungen für die Zukunft abzuleiten.

12:25 Uhr
Tarif
Einfache und günstige Tarife in einer heterogenen Landschaft – Jugendticket, BW-Tarif und Check-In/Check-Out in Baden-Württemberg
12:25 - 12:55 Uhr Moselsaal Johanna Bauer, Andreas Sigloch Tarif

Die Verbundlandschaft in Baden-Württemberg ist heterogen. Bis vor einigen Jahren existierten 22 Tarif- und Verkehrsverbünde mit eigenen Tariflogiken und Preisniveaus und einer Vielzahl an Überlappungstarifen. Neben Bemühungen zur Konsolidierung der Verbundlandschaft, arbeitete das Land Baden-Württemberg daher seit den 2010er-Jahren an der Schaffung verbundgrenzüberschreitender tariflicher Lösungen.

Der Beitrag zeichnet die Entwicklung dieser landesweiten tariflichen Lösungen, genauer dem BW-Tarif, dem JugendticketBW bzw. Deutschlandticket JugendBW sowie von CiCo-BW nach. Der BW-Tarif wurde nach jahrelangen Verhandlungen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 als landesweiter, verkehrsmittelübergreifender Tarif geschaffen. Im verbundgrenzüberschreitenden Verkehr löste er den damals gültigen C-Tarif ab – jedoch ergänzt um eine Anschlussmobilität am Start und am Ziel der Reisekette auch in anderen Verkehrsträgern. Damit war erstmals die landesweite, durchgängige Mobilität vom Start bis ans Ziel mit einem Ticket möglich. Als Tarifgeber wurde die BW-Tarifgesellschaft geschaffen und die erforderliche Repräsentanz unterschiedlicher Akteure sichergestellt.

Im 2021 geschlossenen Koalitionsvertrag wurde daneben die Schaffung eines landesweit einheitlichen Tickets für junge Menschen angestrebt. Dessen Einführung im März 2023 stellte einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung eines sozial gerechten, bezahlbaren und einfachen ÖPNV-Tarifangebots in Baden Württemberg dar. Mit dem Ziel jungen Menschen und Familien die Nutzung des ÖPNV zu erleichtern, wurde ein landesweit gültiges, kostengünstiges und einfach verständliches Ticket geschaffen, das innerhalb kurzer Zeit eine hohe Akzeptanz erreichte. Mit der Ablösung durch das D Ticket JugendBW im Dezember 2023 wurde dieses erfolgreiche Prinzip auf einen bundesweiten Geltungsbereich übertragen.

Neben dem bundesweit ab Mai 2023 eingeführten Deutschlandticket ging im Juni 2023 das landesweite Check-In/Check-Out-System CiCo-BW an den Start. Dieses ergänzte die zwischenzeitlich geschaffenen Pauschalpreistickets um ein einfaches und attraktives Angebot mit Bestpreisabrechnung im Gelegenheitsverkehr. CiCoBW setzt auf einen dezentralen Ansatz über ein Lizenzierungsmodell, kann also von allen ÖPNV-Akteuren in der eigenen App mit gleichen Funktionalitäten umgesetzt werden. Das System wurde seit seinem Start mehrfach erweitert und ab 2025 soll ein Monatskappung pilotiert werden.

Der Beitrag zeigt auf, wie auch in einer heterogen organisierten Verbundlandschaft landesweit durchgängige tarifliche Lösungen für die Fahrgäste geschaffen werden können. Er beleuchtet die finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen und gibt Einblicke in Erfolge und Herausforderungen bei der Nachfrageentwicklung. Zuletzt richtet er den Blick nach vorne und gibt einen Ausblick auf die weitere institutionelle Verankerung und Weiterentwicklung der verbundgrenzüberschreitenden Tariflandschaft in Baden-Württemberg.

Es handelt sich um einen gemeinsamen Beitrag des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg und des fachberatenden Unternehmens WVI Prof. Dr. Wermuth Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH.

Finanzen
ÖPNV-Finanzierung am Scheideweg: Woher kommt das Geld für Investitionen?
12:25 - 12:55 Uhr Tagungszentrum 3 Jörg Niemann Finanzen

Ausgangslage

Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht eine Neugestaltung der ÖPNV-Finanzierung vor (sog. Modernisierungspakt). Bislang liegen keine Vorschläge seitens der Bundesregierung vor. Der VDV e.V. fordert mehr öffentliche Mittel.

Problem

Aufgrund der Haushaltslage von Bund, Ländern und Kommunen sehen wir - unter Beachtung der Schuldenbremse und Maastricht-Kriterien - kaum Spielräume für Investitionen. Die Einbeziehung von privaten Kapital für den ÖPNV (ähnlich zum Energiewende-Fonds) ist unerlässlich, um Abbestellungen zu vermeiden und Investitionen in neue Technologien (z.B. autonomes Fahren) zu ermöglichen. Deutschland kann nur dann zum sog. "Leitmarkt für autonomes Fahren" werden, wenn neue Mittel für Investitionen erschlossen werden.

Inhalt des Vortrags

Im Rahmen eines Dialogforums haben wir im Jahr 2025 " mit Branchenvertretern Vorschläge für eine Reform der ÖPNV-Finanzierung erarbeitet. Die Ergebnisse haben wir in einem Eckpunktepapier zusammengefasst. (Kurzfassung https://www.roedl.com/insights/einladung-dialogforum-modernisierungspakt-vorschlaege-oepnv-reform-sicherstellung-freiwilliges-deutschlandangebot-nahverkehr/)

Gestaltung des Beitrags

Die Ergebnisse werden in einem Impulsreferat darstellt und sodann mit den Teilnehmenden im Kontext der aktuellen Entwicklungen diskutiert.

12:35 Uhr
Kommunikation
Stationsqualität in Schleswig-Holstein: Von der Fahrgastwahrnehmung zum datenbasierten Qualitätsmanagement
12:35 - 13:05 Uhr Tagungszentrum 2 Milan Boje Kommunikation

Die Qualität von Bahnstationen entscheidet maßgeblich darüber, ob Fahrgäste sich gerne und sicher im Bahnverkehr bewegen. Aufbauend auf der Frage, was Stationsqualität aus Fahrgastsicht ausmacht, führt dieser Vortrag die Thematik weiter und zeigt den Weg auf, den in Schleswig-Holstein subjektive Eindrücke in ein strukturiertes, datenbasiertes Qualitätsmanagement genommen haben. Dargestellt wird, wie sich die durch die NAH.SH Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein organisierte Qualitätskontrolle an Bahnstationen entwickelt hat.

Diese beinhaltet in erster Linie eine quartalsweise durchgeführte Stationsbegehung aller Bahnstationen. Dabei werden Sauberkeit und Schadensfreiheit systematisch erfasst und bewertet. Sowohl funktionale Mängel als auch Aspekte, die das Sicherheitsgefühl und das Wohlbefinden der Fahrgäste beeinflussen spielen hier eine Rolle. Sämtliche relevanten Zustände werden vor Ort erfasst und durch eine standardisierte Fotodokumentation ergänzt.

Der Austausch mit den Eisenbahninfrastrukturunternehmen erfolgt über eine Datenbank. Neben der transparenten Darstellung von Entwicklungen bildet diese Datenbank zusätzlich die Möglichkeit eines direkten Monitorings schwerer Mängel, das eine schnelle Reaktion der zuständigen Akteure erlaubt. Auch die Eisenbahnverkehrsunternehmen haben hierauf Zugriff.

Der Vortrag zeigt, wie durch regelmäßige Begehungen, digitale Dokumentation und ein strukturiertes Mängelmonitoring für ein besseres Qualtitäsbewusstsein gesorgt werden kann und wie Stationsqualität von einem Anspruch zu einem mess- und steuerbaren Qualitätsmerkmal werden kann.

Zusätzlich zur Verbesserung der Behebung von Mängeln unterstützt die NAH.SH die Eisenbahninfrastrukturunternehmen mit kurzfristig verfügbaren Finanzmitteln um durch die Umsetzung kleinerer Maßnahmen, den Komfort der Fahrgäste erhöhen zu können. Dieses Element in Kombination mit dem datenbasierten Qualitätsmanagement, schafft eine kurzfristige und pragmatische Möglichkeit die Aufenthaltsqualität der Fahrgäste und die Fahrgastinformation an den Bahnhöfen in Schleswig-Holstein nachhaltig zu verbessern.

12:55 Uhr
30 Jahre Regionalisierung
30 Jahre Bahnreform: Schienenfahrzeugfinanzierung im Wandel – Herausforderungen und Lösungsstrategien für den SPNV bis 2040
12:55 - 13:25 Uhr Großer Saal Friedemann Brockmeyer 30 Jahre Regionalisierung

Dreißig Jahre nach der Bahnreform steht der deutsche SPNV vor einer Zäsur. Während Personal- und Trassenkosten die öffentliche Debatte dominieren, vollzieht sich im Hintergrund eine dramatische Entwicklung: Die Fahrzeugkosten werden sich bis 2040 von 4 auf 8 Milliarden Euro verdoppeln – und drohen zum Nadelöhr der Verkehrswende zu werden.

Nach einer Dekade stabiler Kosten (2012-2020) hat sich seit 2020 das Fundament verschoben. Der Aufwand pro Zug-Kilometer ist um 60% gestiegen, während die Fahrgeldeinnahmen durch Corona und Deutschlandticket von 46% auf 26% eingebrochen sind. Besonders alarmierend: Der Anteil der Finanzierungskosten an den Gesamtfahrzeugkosten steigt bis 2040 von 11% auf 21%. Das Zeitalter der Negativzinsen ist vorbei – und mit ihm die alten Finanzierungsmodelle.

Parallel dazu erfordert die Transformation zu alternativen Antrieben massive Investitionen: Bis 2040 werden circa 3.000 neue Fahrzeuge mit einem Volumen von bis zu 30 Milliarden Euro benötigt. Gleichzeitig steigen die technischen Anforderungen – ETCS, Batterietechnologie, Klimatisierung – und treiben die Beschaffungskosten zusätzlich.

Die Antwort liegt nicht in der Suche nach dem günstigsten Zug, sondern in der aktiven Steuerung des gesamten Fahrzeug-Lebenszyklus über 32 Jahre. Unsere umfassende Marktanalyse zeigt: Aufgabenträger, die heute beginnen, Lifecycle-Kalkulationen als Standard zu setzen, Vergabezyklen zu synchronisieren und Plattformen zu standardisieren, können bis zu 15% der Total Cost of Ownership einsparen – in realen Preisen und trotz steigender Zinsen.

Erfolgreiche Fahrzeugfinanzierung erfordert die synchrone Steuerung des „magischen Dreiecks": Capex (Plattformwahl, technologische Standards), Opex (digitale Wartung, Energieeffizienz) und Finanzierungskosten (Vertragsstrukturen, Restwert-Management). Nur wer alle drei Linien zusammen denkt, kann die TCO-Kurve aktiv gestalten statt sie zu erleiden.

Plattformisierung ist dabei nicht nur technische Standardisierung, sondern Kapitalkosten-Management: Interoperable Fahrzeugflotten über Aufgabenträger-Grenzen hinweg reduzieren strukturell die Risikoaufschläge bei Leasing und Krediten. Die Frage lautet: Wie viel Standardisierung traut sich die Branche wirklich?

Dieser Beitrag präsentiert keine Theorie, sondern eine datenbasierte Roadmap. Auf Grundlage des Ramboll Public Transport Market Model und einer detaillierten Analyse aller SPNV-Ausschreibungen bis 2040 zeigen wir:

  • Wo die Kostenentwicklung hinführt, wenn wir nicht handeln
  • Welche Stellschrauben Aufgabenträger heute haben
  • Wie Kooperationsmodelle für Restwert-Sharing funktionieren
  • Welche Vergabestandards TCO-Effizienz ermöglichen
Straßenbahn
Bürgerbeteiligung bei Straßen- und Stadtbahnausbauprojekten – gibt es ein „zu früh“?
12:55 - 13:25 Uhr Tagungszentrum 4 Moritz Feier Straßenbahn

Die Notwendigkeit einer gut geplanten und umfassenden Bürgerbeteiligung für das Gelingen großer Infrastrukturprojekte ist seit Jahrzehnten unbestritten. Dennoch ist die Einbindung der Bevölkerung selbst bei besten Ausgangsbedingungen kein Selbstläufer. Insbesondere das Timing zu Beginn der Projektkommunikation ist entscheidend für einen gelungenen Start. Dabei ergeben sich Herausforderungen aus den unterschiedlichen Informationsbedürfnissen von politischen Gremien, der allgemeinen Öffentlichkeit und betroffenen Bürgerinnen und Bürgern.

On-Demand-Verkehre
Regionale Mobilität stärken – Warum On-Demand-Projekte scheitern und wie es besser geht
12:55 - 13:25 Uhr Rheinsaal Gerd Overbeck On-Demand-Verkehre

On-Demand-Verkehre gelten als Hoffnungsträger der Mobilitätswende, besonders im ländlichen Raum. Doch die Realität zeigt: Viele Projekte enden mit dem Auslaufen der Fördermittel oder bleiben als teure Experimente hinter den Erwartungen zurück. Warum ist das so? Und wie können wir es besser machen? Die zentrale These dieses Vortrags lautet: Der Erfolg von Bedarfsverkehren ist kein technologisches Glücksspiel, sondern das Ergebnis klarer systemischer Einordnung und konsequenter Planung.

Der Vortrag analysiert zunächst drei kritische Problemfelder, die zum Scheitern vieler Ansätze führen. Erstens entstehen Zielkonflikte, wenn versucht wird, gleichzeitig Kosten zu senken, die Fläche vollständig zu erschließen und neue Fahrgastgruppen zu gewinnen – ein Streben nach der „eierlegenden Wollmilchsau", das zu verwässerten Angeboten führt, die für niemanden wirklich attraktiv sind. Zweitens existieren On-Demand-Dienste oft als Insel-Lösungen, isoliert vom restlichen ÖPNV mit eigenen Apps, separaten Tarifen und ohne physische Verknüpfung. Drittens geraten Projekte in die Wirtschaftlichkeits-Sackgasse, wenn nach der Pilotphase nur die isolierte Kostendeckung pro Fahrt betrachtet wird, während systemische Vorteile wie die Zuführung zur Schiene unberücksichtigt bleiben.

Diesen Problemen stellt der Vortrag drei konkrete Erfolgsbausteine gegenüber. 

Der erste Baustein ist Priorisierung statt Gießkanne: Nachhaltiger Erfolg erfordert ein klares Primärziel, etwa die Funktion als Zubringer zur Schiene. Durch Machbarkeitsstudien und Simulationen werden Gebiete gezielt unterteilt und Betriebsparameter exakt ausgerichtet, während die feste Verankerung im Nahverkehrsplan Verlässlichkeit schafft. 

Der zweite Baustein umfasst nahtlose Integration und Multi-Mandanten-Systeme: Multi-mandantenfähige Plattformen bündeln verschiedene Anbieter und Gebiete effizient auf einer Infrastruktur und senken die Betriebskosten drastisch. Die Integration muss dabei sowohl tariflich, etwa durch das Deutschlandticket, als auch operativ durch Anschlusssicherung und Taktung erfolgen. 

Der dritte Baustein fordert eine systemische Bewertung: Die Wirtschaftlichkeit muss neu definiert werden, indem statt reiner Ticketlöse-Quoten die „System-Rendite" in den Fokus rückt.

Entscheidend sind Fragen wie: 

  • Wie ersetzen On-Demand-Dienste Leerfahrten großer Busse? 
  • Wie erhöhen sie die Auslastung der Regionalbahnen? Welche CO₂-Einsparungen entstehen durch PKW-Verlagerung? 
  • Und wie stärken sie die Wirtschaftskraft einer ganzen Region?

Das Fazit ist klar: 

On-Demand-Verkehr ist der notwendige „Kleber", der die Lücken im regionalen Netz schließt. Der Vortrag entlarvt gängige Vorurteile und zeigt auf, dass flexible Dienste dann zum festen Bestandteil der Daseinsvorsorge werden, wenn sie von Beginn an als Teil einer integrierten Reisekette gedacht werden.

13:00 Uhr
Organisationsstrukturen neu erfinden
Neuausrichtung der Aufgabenträgerstruktur im Rahmen eines veränderten Marktes
13:00 - 13:30 Uhr Tagungszentrum 5/6 Marcus Klugmann, Thilo von Boehmer Organisationsstrukturen neu erfinden

Der straßengebundene öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in den ostwestfälischen Kreisen Paderborn und Höxter (mit Ausnahme der Stadt Paderborn) wurde bislang von einem gemeinsamen Zweckverband organisiert und verantwortet.

In den vergangenen Jahren hat sich die Verkehrsorganisation schrittweise verändert: Leistungen, die früher von Verkehrsunternehmen eigenwirtschaftlich erbracht wurden, werden zunehmend als gemeinwirtschaftliche Verkehre auf Basis von Bruttoverträgen durchgeführt. Dadurch sind die finanziellen Lasten und Risiken stärker auf die Kreise und letztlich auf die kreisangehörigen Städte und Gemeinden übergegangen. Diese Entwicklung wird zusätzlich durch allgemeine Kostensteigerungen sowie steigende Investitionsbedarfe verschärft. Gleichzeitig hatten die Kreise — und insbesondere die Städte und Gemeinden — weiterhin keinen direkten Einfluss auf Umfang und Qualität des Verkehrsangebots.

Ein weiteres Problemfeld war die Aufgabenverteilung zwischen dem Zweckverband als Aufgabenträger und einer bestehenden Verbundgesellschaft. Insbesondere waren Ausgestaltung des Angebotes und Erlösrisiko organisatorisch von Vertrieb und Kundenmanagement getrennt.

Parallel dazu wurden auf Landesebene konkrete Planungen zur Änderungen des ÖPNVG NRW und damit verbundener Umstellung der SPNV-Aufgabenträgerschaft mit einer Straffung von Strukturen verfolgt. Die Struktur des westfälischen SPNV-Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe und deren Mitgliedszweckverbänden sollte damit künftig nicht mehr über diese sondern direkt über die Kreise und kreisfreien Städte organisiert werden. Die damit auch einhergehende Änderung der Förderkulisse berührte entscheidend auch die Finanzierungsgrundlage des bisherigen ÖPNV-Zweckverbandes.

Im Rahmen eines frühzeitig von den Kreisen initiierten Strukturgutachtens wurde als bevorzugte Lösung vorgeschlagen, den Zweckverband durch eine neu zu gründende Gesellschaft in der Rechtsform einer GmbH zu ersetzen. Auf dieser Grundlage wurden die notwendigen rechtlichen Schritte zur Umsetzung des Zielmodells entwickelt. In einzelnen Punkten wurden dabei kleinere Anpassungen vorgenommen, um die Vorteile der neuen Struktur besser nutzen zu können.

Die Umsetzung war aufwendig, da der Zweckverband aufgrund seiner langen Tätigkeit in zahlreiche Vertragsbeziehungen und in das Gesamtsystem des WestfalenTarifs eingebunden war. Betroffen waren Verträge mit Verkehrsunternehmen, benachbarten Aufgabenträgern sowie langjährigen Dienstleistern und Kooperationspartnern. Eine formale Umwandlung war rechtlich nicht möglich, da sich Zweckverband und GmbH in ihren Rechtsformen wesentlich unterscheiden. Daher musste der Zweckverband aufgelöst und die GmbH neu gegründet werden. Gleichzeitig war sicherzustellen, dass die Mitarbeitenden unter Wahrung ihrer bestehenden Rechte in die neue Gesellschaft wechseln konnten.

Da die Auflösung des Zweckverbandes viele rechtliche Fragen aufwarf - und durchaus als Pionierarbeit zu bezeichnen ist - war eine enge Abstimmung mit der Kommunalaufsicht erforderlich, um die Genehmigungsfähigkeit zu sichern. Auch die Gründung der GmbH durch die Kreise musste in diesem Zusammenhang geprüft werden. Die Leistungsbeziehungen zwischen der neuen GmbH und den Kreisen als Auftraggeber wurden zudem umsatzsteuerlich optimiert, was nach Abstimmung mit dem Finanzamt erreicht werden konnte.

Neben der Auflösung und Neuordnung zahlreicher aufeinander abgestimmter Verträge ergaben sich weitere Aufgaben durch den Übergang der Aufgabenträgerschaft vom Zweckverband auf die Kreise, die zuvor nur am Rande mit dem ÖPNV befasst waren. Auch die Mitgliedschaft im Zweckverband NWL ging auf die Kreise über, sodass dort Satzungen und Vertragsgrundlagen angepasst werden mussten. Zudem mussten die Kreise ihre zukünftige Zusammenarbeit untereinander neu regeln. Da die GmbH künftig wesentliche Teile des Vertriebs und Kundenmanagement selbst übernimmt, kam es außerdem zu organisatorischen Änderungen innerhalb der neuen Struktur.

Die Städte und Gemeinden wurden über ein besonderes Gremium innerhalb der GmbH eingebunden. In diesem Gremium sitzen Vertreterinnen und Vertreter der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die bei der Ausgestaltung des Verkehrsangebots mitwirken können. Auf diese Weise können sowohl die örtlichen Wünsche als auch die jeweilige Finanzierungsbereitschaft vor Ort berücksichtigt werden.

Personalfindung
Wie kann der Beschäftigtenübergang beim Betreiberwechsel gelingen - wer muss wann mit wem reden?
13:00 - 13:30 Uhr Moselsaal Dirk Schlömer Personalfindung

Der Übergang eines Verkehrsvertrages auf einen neuen Betreiber ist ein kritischer Moment. Die beste Möglichkeit für eine problemlose Betriebsaufnahme ist ausreichendes und erfahrenes Personal. Doch oft wechseln Beschäftigte auf andere Arbeitsplätze oder gar die Branche.

Verbindlichkeit und frühzeitiges Handeln können das verhindern.

Der Vortrag behandelt zunächst die rechtlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen, und geht dann auf die Handlungsmöglichkeiten aller Beteiligten ein.

Finanzen
ÖPNV-Finanzierungsreport Baden-Württemberg: Wie steht es um die Finanzierung des ÖPNV durch Bund, Land und Kommunen
13:00 - 13:30 Uhr Tagungszentrum 3 Michael Öhmann Finanzen

Der ÖPNV ist angesichts der großen Kostensteigerungen der vergangenen Jahre und der äußerst angespannten Haushaltslage bei Bund, Land und Kommunen enormen Herausforderungen ausgesetzt. Sichtbar wird dies schon heute vielerorts: Sowohl auf der Schiene als auch im Busbereich drohen vielerorts Abbestellungen bzw. sind bereits in der Umsetzung. Der ÖPNV ist rechtlich bislang in den meisten Bundesländern eine freiwillige Aufgabe. Daher ist die Mittelausstattung für den ÖPNV bei den meisten kommunalen Haushalten ein disponibler, freiwilliger Haushaltsposten, der in Zeiten knapper Kassen gekürzt werden kann oder für einen genehmigungsfähigen Kommunalhaushalt sogar gekürzt werden muss. Damit sind das bereits erreichte Angebot im ÖPNV und die Erfolge hin zu einer nachhaltigen Mobilität akut bedroht. Damit das bestehende Angebot im SPNV und im kommunalen ÖPNV dauerhaft gehalten und perspektivisch weiter ausgebaut werden kann, ist eine verlässliche Finanzierung und Planungssicherheit erforderlich. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung heißt es: „Zur Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) werden Bund und Länder die ÖPNV-Finanzierung auf eine neue gesetzliche Grundlage stellen und einen Modernisierungspakt starten." Dafür ist es erforderlich, die bisherige Finanzierung des ÖPNV durch die öffentliche Hand zu kennen. Nur auf einer transparenten Basis können neue Finanzierungsoptionen diskutiert und entwickelt werden.

In Baden-Württemberg sind wir der Frage nachgegangen, wie sich die bisherige Finanzierung des ÖPNV durch die öffentliche Hand seit dem Jahr 2018 bis ins Jahr 2024 entwickelt hat. Dazu wurde im Frühjahr 2025 erstmalig ein ÖPNV-Finanzierungsreport in Baden-Württemberg veröffentlicht. Wie setzt sich die öffentliche Finanzierung des ÖPNV zusammen? Welche Anteile zahlen Bund, Land, Kommunen jeweils? Und wie haben sich die Mittel in den vergangenen Jahren jeweils entwickelt? Darum geht es im ÖPNV-Finanzierungsreport Baden-Württemberg. Er bildet die Finanzierungsanteile von Bund, Land und Kommunen seit dem Jahr 2018 ab. Allgemeine Kostensteigerung, einmalige Effekte der vergangenen Jahre sowie die Effekte des Deutschlandtickets werden dabei ebenso berücksichtigt wie die Entwicklung der unterschiedlichen Belastungen der drei Ebenen Bund – Land – Kommunen über die vergangenen sechs Jahre.

13:10 Uhr
Kommunikation
ÖPNV ohne Grenzen – kooperationsfördernde Rahmenbedingungen
13:10 - 13:40 Uhr Tagungszentrum 2 Felix Kühnel Kommunikation

Viele Menschen pendeln täglich. Der ÖPNV kann nur eine attraktive Alternative sein, wenn er ohne Grenzen funktioniert. Die Zusammenarbeit zwischen Aufgabenträgern erfordert ein gemeinsames Verständnis über (strategische) Planungsgrundsätze, die vorhandenen Potenziale und die konkrete Ausgestaltung des ÖPNV-Angebotes – mit Fokus auf die Fahrgastsicht!

Der Beitrag leitet Herausforderungen und wesentliche kooperationsfördernde Erfolgskriterien für einen interkommunalen ÖPNV ab. Die Ausführungen beruhen auf Ergebnissen des Projektes „interkommunalMobil - Nachhaltige Mobilität in ländlichen Regionen und deren Verflechtungsräumen“ (2023-2025), das plan:mobil gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik für das Umweltbundesamt durchgeführt hat sowie umfassenden Projekterfahrungen von plan:mobil in der Planung des regionalen ÖPNV.

Ein einleitender Problemaufriss leitet über zu Herausforderungen für einen interkommunalen ÖPNV, die sich in rechtlichen und planerischen Rahmenbedingungen sowie unterschiedlichen Zuständigkeiten und Zielsetzungen bei beteiligten Akteuren finden lassen. Auch die Finanzierung und Kostenaufteilung, eine fehlende Synchronisation von Planungsstrategien und Verständigung über Anforderungen an das ÖPNV-Angebot sowie Unterschiede bei Tarif, Vertrieb und Kommunikation können die Zusammenarbeit hemmen.

Daran anschließend werden wesentliche Erfolgskriterien herausgearbeitet. Hier zählen eine frühzeitige Vorbereitung und Abstimmung von Vereinbarungen, die sich wiederfinden in Planungsgrundlagen (z. B. zur Bildung eines gemeinsamen Planungsraums oder zur Einrichtung eines gemeinsamen Verkehrs-/ Infrastrukturunternehmens), Organisationsgrundlagen (z. B. zur Umsetzung der relevanten Qualitätsstandards oder gemeinsamer (betrieblicher) Infrastruktur) und Finanzierungsgrundlagen (z. B. interkommunale Kooperation mit entsprechenden (rechtlichen) Vereinbarungen, gemeinsamen Vergabe von Verkehrsleistungen). Aber auch eher weiche Aspekte wie ein gemeinsames Problem- und Lösungsverständnis, gute Kommunikation, positive Erfahrungen durch langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und eine Sensibilität für die eigene Rolle sind wichtige Faktoren für einen ÖPNV ohne Grenzen.

13:30 Uhr
30 Jahre Regionalisierung
30 Jahre Regionalisierung - 30 Jahre Reaktivierung?
13:30 - 14:00 Uhr Großer Saal Nicolas Kämmerling 30 Jahre Regionalisierung

Die Regionalisierung des Nahverkehrs vor 30 Jahren war einigen Bundesländern ein Startschuss zur Reaktivierung von stillgelegten Eisenbahnstrecken im ländlichen und suburbanen Raum. Seit 2020 ist die Reaktivierung deutlich rückläufig gegenüber den 2000er- und 2010er-Jahren. Gleichzeitig sind Streckenreaktivierungen in den vergangenen Jahren durch Klimaschutz- und Verkehrswende-Programme sowie deutlich höhere Förderquoten des Bundes in den politischen Fokus geraten.

Der Vortrag betrachtet die aktuellen Entwicklungen bezüglich Streckenreaktivierungen in Deutschland und beleuchtet die Hemmnisse bei der Umsetzung solcher Projekte. 

Wesentliche Faktoren sind politische Entscheidungsprozesse, erhöhte Regelwerksanforderungen, steigende Infrastrukturkosten sowie komplizierte Finanzierungs- und Förderprogramme.

Straßenbahn
Fahrzeuge der neuen Generation: Wie moderne Straßenbahnen ins Gesamtsystem passen
13:30 - 14:00 Uhr Tagungszentrum 4 Frank Trautmann Straßenbahn

Was macht ein Straßenbahnfahrzeug der neuen Generation wirklich modern? Neben Barrierefreiheit, Komfort, Kapazität, Energieeffizienz und digitalen Funktionen rückt in der praktischen Umsetzung vor allem eine Frage in den Mittelpunkt: Wie gut passt das Fahrzeug in das Gesamtsystem ÖPNV?

Der Vortrag beleuchtet moderne Straßenbahnen aus Betreiberperspektive und zeigt zentrale Schnittstellen zwischen Fahrzeug, Infrastruktur, Haltestellen, Betrieb, Werkstatt und Lebenszyklus auf. Ziel ist ein praxisnaher Blick auf die Anforderungen, Chancen und Zielkonflikte, die Verkehrsunternehmen bei Fahrzeugen der neuen Generation frühzeitig mitdenken sollten.

On-Demand-Verkehre
Vom Piloten zum Systembaustein – Welchen Beitrag leisten On-Demand-Verkehre zur Weiterentwicklung des ÖPNV?
13:30 - 14:00 Uhr Rheinsaal Dr. Eva Fraedrich On-Demand-Verkehre

On‑Demand‑Verkehre sind erwachsen geworden. Nach Jahren der Pilotierung, rechtlicher Klärung und umfangreicher Förderung steht nicht mehr das Versprechen flexibler Mobilität im Vordergrund, sondern der Nachweis ihres systemischen Mehrwerts. In einer Phase knapper öffentlicher Mittel müssen Aufgabenträger entscheiden, welche Angebote im ÖPNV weiterentwickelt, verstetigt oder beendet werden. Genau hier setzt unsere Studie an.

Der Beitrag stellt die bislang umfassendste empirische Auswertung aktueller On‑Demand‑Angebote in Deutschland vor. Grundlage ist eine Meta‑Analyse von Struktur‑ und Betriebsdaten aus über 50 On‑Demand‑Services und mehr als 100 einzelnen Bediengebieten, die erstmals eine vergleichbare, kontextbezogene Bewertung jenseits von Einzelfallstudien ermöglicht. Anstelle lokaler Erfolgsgeschichten werden systemische Muster sichtbar: Wo wirkt On‑Demand? Für wen entsteht tatsächlicher Mehrwert? Und unter welchen Bedingungen rechtfertigt sich der langfristige Einsatz im ÖPNV‑System?

Zentral ist dabei ein analytischer Perspektivwechsel. On‑Demand‑Verkehre werden nicht isoliert bewertet, sondern in Relation zur bestehenden ÖPNV‑Bedienungsqualität betrachtet. Drei Qualitätsdimensionen – Zugang, Verbindungsqualität und Angebotsniveau – bilden zusammen mit räumlichen Archetypen (Grundmobilität, Lückenschluss, Ausbau) den Rahmen, um Wirkungen differenziert einzuordnen.

Die Ergebnisse zeigen robuste, empirisch belegte Muster. On‑Demand schafft insbesondere dort einen hohen gesellschaftlichen Nutzen, wo der Linienverkehr strukturell an Grenzen stößt. In Gebieten mit geringer ÖPNV‑Bedienungsqualität ermöglicht er erstmals flächendeckenden Zugang und leistet einen zentralen Beitrag zur Daseinsvorsorge. Im Lückenschluss verbessert On‑Demand vor allem die Verbindungsqualität und schließt zeitliche sowie räumliche Angebotslücken. Besonders prägend ist jedoch ein Effekt, der bislang unterschätzt wurde: On‑Demand schafft neue, alltagsrelevante Verbindungen in erheblichem Umfang – häufig über kommunale Grenzen hinweg und zu Zielen, die im klassischen Liniennetz nicht oder nur unzureichend erreichbar sind.

Der Beitrag liefert damit eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Politik, Verwaltung und Verkehrsunternehmen. Er zeigt, wie On‑Demand vom geförderten Experiment zu einem strategisch eingesetzten Produkt im ÖPNV weiterentwickelt werden kann – und wo seine Grenzen liegen. Nicht das Ob, sondern das Wo, Wofür und Wie entscheidet über den Erfolg von On‑Demand im öffentlichen Verkehr der Zukunft.

13:35 Uhr
Organisationsstrukturen neu erfinden
Der ÖPNV-Report Baden-Württemberg: Erkenntnisse und Tools
13:35 - 14:05 Uhr Tagungszentrum 5/6 Nina Fritz Organisationsstrukturen neu erfinden

Das ÖPNV-Angebot in Baden-Württemberg ist im bundesweiten Vergleich sehr gut aufgestellt (siehe bspw. Agora Verkehrswende und BBSR 2023). Mit dem ÖPNV-Report 2024 hat das Ministerium für Verkehr eine vertiefende und differenzierte aktuelle Analyse des ÖPNV im Bundesland in Auftrag gegeben. Der Bericht deckt alle Träger des ÖPNV ab und zeichnet neben einem aktuellen Bild des ÖPNV-Angebots und der Nachfrage - auf Ebene des Bundeslandes sowie der Stadt- und Landkreise - auch die Entwicklungen der letzten Jahre nach. 

Der ÖPNV-Report vertieft dabei anhand verschiedener Datengrundlagen den Themenbereich im ÖPNV gesamt sowie für einzelne Träger. Mit Blick auf das Angebot werden erstmalig auch flexible Bedienformen im ÖPNV berücksichtigt. Dabei wurde eine eigene Methode entwickelt, um insbesondere auch fahrplanunabhängige Systeme systematisch abzubilden (bundesweit ein Novum). Neben klassischen Kernkennzahlen zum ÖPNV-Angebot (Angebotskilometer, Angebots-, Fahrplan. und Haltestellennetzdichte etc.) für den ÖPNV-Report 2024 erstmalig ÖPNV-Güteklassen für BW errechnet. Dafür wurde auf Grundlage der bekannten Ansätze aus Österreich und der Schweiz eine eigens auf das ÖPNV-Angebotsportfolio des Bundeslandes angepasste Methode entwickelt. 

Lt. ÖPNV-Report 2024 ist der ÖPNV in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren deutlich und über alle Träger hinweg gewachsen. Ausschlaggebend waren maßgeblich Taktverdichtungen und längere Bedienzeiten. Der ÖPNV-Report nimmt auch das Angebotsniveau in den Stadt- und Landkreisen unterschiedlicher Raumtypen in den Fokus. Die ÖPNV-Angebotsdichte variiert zwischen Kreisen der gleichen Raumkategorie teilweise stark. Die Nachfrage des gesamten Umweltverbundes (Modal Split Anteil Wege) entwickelt sich positiv, bei der ÖV-Nachfrage ist seit 2017 eine Stagnation zu beobachten. Gleichzeitig wächst die Nachfrage in einzelnen Bereichen des ÖV (Schienenpersonenverkehr und Regiobusse). Neben einer konsequenten Ausweitung des Angebots hat auch das Deutschlandticket deutlich dazu beigetragen. Im Sommer 2026 erscheint eine aktualisierte Berichtsausgabe mit Datenstand 2025. 

Rund um den ÖPNV-Report stehen den Nutzer:innen vielfältige Materialien zur Verfügung. ÖPNV-Praktiker können den ÖPNV-Report somit auf vielfältige Weise nutzen. So geben Ergebnisse auf Kreisebene Aufschluss über Zustand den ÖPNV im eigenen Bereich und dessen Entwicklung seit 2020, auch im Vergleich zu anderen, raum- und siedlungsstrukturell vergleichbaren Stadt- und Landkreisen. Die ÖPNV-Güteklassen stellen z.B. für die Nahverkehrs- und Regionalplanung, aber auch private und kommerzielle Akteure einen integrierten Indikator zur Bewertung der bestehenden ÖPNV-Anbindung von Lagen zur Verfügung. Sie stehen zur Anwendung in GIS-Systemen unter offener Lizenz zur Verfügung. 

Der ÖPNV-Report wurde durch Ramboll Management Consulting und infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH im Auftrag des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg erstellt.

ÖPNV Planung
Mobilitätskonzept Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg
13:35 - 14:05 Uhr Moselsaal Dené Schunck ÖPNV Planung
Finanzen
Zwischen Kostendruck und Mobilitätsgarantie: Finanzielle Herausforderungen der SPNV-Aufgabenträger
13:35 - 14:05 Uhr Tagungszentrum 3 Lars Kieni Finanzen

Der SPNV stemmt 95% der Personenverkehrsleistung in Deutschland und ist Garant für Mobilität und soziale Teilhabe. Dabei gerät er zunehmend unter finanziellen Druck. Der Vortrag „Zwischen Kostendruck und Mobilitätsgarantie: Finanzielle Herausforderungen der SPNV-Aufgabenträger“ zeigt, wie Aufgabenträger heute unter unsicheren Rahmenbedingungen agieren.

Im Mittelpunkt stehen die Regionalisierungsmittel als zentrales Finanzierungsinstrument des SPNV und das Trassenpreissystem, deren Entwicklung angesichts steigender Kosten und der aktuellen Haushaltslage in Bund und Ländern unklar ist. Gleichzeitig laufen wichtige Gesetze wie das RegG und das GVFG in absehbarer Zeit aus. Damit fehlt trotz ambitionierter Ziele der Politik bereits heute die notwendige Planungssicherheit für langfristige Infrastrukturprojekte, deren Planung und Bau oft ein Jahrzehnt oder mehr beanspruchen.

Der Vortrag beleuchtet die Konsequenzen für Aufgabenträger und zeigt konkrete Handlungsoptionen, um trotz wachsender Unsicherheiten Angebote zu sichern und weiterzuentwickeln.

13:45 Uhr
Kommunikation
Fahrgasterhebungen: Old School oder weiterhin up to date?
13:45 - 14:15 Uhr Tagungszentrum 2 Florian Bauer Kommunikation

Fahrgasterhebungen: Old School oder weiterhin up to date?

Mit der fortschreitenden Digitalisierung stellt sich die Frage, ob Fahrgasterhebungen – also Zählungen und Befragungen direkt im Fahrzeug – heute noch notwendig sind. Diese These kann meinerseits bejaht werden. Trotz des technologischen Wandels bleiben Fahrgasterhebungen unverzichtbar. Es gibt eine Vielzahl an Erhebungsarten: von klassischen Zählungen über Zufriedenheitsbefragungen bis hin zu speziellen Studien für verkehrliche Untersuchungen, zum Beispiel für Ausschreibungen oder die Einnahmeaufteilung. Befragungen zur Kundenzufriedenheit sind sogar in der DIN EN 13816 zur Sicherung der Servicequalität verankert und dienen als Grundlage für Bonus und Malusregelungen.

Der Vortrag zeigt auf, warum Fahrgasterhebungen weiterhin ein essenzielles Instrument zur Datenerhebung sind. Ein besonderer Fokus liegt auf der sorgfältigen Vorbereitung, der praktischen Durchführung sowie der Auswertung und Weiterverwendung der Daten. Zudem wird erläutert, wie die erhobenen Informationen wirkungsvoll in andere Themenfelder integriert werden können.

Die PB Consult verfügt über einen eigenen Geschäftsbereich, der sich auf Erhebungsprojekte spezialisiert hat. Seit 2025 führen wir für den SPNV Nord regelmäßige Kundenzufriedenheitsbefragungen in den SPNV Netzen durch.

14:05 Uhr
On-Demand-Verkehre
On-Demand-Verkehre zwischen Haushaltslage und Zukunftschance: Wirtschaftliche Gestaltung, Integration und Automatisierung im ÖPNV
14:05 - 14:35 Uhr Rheinsaal Ingrid Voglmeier On-Demand-Verkehre

On-Demand-Verkehre (ODM) sind in den vergangenen Jahren insbesondere im ländlichen Raum zu einer wichtigen Ergänzung des öffentlichen Verkehrs geworden. Sie schließen Angebotslücken, stärken die Erreichbarkeit und verbessern die intermodale Anbindung. Mit der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für bedarfsgesteuerte Verkehre gesetzt, mit denen Verkehrsunternehmen, Aufgabenträgern und Fahrgästen neue Möglichkeiten eröffnet wurden. Viele Kommunen und Aufgabenträger haben diese neuen Spielräume genutzt und eine Vielzahl innovativer Projekte aufgesetzt – häufig flankiert durch Förderprogramme auf Bundes und Landesebene. Diese Verkehrsangebote laufen nun vielerorts aus. Zahlreiche etablierte On Demand Angebote stehen dadurch vor der Herausforderung, kurzfristig tragfähige Anschlussfinanzierungen zu entwickeln, um die Einstellung oder Angebotskürzungen zu vermeiden.

Die Ausgangssituation ist damit geprägt von einem deutlichen Finanzierungsdruck: steigende Betriebskosten, geringe Kostendeckungsgrade im konventionellen ÖPNV, Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Deutschlandticket und die Frage, wie On Demand Verkehre langfristig wirtschaftlich und verkehrlich sinnvoll integriert werden können. Gleichzeitig besteht ein politischer und gesellschaftlicher Anspruch, bedarfsgerechte Mobilität zu erhalten – insbesondere in Zeiten, in denen Klimaschutz, Daseinsvorsorge und Flächenattraktivität große Rollen spielen.

Der Vortrag zeigt entlang aktueller Marktentwicklungen auf, wie sich Kostenstrukturen von On-Demand-Verkehren zusammensetzen und welche Faktoren die Wirtschaftlichkeit maßgeblich beeinflussen: von Fixkosten wie Fahrzeugen und Personal über variable Kostenstrukturen, die durch Poolingquoten und Buchungsmuster gesteuert werden können, sowie das Zusammenspiel aus planerischen und finanziellen Überlegungen. Dabei werden Erkenntnisse aus Projektbeispielen, Leitfäden sowie aktuelle Entwicklungen im Marktumfeld herangezogen. Anhand von Beispielen wird verdeutlicht, welche Wirkungen intelligente Disposition, Gebietsabgrenzung, Betriebszeiten und integrierte Tarifmodelle haben können und inwieweit durch Skalierung- und Übernahme von Best Practice-Ansätzen Verkehre optimiert werden können.

Im Kern werden die folgenden Handlungsfeldern für Aufgabenträger betrachtet, die durch das Auslaufen von Förderkulissen nun zwingend notwendig werden. Dazu gehören:

  • Die Integration von ODM in ÖDA oder Allgemeine Vorschriften,
  • Wirtschaftliche Tarifmodelle und Verbundintegration,
  • Datenbasierte Steuerung und Abrechnung,
  • Anpassungen im Linienangebot und Optimierungen innerhalb der ODM Systeme,
  • Sowie strategische Finanzierungsmodelle zur Verstetigung.

Darüber hinaus eröffnet der Vortrag einen Ausblick auf die Automatisierung als möglichen Gamechanger. Autonome On Demand Shuttles werden häufig als zentrale Zukunftsaussicht gesehen, um insbesondere den größten Kostenblock – das Fahrpersonal – langfristig zu reduzieren. Die Betrachtung greift auf, welche wesentlichen Fragen noch bestehen: Entwicklung der Beschaffungskosten, Anforderungen an Leitstellen, Energiekosten, Sicherheitsvorgaben und die optimale Mischung aus (autonomen) Linien- und Bedarfsverkehren. Insbesondere diese Mischung wirkt sich auf die Gesamtkostenstruktur aus, um abhängig von den individuellen räumlichen und verkehrlichen Bedingungen eine optimale finanzielle Ausgestaltung und Nachfrageorientierung zu gewährleisten, um ein nachhaltiges Mobilitätsangebot zu gewährleisten.

14:10 Uhr
Organisationsstrukturen neu erfinden
Ein Verbund im Wandel: Die Reorganisation des Verkehrsverbunds Südniedersachsen vom Unternehmens- zum Aufgabenträgerverbund
14:10 - 14:55 Uhr Tagungszentrum 5/6 Stephan Börger, Stephanie Gallinat-Mecke (...) Organisationsstrukturen neu erfinden

Ein Verbund im Wandel - Die Reorganisation des Verkehrsverbunds Südniedersachsen vom Unternehmens- zum Aufgabenträgerverbund

Die Stadt Göttingen und der Zweckverband Verkehrsverbund Süd Niedersachsen (ZVSN) – beides ÖPNV-Aufgabenträger nach dem NNVG - haben zum Jahreswechsel 2025/26 die Geschäftsanteile der bislang 14 beteiligten Verkehrsunternehmen am VSN übernommen und den historischen Unternehmensverbund (gegründet 1999 als Bus/Schiene-Gemeinschaftstarif) in einen modernen Aufgabenträgerverbund überführt. Ziel ist die strukturelle und operative Annäherung der Aufgabenträger, die Professionalisierung der Verbundgesellschaft und die Schaffung einer belastbaren Plattform, über die gemeinsame Projekte (z. B. aus dem Nahverkehrsplan) künftig gebündelt umgesetzt werden können.

Der Neustart des Verkehrsverbunds Süd Niedersachsen basiert auf der Erkenntnis, dass als direkte Folge der SPNV-Regionalisierung im Verbundraum die Verkehrsleistungen auch im ÖPNV vollständig gemeinwirtschaftlich bestellt werden und das Besteller-Ersteller-Prinzip konsequent umgesetzt wird.

In dieser Logik lag es nahe, operative Steuerung, Verantwortung und Finanzierung bei den Aufgabenträgern zu bündeln.

Neben der neuen gesellschaftsrechtlichen Beteiligung der beiden Aufgabenträger des straßengebundenen ÖPNV ist die Beteiligung der Schiene ein weiterer zentraler Baustein der Verbundorganisation.. Folgerichtig ist daher der SPNV Aufgabenträger, namentlich die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) aber auch der Nordhessische VerkehrsVerbund (NVV) als erlösverantwortlicher Aufgabenträger einbrechender ÖPNV-Linien Partner in der neuen Struktur. Sie sichern gemeinsam im VSN einen durchgehenden Bus /Bahn Tarif im Verbundraum .

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Weiterentwicklung der Verfahren für Tarifanpassungen im VSN-Tarif, um einen ausgewogenen Ausgleich zwischen Gemeinwohl und Unternehmerinteressen bzw. den Haushalten der ÖPNV-Aufgabenträger sicherzustellen und zugleich verlässliche, transparente Entscheidungswege zu schaffen.

Der Kauf und Reorganisationsprozess wurde – unterstützt durch externe Gutachter – innerhalb eines Jahres abgeschlossen und bildet die Grundlage für eine verlässliche und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Nahverkehrs in Südniedersachsen im Sinne der Regionalisierung.

Im Einzelnen möchten wir vorstellen:

1. Prozess: Wie der Übergang vom Unternehmensverbund zum Aufgabenträgerverbund innerhalb eines Jahres unter Einbindung aller Stakeholder aus Politik, Verwaltung und Verkehrsunternehmen erfolgen konnte.

2. Organisation: Wie die Zusammenarbeit innerhalb der neuen Organisation ausgestaltet wird und wie die Struktur zu effizienteren Prozessen sowie einem tragfähigen Ausgleich unterschiedlicher Interessen beiträgt.

3. Übertragbarkeit: Welche Erfahrungen im konkreten Prozess gewonnen wurden und wie diese Erkenntnisse auf künftige Verbund und Strukturprojekte anderer Aufgabenträger übertragen werden können.

14:20 Uhr
Kommunikation
„Nah dran am Pendler“ - „Was treibt der Verbund hier?“
14:20 - 14:50 Uhr Tagungszentrum 2 Ron Böhme, Robert Götze Kommunikation

Pendler bilden ein großes Potenzial für den ÖPNV. Doch wie sehen die Bedürfnisse der hinsichtlich eines guten ÖPNV aus. Dies ist für viele Verkehrsunternehmen nach wie vor eine Black-Box.

Der Vortrag beleuchtet das Thema aus unserer fast 10-jährigen Erfahrungen mit Pendlermobilität im ÖPNV im Großraum Leipzig/Halle:

  • Wie sind wir als Verbund das Thema angegangen
  • Was konnten wir erreichen
  • Welche Erkenntnisse und Ergebnisse hatten wir
  • Sind wir nun wirklich näher dran am Pendler
14:25 Uhr
Autonomes Fahren
Vergabeverfahren über Autonomes Fahren in der Fläche
14:25 - 14:55 Uhr Tagungszentrum 3 Ida Oswalt Autonomes Fahren

Der öffentliche Personennahverkehr steht insbesondere in ländlichen Räumen vor erheblichen Herausforderungen. Sinkende Bevölkerungsdichten, lange Wege, steigende Betriebskosten sowie ein zunehmender Fachkräftemangel – insbesondere beim Fahrpersonal – erschweren die Aufrechterhaltung eines wirtschaftlich tragfähigen und zugleich attraktiven Mobilitätsangebots. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an flexible, bedarfsgerechte und klimafreundliche Mobilitätslösungen. Vor diesem Hintergrund gewinnt das autonome Fahren zunehmend an Bedeutung.

Der Vortrag beleuchtet die vergabe- und genehmigungsrechtlichen Fragestellungen, die sich bei der Einführung autonomer Mobilitätsangebote im ÖPNV ergeben. Nach einer kurzen Einordnung der aktuellen Herausforderungen des ländlichen ÖPNV werden zunächst die rechtlichen Grundlagen des autonomen Fahrens dargestellt. Es wird aufgezeigt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit autonome Fahrzeuge überhaupt im öffentlichen Straßenraum eingesetzt werden können. Diese rechtlichen Vorgaben setzten den Rahmen für die Gestaltung des Vergabeverfahren.

Entsprechend widmet sich der Vortrag anschließend der praktischen Umsetzung im Vergabeverfahren aus Sicht öffentlicher Auftraggeber. Im Fokus steht die Frage, wie autonome Verkehrsangebote rechtssicher ausgeschrieben werden können. Dabei wird zunächst auf den konkreten Beschaffungsgegenstand eingegangen. Weiterhin geht es um die Auswahl des geeigneten Vergabeverfahrens. Zudem wird erläutert, wie Vergabeunterlagen (z.B. Leistungsbeschreibung, Eignungskriterien, und Vertragsgestaltung) zu gestalten sind, wenn Technologien beschafft werden, die sich noch in einem dynamischen Entwicklungsprozess befinden.

Abschließend erfolgt ein kurzer Ausblick auf das Fördermittelrecht. Dabei wird dargestellt, welche Förderprogramme des Bundes und der Länder derzeit für Pilotprojekte autonomer Verkehre zur Verfügung stehen. Es wird aufgezeigt, wie das Vergabeverfahren im Hinblick auf mögliche Fördermittel sinnvoll gestaltet werden kann.

Ziel des Vortrags ist es, öffentlichen Auftraggebern, Verkehrsunternehmen und kommunalen Entscheidungsträgern einen praxisnahen Überblick über die wesentlichen (vergabe-)rechtlichen Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Einführung autonomer Mobilitätsangebote zu geben.

14:30 Uhr
Verkehrsdaten
Wenn der Fahrplan kippt: Echtzeit-Recovery und Fahrgastinformation. Wie ist Künstliche Intelligenz einzusetzen?
14:30 - 15:00 Uhr Tagungszentrum 4 Gijs ter Horst Verkehrsdaten

In den heutigen dynamischen urbanen Umgebungen ist die Aufrechterhaltung eines zuverlässigen öffentlichen Verkehrs sowohl eine logistische Herausforderung als auch eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Unerwartete Störungen wie Unfälle, Baustellen, Wetterereignisse oder große öffentliche Veranstaltungen können die Effizienz von Linien, die Fahrgastzufriedenheit und die Gesamtleistung des Systems erheblich beeinträchtigen. Als Reaktion darauf müssen sich moderne Intelligent Transport Control Systems (ITCS) von rein reaktiven Systemen zu proaktiv adaptiven Lösungen weiterentwickeln. Die Zukunft liegt in intelligenten Echtzeit-Umleitungsfunktionen, die es Verkehrsunternehmen (Public Transport Operators, PTOs) ermöglichen, schnell und nahtlos zu reagieren – den Betrieb aufrechtzuerhalten, Fahrgäste zu informieren und Vertrauen zu bewahren.

Diese Präsentation beleuchtet das transformative Potenzial KI-gestützter Echtzeit-Recovery-Systeme im öffentlichen Verkehr. Wir skizzieren eine Vision, in der eine Störung eine automatisierte Kette intelligenter Maßnahmen auslöst: Erkennung, Analyse, Routenoptimierung, Fahrerinformation und Fahrgastkommunikation – alles innerhalb eines Zeitfensters von 15 Minuten. Indem Routing durch die Linse der Künstlichen Intelligenz neu gedacht wird, erschließen wir nicht nur operative Resilienz, sondern auch ein deutlich reibungsloseres Fahrgasterlebnis während Störungen.

Im Zentrum dieser Transformation steht ein Ökosystem vernetzter Technologien. Die Echtzeit-Erfassung von Daten aus Verkehrssensoren, GPS-Geräten und Incident-Reporting-Plattformen bildet die Grundlage. KI-Modelle – trainiert mit historischen Daten und aktuellen Netzbedingungen – bewerten in kürzester Zeit mehrere Umleitungs­szenarien. Dabei optimieren sie nach Kriterien wie den kürzesten Alternativrouten, minimalen Verspätungen und der Ausrichtung an betrieblichen Prioritäten (z. B. Spitzenzeiten oder barrierefreie Linien). Entscheidend ist, dass die KI auch operative Rahmenbedingungen wie Fahrzeugtypen, Dienstpläne der Fahrer und die Befahrbarkeit von Straßen berücksichtigt.

Sobald eine neue Route ausgewählt ist, muss das ITCS den Fahrplan umgehend aktualisieren und die Änderungen kommunizieren. Fahrer erhalten präzise, schrittweise Navigationsanweisungen über On-Board-Einheiten, was Klarheit und Sicherheit gewährleistet. Gleichzeitig werden aktualisierte Ankunftsprognosen und Routeninformationen an Fahrgastinformationssysteme ausgespielt – digitale Anzeigen, mobile Apps und Drittanbieter-Routenplaner. Dieses Maß an Synchronisation reduziert Verwirrung, erhöht die Transparenz und erhält das Vertrauen der Kundinnen und Kunden selbst in Veränderungssituationen.

Darüber hinaus zeigt die Präsentation, wie KI nicht nur die Automatisierung, sondern auch die Entscheidungsfindung verbessert. Machine-Learning-Algorithmen können Muster in Störungen erkennen und dadurch prädiktive Erkenntnisse liefern. So kann das System beispielsweise Strecken, die bei Regen regelmäßig zu Verzögerungen führen, auf Basis von Wettervorhersagen proaktiv vermeiden. Ergänzend dazu kann Reinforcement Learning die Richtlinien zur Routenauswahl kontinuierlich verbessern und so Genauigkeit und Reaktionsfähigkeit im Zeitverlauf steigern.

Neben der technischen Machbarkeit werden auch zentrale Herausforderungen adressiert: die Integration in bestehende Altsysteme, Datenqualität und -latenz, der ethische Einsatz prädiktiver Modelle sowie die Aufrechterhaltung des Vertrauens von Fahrern und Fahrgästen. Anhand von Fallstudien und Architekturübersichten zeigen wir, wie ein modularer, serviceorientierter ITCS-Ansatz diese fortschrittlichen Fähigkeiten schrittweise unterstützen kann – sodass Verkehrsunternehmen sich weiterentwickeln können, ohne komplette Systemerneuerungen vornehmen zu müssen.

Letztlich ist „Routing Reimagined“ nicht nur ein technisches Upgrade, sondern ein Paradigmenwechsel. Es stellt Resilienz, Reaktionsfähigkeit und fahrgastzentriertes Design in den Mittelpunkt des Managements öffentlicher Verkehrssysteme. Durch den Einsatz von KI und Automatisierung können Verkehrsunternehmen die Wiederherstellung von Routen von einem manuellen Engpass in einen nahtlosen Prozess verwandeln – und sicherstellen, dass Fahrgäste nicht zurückbleiben, wenn das Unerwartete eintritt.

30 Jahre Regionalisierung
Workshop: Es ist immer der andere schuld. Das schwarze Peter Spiel der Bahnbranche. Ärmel hochkrempeln - wie wieder der Bahnverkehr funktionieren kann.
14:30 - 15:15 Uhr Großer Saal Dr. Felix Berschin, Dr.-Ing. Werner Weigand 30 Jahre Regionalisierung

Zunächst sollen in einer kurzen Präsentation die Verspätungs-/Ausfallursachen - auch in ihrem Zeitverlauf - aufbereitet dargestellt werden. 

Weiterhin werden etwaige Ergebnisse der Task Force „zuverläsisge Bahn" (bei der Dr. Felix Berschin in der Fokusgruppe Knoten mitarbeitet) referiert. Anschließend soll aus dem Publikum per Mentimeter ein Stimmungsbild zu Ursachen, Vermeidbarkeit und Abhilfewahrscheinlichkeit entstehen, welches je nach Teilnehmendenzahl in Kleingruppen diskutiert werden soll. 

Ziel ist es 5-10 am schnellsten wirksamen Maßnahmen für eine zuverlässige Bahn zu entwickeln und zu reflektieren, was man persönlich dazu beitragen kann.

14:35 Uhr
Ländlicher Raum
Warum der Wohnort den Unterschied macht: Mobilitätsarmut ist auch eine regionale Frage
14:35 - 15:05 Uhr Moselsaal Dr. Philine Gaffron Ländlicher Raum

Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für soziale Teilhabe. Wer aufgrund von Mobilitätseinschränkungen in der sozialen Teilhabe eingeschränkt ist, kann als mobilitätsarm bezeichnet werden. Mobilitätsarmut findet in Deutschland jedoch noch immer wenig politische Aufmerksamkeit und da, wo sie in den Fokus rückt, greift die Debatte oft zu kurz. Angesichts des Anstiegs der Energie- und Lebenshaltungskosten in den vergangenen Monaten wurde zuletzt zwar mehr über die Bezahlbarkeit von Mobilität diskutiert. Dabei ging es allerdings in der Hauptsache um steigende Treibstoffkosten und die Auswirkungen auf Menschen, die ein Auto nutzen. Dieser Aspekt ist auch genau dann eine soziale Frage, wenn Haushalte auf die Nutzung eines Pkw angewiesen sind und gleichzeitig aufgrund von geringem Einkommen bei der Organisation ihrer Mobilität an finanzielle Grenzen stoßen. Vor dieser Herausforderung standen viele Menschen aber bereits ohne die aktuellen Anstiege der Energiekosten. Zudem sind es nicht nur finanzielle Engpässe, die zu Mobilitätsarmut führen können. Viele Menschen können aus gesundheitlichen oder Altersgründen kein Auto fahren, andere haben keine alltagstauglichen öffentlichen Verkehrsangebote in der Nähe, wieder andere sind auf barrierefreie Ein- und Umstiege angewiesen oder müssen komplexe und zeitaufwändige Wegeketten bewältigen, und haben dann weniger Zeit für Erholung oder soziale Aktivitäten zur Verfügung. Besonders in Regionen, in denen Orte der sozialen und gesundheitlichen Versorgung, des Einkaufs, der Bildung, Erholung und Kultur ohne eigenen Pkw nicht gut erreichbar sind, sind neben ärmeren Menschen insbesondere junge und ältere sowie Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrer sozialen Teilhabe eingeschränkt. Besonders häufig ist das in ländlichen Regionen mit niedriger ÖPNV-Erschließungs- und Angebotsqualität der Fall. Im geplanten Beitrag sollen die verschiedenen Aspekte von Mobilitätsarmut zunächst näher beleuchtet werden. Dafür werden auch die Ergebnisse unserer deutschlandweiten Studie zur Vulnerabilität gegenüber steigenden Kraftstoffpreisen vorgestellt. Sie setzen sich zusammen aus einer kombinierten Betrachtung von Pkw-Verfügbarkeit, Haushaltseinkommen und der Fahrtenhäufigkeit im ÖV (Betrachtungsebene: Landkreise und Kreisfreie Städte – NUTS 3). Da ein flächendeckendes, alltagstaugliches und für alle Menschen erschwingliches ÖPNV-Angebot sowohl im Sinne der sozialen Gerechtigkeit, als auch für die Stärkung des Demokratievertrauens und nicht zuletzt einen erfolgreichen Klimaschutz unverzichtbar ist, soll im zweiten Teil des Vortrags das Konzept der Mobilitätsgarantie als Lösungsansatz näher beleuchtet werden. Zuletzt wird der Blick auf die Potenziale des autonomen ÖV gerichtet, denn gerade in ländlichen Räumen, in Randlagen und zu schwach nachgefragten Zeiten können fahrerlose On-Demand-Systeme auf der Straße Linienangebote ergänzen und Teil einer echten Mobilitätsgarantie werden. Wie und wo werden in Deutschland dazu Erfahrungen gesammelt und wie sollten die nächsten Schritte hin zu einer weiträumigen Einführung solcher Angebote aussehen? Der geplante Vortrag basiert auf Studien von Agora Verkehrswende. Eine Diskussion der angesprochenen Themen mit den Teilnehmenden der Veranstaltung wäre sehr willkommen. 

15:00 Uhr
Autonomes Fahren
Autonomes Fahren – Gut oder schlecht für unser Mobilitätssystem? Was ist zu tun?
15:00 - 15:30 Uhr Tagungszentrum 3 Thomas Drewes Autonomes Fahren

Die neue Studie „Autonomes Fahren – Schlüssel zur Mobilität von Morgen“ zeigt sehr klar: 

Autonome On-Demand-Shuttles entfalten ihre größte Wirkung, wenn sie tariflich, vertrieblich und verkehrlich mit dem ÖPNV integriert werden und das Mobilitätssystem aus Zug, Linienbus und On-Demand-Shuttle neu konzipiert wird. Dann funktionieren letztere als Zubringer und Ergänzung zum Liniennetz, nicht als Parallelangebot. Das Daseinsvorsorgeszenario 2045 zeigt ein Zielbild bei dem das ÖPNV-Angebot genauso attraktiv, wie das private Auto ist und dazu auch noch günstiger. Allerdings kommt diese Zukunft nicht von allein. Wir müssen heute die richtigen Weichen stellen.

Organisationsstrukturen neu erfinden
Der neue Landesnahverkehrsplan Rheinland-Pfalz
15:00 - 15:30 Uhr Tagungszentrum 5/6 Mathias Paul Organisationsstrukturen neu erfinden
Wettbewerb
Diskussion: Rekommunalisierung versus Wettbewerb
15:00 - 16:00 Uhr Rheinsaal Werner André, Christian M. Gladasch (...) Wettbewerb

Gerade die kommunalen Verkehrsbetriebe galten in den 90'er Jahren als sprichwörtliche Bremser für eine innovative ÖPNV-Entwicklung. Verkrustete Strukturen wurden ihnen ebenso vorgeworfen wie zu hohe Produktionskosten. Daher übernahmen in vielen Bereichen privatwirtschaftliche Unternehmen das Lenkrad. Aber auch hier kam es zu unerwünschten Nebeneffekten. Daher soll 30 Jahre nach Beginn der Regionalisierung die Frage gestellt werden, ob kommunale Verkehrsbetriebe nicht ebenso in der Lage sind, erfolgreich und kostengünstig ÖPNV anzubieten, ggf. sogar mit weniger „Nebenwirkungen" im Vergleich zum privaten Sektor. Vertreter beider Seiten treffen hier im konstruktiven Dialog aufeinander und stellen sich dem Vergleich. 

Moderation: Britta Salzmann (DB Regio)

Diskussion: Rekommunalisierung versus Wettbewerb, mit:

  • Werner André | Gebr. André GmbH - Busunternehmen
  • Christian M. Gladasch | Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen e. V. (NWO)
  • Uwe Hiltmann | KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH
  • Dr. Gerrit Landsberg | KCW GmbH
Geführter Messerundgang
Geführter Messerundgang
15:00 - 15:30 Uhr Registratur Geführter Messerundgang

Auf unserer Fachmesse gibt es zahlreiche Neuheiten, spannende Einblicke und interessante Informationen zu entdecken! 

Unsere vielseitigen Aussteller freuen sich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und ihre Angebote vorzustellen.

Der geführte Messerundgang verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick und zeigt eindrucksvoll die Vielfalt der Nahverkehrsbranche.

  • Dauer: Jeweils eine halbe Stunde 
  • Treffpunkt: An der Registratur
  • Anmeldung: Nicht notwendig
15:05 Uhr
Verkehrsdaten
Mehr als nur Fahrgastzahlen: Datenanalysen von AFZS-Rohdaten
15:05 - 15:35 Uhr Tagungszentrum 4 Christian Wühl, Lukas Ries Verkehrsdaten

Beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar werden seit 2017 Daten aus automatisierter Fahrgastzählsysteme (AFZS-Daten) erhoben und verarbeitet.

Die qualitätsgesicherten Daten werden für Berichtszwecke und die Optimierung der Angebotsplanung verwendet. Aufgabenträger erhalten neben standardisierten Reports inzwischen auch Zugang zu interaktiven Dashboards für individuelle Auswertungen.

Die Auswertung von Daten automatisierter Fahrgastzählsysteme (AFZS-Daten) ermöglicht neben der Analyse von Fahrgastzahlen auch Aussagen zum Fahrtverlauf. Hierzu werden die AFZS-Rohdaten historisiert und in der Big Data Umgebung des VRN raumzeitlich in Datenbanken und Geographischen Informationssystemen analysiert.

Der Beitrag stellt interaktive Dashboards vor und will darüber hinaus das Potenzial der Auswertung von AFZS-Rohdaten für die Qualitätssicherung eigener Fahrplandaten und der erbrachten Fahrleistungen der Verkehrsunternehmen verdeutlichen. Abschließend sollen Aspekte der Daten-Governance und Datenschutzaspekte von Fahrzeugdaten diskutiert werden.

15:10 Uhr
Ländlicher Raum
10 Jahre ÖPNV-Konzept im Norden von Rheinland-Pfalz: Fallbeispiele Westerwaldkreis und Region Trier
15:10 - 15:40 Uhr Moselsaal Dennis Klees Ländlicher Raum

2015 legte der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz, dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM), dem Verkehrsverbund Region Trier (VRT) und weiteren Partnern mit einem ÖPNV-Konzept den Grundstein für ein ganzheitliches und zukunftsorientiertes Nahverkehrssystem im Norden des Landes.
Das Konzept hat, mit Beginn vor zehn Jahren, den ÖPNV im Norden von Rheinland-Pfalz auf ein neues Niveau gehoben, indem es den gesamten Linienbusverkehr grundlegend neu aufstellte. Das Ziel des Konzepts ist es, lokale und regionale Busverkehre eng mit dem Schienennetz zu verknüpfen, Schülerverkehre zu integrieren und die Verkehrsangebote schrittweise zu bündeln und zu modernisieren. Entstanden ist ein regionales Hauptliniennetz, das auch über Landesgrenzen hinausgeht. Ergänzt werden die regionalen Verbindungen um ein großflächiges Radbusnetz. Das regionale Netz gehört im bundesweiten Vergleich zu den Spitzenreitern. Durch die Einführung zahlreicher neuer Haltestellen konnte die Erreichbarkeit der Buslinien in den Städten und Dörfern deutlich verbessert werden. Alle nord-rheinland-pfälzischen Regionen sind nun mit umsteigefreien Direktverbindungen an die Oberzentren Koblenz bzw. Trier sowie ihre Bahnhöfe angeschlossen. 
Finanziert werden die regionalen Hauptlinien, früher auch gerne RegioLinien genannt, zu 100 % durch das Land RLP, im Norden RLPs über den Haushalt des SPNV-Nord. Die lokalen Linien werden im Norden vollständig durch die lokalen Aufgabenträger, also die Landkreise, finanziert.
Was als Vision begann – ein integriertes Bus-Schienen-Netz mit klarer Struktur, wirtschaftlicher Grundlage und grenzüberschreitender Perspektive – ist in den Jahren 2015 bis 2024 schrittweise Realität geworden.

15:20 Uhr
30 Jahre Regionalisierung
Workshop: Die Regionalisierung als Vorbild: vom Öffentlichen Verkehr zur Öffentlichen Mobilität?
15:20 - 16:05 Uhr Großer Saal Prof. Dr.-Ing. Volker Blees, Frieder Zappe 30 Jahre Regionalisierung

Die Regionalisierung des ÖPNV hat zwei wesentliche Fortschritte gebracht: Durch klare Aufgaben- und Verantwortungszuweisungen entstand ein vernetztes, systematisches und fahrgastfreundlicheres Angebot. Zugleich senkten Verbünde und Tarifgemeinschaften die Zugangsschwelle erheblich. Vertaktete Verkehre mit abgestimmten Anschlüssen sowie einheitliche, verkehrsmittelunabhängige Tarife gehören heute zum Alltag.

Seit etwa 15 Jahren ergänzen in vielen Städten Sharing-Angebote wie Carsharing, Bikesharing und E-Tretroller den klassischen ÖPNV. Sie stärken ihn oft und erweitern den Umweltverbund: Bikes und E-Tretroller vergrößern den Einzugsbereich von Stationen, Carsharing hilft, ohne eigenes Auto auszukommen, wenn der ÖPNV nicht ausreicht.

Trotzdem sind Sharing-Angebote organisatorisch und tariflich oft noch stark zersplittert. Angebot und Umfang folgen häufig den wirtschaftlichen Interessen der Anbieter statt gesamtverkehrlichen oder städtischen Zielen. Diese Situation weckt den Wunsch, die Errungenschaften der Regionalisierung auch auf andere Mobilitätsangebote zu übertragen und so von Öffentlichem Verkehr zu Öffentlicher Mobilität überzugehen.

Der Workshop fragt, welche Ansätze dafür bereits in der Praxis existieren und wie eine Road Map zur breiten Etablierung Öffentlicher Mobilität aussehen könnte. Auf Grundlage eines kurzen Impulses erarbeiten die Teilnehmenden gemeinsam mögliche Migrationspfade.

15:35 Uhr
Organisationsstrukturen neu erfinden
Eine Strukturreform zur Neuorganisation des SPNV in NRW - Aufgaben - Prozess - Gestaltung
15:35 - 16:05 Uhr Tagungszentrum 5/6 Michael Walther Organisationsstrukturen neu erfinden

Eine Neuorganisation von Strukturen bedeutet, die Interessen von Politik, Kommunalen Spitzenverbänden, den bestehenden Zweckverbänden und der Landesregierung zu hören und tragbare Kompromisse zu erarbeiten. Das wurde für die SPNV-Strukturreform in einem Dialogprozess gestaltet. Die Verankerung von Struktur und Aufgaben wurde über eine Änderung des ÖPNVG NRW im Mai 2026 erwirkt. Zum 1. Januar 2027 nimmt die neue Anstalt ihre Arbeit auf und bündelt künftig alle Aufgaben des Schienenpersonennahverkehrs in Nordrhein-Westfalen.

Autonomes Fahren
Von KIRA zum Regelbetrieb: autonomes Fahren im RMV - DB Fahrzeug kommt
15:35 - 16:05 Uhr Tagungszentrum 3 Thorsten Möginger Autonomes Fahren
15:40 Uhr
Verkehrsdaten
Echtzeit-Prognosemeldungen: Vertrauen ist gut, Analyse ist besser
15:40 - 16:10 Uhr Tagungszentrum 4 Dr. Christine Langhanns, Dr. Kolja Thormann Verkehrsdaten

Zuverlässige Echtzeitinformationen sind ein zentraler Faktor für die Attraktivität des ÖPNV. Das gilt besonders in Situationen, in denen Verspätungen, Störungen oder Betriebsunterbrechungen auftreten. Trotz fortschreitender Standardisierung, etwa durch die VDV 454, zeigt die Erfahrung:

  • Nicht alle Echtzeit-Prognosen sind genau genug oder gar korrekt,
  • Aktualisierungen erfolgen zum Teil verzögert oder bleiben ganz aus,
  • Technische Ursachen werden nicht immer systematisch erkannt.

Gerade für Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger stellt sich daher die Frage, wie vorhandene Daten intelligenter genutzt werden können, um die Qualität im Betriebsalltag sichtbar und messbar zu verbessern.

Die rms GmbH arbeitet hierzu an datenbasierten, KI-gestützten Ansätzen, die Prognosemeldungen automatisiert bewerten, Unstimmigkeiten frühzeitig identifizieren und daraus Handlungsempfehlungen ableiten. Aufbauend auf historischen und aktuellen Halteereignissen, Fahrplandaten und Prognosemeldungen lassen sich Muster erkennen, die technische Störungen, Fehlbedienungen oder externe Einflüsse (z. B. Verkehrslage) als Ursache haben. Erste Umsetzungen im Rahmen des Förderprojekts des Bundes AIAMO (Artificial Intelligence And Mobility) in der Pilotregion Leipzig zeigen, dass maschinelle Lernverfahren Prognosen auf Plausibilität prüfen können und somit eine datengetriebene Qualitätssicherung ermöglichen.

Ein KI-Modell (XGB‑Classifier) wurde beispielhaft darauf trainiert, die Genauigkeit von Prognosemeldungen zu klassifizieren. Bereits jetzt werden über drei Testmonate hinweg Klassifikationsgenauigkeiten von über 70% erzielt. Weitere Ausbaustufen prüfen u. a. die Integration externer Einflussgrößen wie motorisiertem Individualverkehr. Ziel ist ein niedrigschwelliger, praxisnaher Ansatz, der Verkehrsunternehmen unmittelbar unterstützt – ganz ohne kostspielige neue Fahrzeug- oder Bordrechnerschnittstellen.

In unserem Beitrag möchten wir zeigen, wie datenanalytische Methoden entlang der gesamten ÖPNV‑Wertschöpfungskette eingesetzt werden können: Von der Qualitätsmessung über Prognosevalidierung bis hin zu KI-Modellen, die Anomalien der Kundenkommunikation frühzeitig sichtbar machen. Zudem möchten wir gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutieren, welche datenbasierten Lösungen künftig notwendig sind, um den ÖPNV verlässlich, attraktiv und an den Nutzenden orientiert weiterzuentwickeln.

Personalfindung
„Ausbildung to stay“ – Wie aus Bewerbern gute Lokführer werden
15:40 - 16:10 Uhr Tagungszentrum 2 Ronald Schmidt, Marion Abend Personalfindung

Bewerber bringen Erwartungen, Anforderungen und persönliche Vorstellungen mit. 
Wie lässt sich ein guter Ausbildungsverlauf beeinflussen? 

  • Was können Bewerber, Unternehmen und Bildungsstätten dazu beitragen?
  • Wie muss die Ausbildung für Lokführer gestaltet werden, sodass sie nicht nur fachlich besteht, sondern der Beruf langfristig, gerne, sicher und gesund ausgeübt werden kann? 
  • Was brauchen die Teilnehmenden, um Lerninhalte und Anforderungen, die weit über Technik und Regelwerk hinausgehen, zu erlernen? 
  • Wie lässt sich Verantwortungsbewusstsein trainieren?

Wir stellen unser Ausbildungskonzept vor, welches fachliche und mentale Stärke verbindet und laden dazu ein, Ausbildung weiterzudenken – nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als einen nachhaltigen Entwicklungsprozess.
 

15:45 Uhr
Ländlicher Raum
Kreisübergreifende Expressbusverbindungen in Bayern: Governance-Ansätze im Spannungsverhältnis zwischen Daseinsvorsorge und knappen öffentlichen Finanzen
15:45 - 16:15 Uhr Moselsaal Prof. Dr. Andreas Kagermeier Ländlicher Raum

Das SPNV-Netz weist im ländlichen Raum teilweise große Netzlücken auf, so dass – trotz Reaktivierungsansätzen – weite Gebiete ohne SPNV-Anbindung bleiben. Zur Schaffung von Ersatzangeboten für Relationen abseits der SPNV-Achsen werden in Deutschland in den letzten Jahren in verschiedenen Bundesländern kreisgrenzen-überschreitende Angebote von Expressbusverbindungen geschaffen. Diese Angebote werden unter unterschiedlichen Markennamen, als PlusBus (mehrere Bundesländer), RegioBus (Baden-Württemberg), Regionale Hauptlinien (Rheinland-Pfalz) oder in Bayern und Niedersachsen als landesbedeutsame Buslinien bezeichnet.

Dabei steht auch die Weiterentwicklung von ÖPNV-Angeboten abseits der SPNV-Achsen im ländlichen Raum aktuell vor erheblichen Finanzierungsherausforderungen. Vor dem Hintergrund, dass selbst die Aufrechterhaltung des Status-Quo für die Aufgabenträger nur schwer kommunalpolitisch durchsetzbar und finanziell darstellbar ist, stellt sich die Frage nach der politischen Governance auf Landes- und Bundesebene mit Vehemenz. Dies betrifft die „Freiwilligkeit“ des ÖPNV-Angebots als Teil der Daseinsvorsorge genauso wie die Zuständigkeit der unterschiedlichen Ebenen und die Vorgabe von Qualitätskriterien sowie die Suche nach zusätzlichen Finanzierungsquellen.

Am Beispiel von Bayern werden die zentralen Herausforderungen insbesondere mit einem Fokus auf mögliche Governance-Ansätze analysiert. Das 2018 vorgestellte ursprüngliche Konzept von landesbedeutsamen Buslinien in Bayern wurde in der ÖPNV-Strategie 2030 nochmals deutlich aufgewertet. Im Vergleich hierzu wirkt die konkrete Umsetzung bis 2025 eher zögerlich und weit hinter den Ankündigungen zurück bleibend.

Der aktuelle Stand in Bayern wird auch in den Kontext der Herangehensweisen in anderen Bundesländern eingebettet, um Implikationen für eine Redynamisierung des Ansatzes in Bayern zu formulieren.

16:10 Uhr
Fahrzeuge
Das Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz im ÖPNV in Rheinland-Pfalz
16:10 - 16:40 Uhr Rheinsaal Marc Lorscheider Fahrzeuge
Autonomes Fahren
Flex Projekt autonomes Fahren
16:10 - 16:40 Uhr Tagungszentrum 3 Daniel Wübbold, Stephan Diekmann Autonomes Fahren

In der Präsentation geht es um das Interreg-Projekt FLEX, an dem der Landkreis Vechta als Projektpartner beteiligt ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Automatisierung und digitale Technologien den ÖPNV verbessern können. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Betriebshof Schomaker im Landkreis Vechta, der als Pilotstandort dient. Dort werden unter anderem ein Digital Twin, automatisierte Betriebshofprozesse sowie die Akzeptanz neuer Technologien untersucht. Außerdem werden die Projektstruktur, die beteiligten Partner, die Finanzierung sowie der aktuelle Projektstand und die nächsten Schritte erläutert. 

Ziel der Präsentation ist es zu zeigen, wie automatisierte Mobilität künftig sicher, wirtschaftlich und vor allem praxisnah in den öffentlichen Nahverkehr integriert werden kann und welche Rolle der Landkreis Vechta dabei einnimmt. 

16:15 Uhr
Gegenseitigkeit im Schadensfall
Diskussion: Risiken in Betrieb ÖPNV / SPNV richtig versichern – Anforderungen der Branche, Finanzierer und Versicherer
16:15 - 17:15 Uhr Tagungszentrum 5/6 Bernd Lapp, Thorsten Müller (...) Gegenseitigkeit im Schadensfall

Der ÖPNV und SPNV stehen vor wachsenden Herausforderungen: Infrastrukturengpässe, Fachkräftemangel, steigende Qualitätsanforderungen und hohe Investitionsbedarfe erhöhen die Anforderungen an die Stabilität und Verlässlichkeit des Systems. Gleichzeitig verändern sich die Risikostrukturen entlang von Betrieb, Infrastruktur, Finanzierung und Regulierung.

Die Paneldiskussion geht der Frage nach, wie Risiken in einem zunehmend komplexen System künftig sinnvoll verteilt, gesteuert und abgesichert werden können. Im Mittelpunkt stehen dabei die Perspektiven von Aufgabenträgern, Verkehrsunternehmen, Finanzierern und Versicherern sowie die Frage, welche Anforderungen heute an eine belastbare Risikoabsicherung gestellt werden.

Anhand aktueller Entwicklungen und praktischer Erfahrungen diskutieren die Teilnehmer, wo klassische Ansätze der Risikoverteilung an Grenzen stoßen, welche Bedeutung Großschadenfähigkeit und Risikotragfähigkeit gewinnen und wie sich die Anforderungen an die Absicherung von ÖPNV- und SPNV-Systemen verändern.

Moderation der Paneldiskussion: Manuel Bosch (DVV Media Group)

Verkehrsdaten
Einsatz von Mobilfunkdaten in der Nahverkehrsplanung - Modeerscheinung oder reelle Chance?
16:15 - 16:45 Uhr Tagungszentrum 4 Stephan Leo Kroll Verkehrsdaten

Mobilfunkbasierte Bewegungsdaten erlauben eine räumlich fein aufgelöste, zeitlich aktuelle und statistisch belastbare Betrachtung von Verkehrsbewegungen unter Einbeziehung der genutzten Verkehrsmittel. Anhand der Fortschreibung des Nahverkehrsplans (NVP) im Rhein-Erft-Kreis (Nordrhein-Westfalen) hat nbsw nahverkehrsberatung gezeigt, wie diese Datengrundlage in aktuellen Planungsprojekten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) Anwendung findet. Innerhalb des Projektes erfolgte sowohl die Analyse von Quelle-Ziel-Verflechtungen, eine Abschätzung des Modal Split sowie die Gegenüberstellung der Reisezeiten von motorisiertem Individualverkehr (MIV) und (ÖPNV) anhand von mobilfunkbasierten Daten. Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen unter anderem, dass der Marktanteil des ÖPNV in hohem Maße von seiner Reisezeit im Verhältnis zum Pkw abhängt. Daher konnte das Planungsbüro in der Maßnahmengestaltung u.a. einen Fokus auf Linienstraffungen und umsteigearme ÖPNV-Verbindungen legen.

Gegenüber Daten, die klassischerweise in der konzeptionellen ÖPNV-Planung verwendet werden, eröffnen Mobilfunkdaten deutliche Mehrwerte für die Entwicklung und Priorisierung von Maßnahmenempfehlungen sowie für politische Entscheidungsfindungen. Hierzu einige Eckpunkte:

  • Verfügbarkeit theoretisch nahezu unbegrenzt, da fast vollständige Mobilfunkabdeckung in Deutschland und zur Planung relevante Bewegungsdaten werden durchgängig, automatisch und passiv (ohne aktive Nutzung des Gerätes) erfasst
  • Kleinräumige, repräsentative, kurzfristig verfügbare Daten
  • Gehalt der Information zu Art und Umfang von Verkehrsverflechtungen im Vergleich zu Pendlerstatistiken deutlich höher
  • Betrachtung von großen Datenmengen über alle Hauptverkehrsmittel (MIV, ÖPNV, Fuß, Rad) ermöglicht Vergleiche des Ist-Zustandes sowie Verkehrsprognosen hinsichtlich Verlagerungspotenzialen
  • Durch die Sekundärinformation über Verlagerungspotenziale zum Umweltverbund sind datenbasierte, genauere Prognosen zu voraussichtlichen CO2-Einsparungen möglich
  • Gutachterliche Empfehlungen erhalten stärkeren Rückhalt bzw. erfahren Akzeptanz in Verwaltung und Politik (sofern die Datengrundlage sowie deren Anwendung im Planungsprozess verständlich erläutert wurden)

Gleichzeitig sollen im Beitrag die Grenzen der Daten thematisiert werden, die es in Planungsprojekten im Vergleich zum Nutzen abzuwägen gilt:

  • Hohe Kosten für die Datennutzung, insbesondere relativ zum Auftragsvolumen
  • Abbildung des Kundenstammes eines spezifischen Netzbetreibers, sodass kein realer Querschnitt der Bevölkerung entsteht (hierzu sind synthetische Daten erforderlich) --> es entsteht ein Modellcharakter
  • Begrenzte Nachvollziehbarkeit der Datenverarbeitung und -aufbereitung durch Mobilfunkdatenanbieter aus Sicht der verkehrsplanenden Personen

Eine (fast) parallellaufende Geschichte – 30 Jahre Regionalisierung und ca. 35 Jahre digitales Mobilfunknetz in Deutschland. Mobilfunkdaten ermöglichen den Blick über den Tellerrand hinaus – verwaltungs- und aufgabenträgerübergreifende Nahverkehrsplanung wird erleichtert und ebnet den Weg für eine bessere ÖPNV-Netzwirkung.

Eisenbahnerfamilie
Eisenbahnerfamilie!
16:15 - 17:15 Uhr Großer Saal Dr.-Ing. Werner Weigand, Michael Frömming Eisenbahnerfamilie

Ein Insider der deutschen Eisenbahnen hat ein lesenswertes Buch veröffentlicht. 

Das Buch „Eisenbahnerfamilie“ schildert Aspekte der Geschichte der Deutschen Eisenbahnen über vier Generationen hinweg – vom Bahnwärter im Kaiserreich bis zum Manager der Deutschen Bahn AG. Anhand persönlicher Episoden der Familie beleuchtet es technische Entwicklungen, die Belastungen durch Kriege und politische Umbrüche sowie Veränderungen des Verkehrs und schließlich die Bahnreform und die derzeitige Krise der Deutschen Bahn. Werner Weigand – der Autor - bekleidete verschiedene Positionen, erst als Beamter des höheren Dienstes der Bundesbahn, dann als leitender Angestellter im Bau- und Betriebsdienst, im Personenverkehr und schließlich in der DB Netz AG. Der Autor wird in dem Workshop seine Motivation darlegen, die ihn zu der Veröffentlichung seines Werkes motiviert hat. Im Anschluss wird Michael Frömming, Abteilungsleiter Mobilität im rheinland-pfälzischen Innenministerium, mit Weigand vertiefend über berufliche Erfahrungen und Botschaften unter anderem zu den Themen Bahnreform, Regionalisierung, Rolle von Aufgabenträgern und den Perspektiven des Nah- und Fernverkehrs sprechen.

Personalfindung
Kein Budget für Mitarbeiterfindungs und Bindungsmittel? Wir geben Ihnen einen Impuls aus Ihrem Tarifvertrag
16:15 - 16:45 Uhr Tagungszentrum 2 Axel Gennert Personalfindung

Wir helfen bei der kaufmännischen Umsetzung von Langzeitarbeitskonten, oder Gesundheitsbudgets in Ihrem ÖPNV/SPNV-Betrieb.

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16:20 Uhr
Ländlicher Raum
SMILE24: Lessons learned und Blick nach vorn - wie wird Mobilität auf dem Land wie in der Stadt realisierbar?
16:20 - 16:50 Uhr Moselsaal Dr. Arne Beck Ländlicher Raum

SMILE24 hat als bundesweit umfangreichstes Modellprojekt für integrierte Mobilität im ländlichen Raum gezeigt, wie ein modernes, klimaneutrales und verlässlich verfügbares Mobilitätsangebot gestaltet sein muss, damit Menschen auch abseits urbaner Zentren auf das Auto verzichten können. Das Projektgebiet rund um die Schlei – einem 43 Kilometer langen Meeresarm zwischen Ostsee und Landesinnerem – bot ein deutschlandweit einmaliges multimodales Angebot, das rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr Mobilität gewährleistete und sich konsequent an den Bedürfnissen der Nutzer*innen orientiert.

Kern des Ansatzes ist die intelligente Verzahnung von emissionsfrei betriebenen Schnellbuslinien zwischen den regionalen Zentren Schleswig, Eckernförde und Kappeln mit einem stark ausgebauten On-Demand-Angebot, dem NAHSHUTTLE. Ergänzt wurde das System während der Projektphase durch Bike- und Carsharing-Angebote sowie barrierefreie Mobilitätsstationen, die den Umstieg zwischen den Verkehrsträgern erleichtern. Das Konzept folgt dem Grundsatz, jedes Verkehrsmittel gemäß seiner spezifischen Stärken einzusetzen: Der Linienbus übernimmt die schnelle, leistungsfähige Verbindung auf Hauptachsen, während der NAHSHUTTLE mit einem engmaschigen Netz aus mehreren tausend physischen und virtuellen Haltepunkten die Fläche im On-Demand Verkehr erschließt. 90 Prozent der Bevölkerung im Modellgebiet haben inzwischen maximal 250 Meter Fußweg zu einem Haltepunkt, in einer Region die ihrerseits auf zwei großen Halbinseln in der Ostsee liegt.

Besonders erfolgreich war der On-Demand-Verkehr, der rund um die Uhr verfügbar war und vollständig digital disponiert wird. Durch die algorithmusgestützte Bündelung von Fahrten konnten Wege verkürzt, Fahrzeuge besser ausgelastet und Reiseketten spürbar beschleunigt werden – ein entscheidender Komfortfaktor im ländlichen Raum. Erste Schritte mit künstlicher Intelligenz zeigen für den On-Demand Verkehr Verbesserungspotenziale auf, die im Projekt bereits umgesetzt wurden. Die Kombination aus Bus und NAHSHUTTLE ist vollständig in das Deutschlandticket sowie den Schleswig-Holstein-Tarif integriert, was die Nutzung zusätzlich erleichtert.

Die Auswirkungen auf die Nachfrage waren erheblich: Die Fahrgastzahlen stiegen um bis zu 60 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Kostendeckungsbeitrag durch mehr Verkehrsnachfrage, insbesondere bei Jobtickets und touristischen Angeboten. Weniger erfolgreich waren hingegen Bike- und Carsharing-Elemente, weshalb sie nach Projektende 2025 reduziert oder eingestellt wurden. Die übrigen Bestandteile werden in einer angepassten Form weitergeführt. Seit 2026 ersetzt zusätzlicher On-Demand-Verkehr einen Teil des bisherigen Busangebotes – ohne Mehrkosten, aber mit rund einem Drittel mehr angebotenen Fahrten.

Die Einführung eines Komfortzuschlags im südlichen Schlei-Gebiet sowie der Anpassung von Bedienzeiten ist eine Reaktion auf ökonomische und betriebliche Anforderungen. Erwartete Nachfrageeffekte werden beobachtet und fließen in das fortlaufende Betriebsdesign ein.

Die neu entstandenen Mobilitätsstationen entlang der Bundesstraßen im ländlichen Raum – ausgestattet mit Halteplätzen für Bus und NAHSHUTTLE, Bike+Ride-Anlagen, sowie Fahrgastinformationen – stärken die Attraktivität der Umstiege zusätzlich.

Die zentralen Lessons Learned zeigen: Menschen im ländlichen Raum steigen nicht auf einzelne Verkehrsmittel um, sondern auf funktionierende, attraktive Reiseketten. Entscheidend sind Zuverlässigkeit, flächendeckende Erreichbarkeit, digitale Einfachheit und echte Alternativen zum Auto. SMILE24 liefert damit einen skalierbaren Blueprint für erfolgreiche Verkehrswende in der Fläche – und zeigt, wie sich ÖPNV-Angebote intelligent weiterentwickeln lassen, um dauerhaft wirtschaftlich und zugleich nutzerorientiert zu funktionieren. Mehr Infos unter https://smile24.nah.sh/ sowie als 30 Sekunden Video unter https://www.youtube.com/watch?v=T9MHSTXUra0

16:45 Uhr
Autonomes Fahren
EU Horizon Leuchtturmprojekt ULTIMO
16:45 - 17:15 Uhr Tagungszentrum 3 Lars Abeler Autonomes Fahren

Seit September 2022 läuft das im Rahmen von Horizon Europe geförderte Projekt ULTIMO, mit dem Ziel, autonome Fahrzeuge schrittweise in bestehende ÖPNV-Flotten zu integrieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Mobilität der Zukunft zu leisten. Im Fokus stehen dabei drei internationale Testgebiete in Oslo, Genf und Herford, in denen unterschiedliche Einsatzszenarien unter realen Bedingungen erprobt werden.


Der Vortrag gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Pilotbetriebe und zieht ein erstes Fazit hinsichtlich Betrieb, Akzeptanz und technischer Umsetzung. Darüber hinaus werden ausgewählte Projektergebnisse vorgestellt – insbesondere zu Themen wie Integration in bestehende Verkehrssysteme, Leitstelle sowie Innenraumsysteme.

Fahrzeuge
Herausforderungen bei der Umgestaltung von Betriebshöfen für Batteriebusbetrieb
16:45 - 17:15 Uhr Rheinsaal Prof. Dr.-Ing. Thoralf Knote Fahrzeuge

Im Zuge der Diskussionen um die Dekarbonisierung von Linienbusflotten stehen häufig und zurecht die Fahrzeuge und insb. die Mehrkosten gegenüber z. B. Dieselbussen im Vordergrund. Mindestens ebenso herausfordernd sind der Umbau und die Ausrüstung von Betriebshöfen, insb. dann, wenn es sich um einen kleinteiligen ÖPNV mit vielen kleinen Akteuren handelt. Der Vortrag benennt die Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten.

16:50 Uhr
Verkehrsdaten
Mobilitätsdaten - Gut gedacht aber weit gekommen?
16:50 - 17:20 Uhr Tagungszentrum 4 Ricarda Bans Verkehrsdaten

Mit der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes 2021 wurden umfangreiche Pflichten zur Teilung von Mobilitätsdaten für Mobilitätsunternehmen und Vermittler eingeführt.

An diese Datenbereitstellungspflichten wurden große Hoffnungen genknüpft. Das gesetzgeberische Ziel der Bereitstellungpflichten von Daten war zum einen eine effektivere Kontrolle der Vorgaben des PBefG durch die öffentliche Hand und damit ein fairer Wettbewerb der Marktakteure. Darüber hinaus wurde die Erwartung geschürt, dass die verkehrsträgerübergreifende Nutzbarkeit von Mobilitätsdaten die Entwicklung datenbasierter, multimodaler Mobilitätsdienste vorantreiben würde.

Der aktuelle Stand der Gesetzlage (PBefG und MDV) wird erörtert und soll aufzeigen, welche Pflichten für die entsprechenden Adressaten gelten. Was bedeuten diese Pflichten und welchen Nutzen kann man aus den bereitgestellten Daten anderer Akteure ziehen?

Darüber hinaus zeigt sich bislang, dass aus den geteilten Daten noch keine Sprunginnovativen hervorgegangen sind. Welche Ansätze gibt es, um die bestehenden Herausforderungen und Vorbehalte der Branche zu lösen. Sind Anpassungen der Regelungen notwendig, um den gewünschten Nutzen zu erreichen oder bestehen auch falsche Vorbehalte der Branche? Auf welche Neuregelungen auf EU und nationaler Ebene müssen sich die Akteure einstellen?

Personalfindung
Problem Fachkräftemangel: Wie die VDV Academy&Training und das Land Rheinland-Pfalz strukturell und perspektivisch die Unternehmen bei der Gewinnung von Fachkräften unterstützen wollen
16:50 - 17:20 Uhr Tagungszentrum 2 Joachim Künzel Personalfindung
16:55 Uhr
Ländlicher Raum
ÖVer.KAnT: Kreisübergreifende Angebotsoffensive im ÖPNV
16:55 - 17:25 Uhr Moselsaal Markus Friebe, Eric Kruzycki Ländlicher Raum

Im Projekt ÖVer.KAnT (Kreisübergreifende Angebotsoffensive zum Ausbau und zur Schaffung eines metropolitanen Stadt-Land-Taktes) wurden zwischen Dezember 2021 und Dezember 2024 in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Pinneberg und Segeberg in zwei Teilprojekten neun Maßnahmen mit 40 Untermaßnahmen umgesetzt. Hierfür haben sich 2021 die benannten Kreise zusammengetan und einen gemeinsamen Förderantrag formuliert. Mit einem Budget von 23 Mio. EUR (17 Mio. davon vom Bund) konnten

  • Drei Schnellbusverbindungen zwischen zentralen Orten in diesen Kreisen und Hamburg initiiert werden 
  • Taktlücken durch die Schaffung von drei Nachtbuslinien geschlossen werden
  • Vier Ortsbusse (zum Teil On-Demand) gestartet bzw. ausgeweitet werden
  • Der Schnellbuszuschlag im Kreis Herzogtum Lauenburg abgeschafft werden
  • Vier Haltestellen mit angepassten Qualitätselementen, wie bspw. Kiosk, WLAN, Co-working-Bereich, beheiztem Wertebereich, Trinkbrunnen aufgebaut werden (sog. Plushaltestellen)
  • Drei B+R-Anlagen in die Verbundapp integriert werden zur Beauskunftung von Kapazitäten, Buchung von Stellplätzen und Bezahlung
  • Die fahrgastbezogene Anschlusssicherung im gesamten Projektgebiet vorbereitet werden, um Verzögerungen im Betriebsablauf zu minimieren und die Auskünfte zu Anschlüssen zu optimieren

Im Fokus aller Untermaßnahmen stand der Bedarf der (potentiell) Nutzenden. Hierfür fand eine umfangreiche Evaluation statt. Die Einführung der Maßnahmen wurde über die gesamte Projektlaufzeit stark medial begleitet. Neben Informationen in Print- und Onlinemedien wurden unter dem Claim „mehr hvv“ Plakate und Zeitungsartikel geschaltet. Die Plushaltestellen wurden mit großen Eröffnungsfeiern in den jeweiligen Kommunen unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung und politischer Prominenz eröffnet.

Alle diese Untermaßnahmen konnten nur durch den überregionalen Zusammenschluss der vier Kreise, die enge Zusammenarbeit mit den Kommunen und weiteren beteiligten Institutionen umgesetzt werden. Mit nur einer kleinen Ausnahme gingen alle Maßnahmen nach der Projektlaufzeit in die Verstetigung über. Teilmaßnahmen, die aufgrund ihrer Komplexität nicht umgesetzt wurden (Anschlusssicherung und P+R-Einbindung in die Verbundapp) werden aktuell durch weitere Förderungen oder eigenwirtschaftlich fortgeführt.

Das Projekt ÖVer.KAnT hat eindrücklich gezeigt, was möglich ist, wenn sich Gebietskörperschaften mit grenzüberschreitenden Mobilitätsangeboten zusammentun. Sofern der politische Wille vorhanden ist, kann das Mobilitätsangebot an den Bedürfnissen der Menschen und nicht an administrative Grenzen ausgerichtet sein.

17:00 Uhr
Geführter Messerundgang
Geführter Messerundgang
17:00 - 17:30 Uhr Registratur Geführter Messerundgang

Auf unserer Fachmesse gibt es zahlreiche Neuheiten, spannende Einblicke und interessante Informationen zu entdecken! 

Unsere vielseitigen Aussteller freuen sich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und ihre Angebote vorzustellen.

Der geführte Messerundgang verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick und zeigt eindrucksvoll die Vielfalt der Nahverkehrsbranche.

  • Dauer: Jeweils eine halbe Stunde 
  • Treffpunkt: An der Registratur
  • Anmeldung: Nicht notwendig
17:20 Uhr
Fahrzeuge
Entwicklung eines integrierten Energie- und Mobilitätssystems im ÖPNV durch Querverbund- Kompetenz unter dem Dach eines regionalen Stadtwerks
17:20 - 17:50 Uhr Rheinsaal Christian Rauen Fahrzeuge

Bis 2034 soll die gesamte Busflotte der SWT vollständig elektrisch betrieben werden.

  • Die Präsentation zeigt, wie ein regionales Stadtwerk die Elektrifizierung des ÖPNV nicht nur als Fahrzeugwechsel versteht, sondern als Aufbau eines integrierten Energie-, Lade- und Mobilitätssystems.
  • Im Mittelpunkt steht Trier mit dem schrittweisen Hochlauf der E-Bus-Flotte von rund 20 % bis Ende 2024 auf 100 % bis 2034 – verbunden mit dem Ausbau von Schnellladeinfrastruktur, intelligentem Lastmanagement, Eigenerzeugung aus Photovoltaik und stationären Batteriespeichern.
  • Der Kern des Ansatzes ist die Verknüpfung von Fahrplan-, Fahrzeug-, Netz- und Energiedaten, um Ladeprozesse netzschonend, wirtschaftlich und betriebssicher zu steuern. So lassen sich Spitzenlasten senken, Eigenverbrauch und Autarkie steigern und gleichzeitig die Betriebsbereitschaft der Flotte absichern.
  • Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die sektorübergreifende Steuerung unter dem Dach eines Stadtwerks einen praxisnahen Weg bietet, um die Verkehrswende im ÖPNV technisch robust, wirtschaftlich sinnvoll und auf weitere Standorte übertragbar umzusetzen.
Verkehrsunternehmen der Zukunft
„Verkehrsunternehmen der Zukunft“ – Vorstellung der Befragungsergebnisse
17:20 - 17:50 Uhr Tagungszentrum 5/6 Frank Hunsicker, Dr. Hendrik Koch (...) Verkehrsunternehmen der Zukunft

Die drei beteiligten Beratungsunternehmen mobilité/BSL, movation und dmo führten im März/April 2026 eine umfangreiche Online-Befragung unter den deutschen Verkehrsunternehmen, Aufgabenträgern und weiteren Institutionen durch. Ziel der Datenerhebung war es, ein Meinungsbild zur zukünftigen Mobilität aus Sicht des Verkehrssektors einzuholen und aus den Ergebnissen eine wissenschaftliche Studie zu erstellen.

Hintergrund ist eine ganze Reihe sich aktuell drastisch verändernder Rahmenbedingungen für die ÖV-Branche, die zu umfassendem und ganzheitlich orientiertem Handlungsbedarf führen. Beispielgebend zu nennen wären u.a. eine schwierige Finanzierungssituation bei gleichzeitiger Forderung nach erweiterten Mobilitätsangeboten und nach einer neuen Rolle als Mobilitätsdienstleister, der interne wie in Richtung Kunden orientierte Druck durch die Digitalisierung oder der Fach- und Arbeitskräftemangel. Bestärkt wird dieser Eindruck durch die Erfahrungen aus unseren Kundenprojekten. Technische Neuerungen durch emissionsfreie Antriebe sowie durch automatisierte Verkehrsangebote erhöhen den Transformationsdruck zusätzlich.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Hauptergebnisse der Befragung und ordnet sie kritisch ein. Zudem wird herausgearbeitet, wo aus unserer Perspektive die Einordung der veränderten Marktbedingungen durch die befragten Akteure nicht ganz kongruent mit den Erwartungen an die Rolle der Verkehrsunternehmen erscheint.

17:25 Uhr
Personalfindung
Fachkräfte sichern mit System: Mitarbeiterbindung, datenbasiertes Recruiting, Ausbildung in unserer Akademie und Arbeitnehmerüberlassung mit Arverio Drive
17:25 - 17:55 Uhr Tagungszentrum 2 Hans-Peter Frey, Alexander Kolke Personalfindung

Fachkräfte fallen nicht vom Himmel – sie entstehen durch ein durchdachtes System. Der Vortrag zeigt, wie Arverio den Fachkräftemangel im Schienenverkehr aktiv löst: mit starker Arbeitgebermarke, datengetriebenem Recruiting, eigener Akademie und flexiblen Personallösungen. Ein praxisnaher Einblick in Strategien, die messbar wirken – von der ersten Bewerbung bis zur langfristigen Mitarbeiterbindung.

17:30 Uhr
Bahnlatschen
Bahnlatschen
17:30 - 18:30 Uhr Großer Saal Michael Frömming, Stephan Börger Bahnlatschen

Faszination Trasse – der Weg zum Bahnlatschen

Stephan Börger und Michael Frömming - seit inzwischen rund 25 Jahren erst ehrenamtlich, dann in verschiedenen Funktionen in der Verkehrsbranche bzw. der Verkehrspolitik tätig - sind in ihrer Freizeit auf alten Bahntrassen unterwegs. Das Wandern – oder „Bahnlatschen“ – übt dabei immer wieder eine ganz besondere Faszination aus.

Während des „Bahnlatschens“ fotografieren sie verfallene Bahnhöfe, abgeräumte Schienen und die skurrilen Szenen, die die alten Schienenpfade noch immer beherbergen. Der Vortrag zeigt eindrucksvoll, wie sehr eine einst intakte Schieneninfrastruktur jenseits der großen Magistralen in den vergangenen Jahrzehnten verlorengegangen ist. Diese Bilder werden auf der Website bahnlatschen.de gesammelt und publiziert. 

Ursprünglich beschränkten sich die Touren auf Niedersachsen, doch mittlerweile erstrecken sie sich auch nach Sachsen-Anhalt und Polen. Ausflüge nach Polen verdeutlicht anschaulich, dass die Wiederbelebung von stillgelegten Bahnstrecken nicht nur technisch machbar, sondern auch in überschaubaren Zeiträumen umsetzbar ist.

Zukunftsdaten
Workshop: Daten nutzen, Zukunft gestalten – für einen leistungsfähigen ÖPNV
17:30 - 18:30 Uhr Moselsaal Mareike Mehlich, Dr. Christine Langhanns Zukunftsdaten

Die Anforderungen an einen leistungsfähigen ÖPNV sind heute vielfältig: Verlässlichkeit, Wirtschaftlichkeit, Fahrgastorientierung, Klimawirkung, Resilienz und Effizienz müssen erreicht und in Einklang gebracht werden. Gleichzeitig stehen Verkehrsunternehmen, Aufgabenträger und Verbünde vor der Herausforderung, immer komplexere Systeme zu steuern – bei wachsendem Kostendruck und steigenden Erwartungen von Politik und Öffentlichkeit. Der geplante Workshop setzt genau hier an.

In einer ersten interaktiven Arbeitsphase entwickeln die Teilnehmenden ein gemeinsames, strukturiertes Verständnis davon, was Leistungsfähigkeit im ÖPNV bedeuten kann. Strategische, betriebliche und fahrgastbezogene Dimensionen spielen dabei bedeutende Rollen. Ziel ist es, zentrale Stellhebel und wahrgenommene Leistungsdefizite sichtbar zu machen.

In der zweiten Phase des Workshops werden je nach Teilnehmendenzahl zwei bis vier Aspekte eines leistungsfähigen ÖPNV mit der Ressource der unterschiedlichen Daten, die im ÖPNV-Kontext vorliegen, übereingebracht. Wir wollen gemeinsam betrachten, wie Defizite in der Leistungsfähigkeit mittels Datenanalysen systematisch identifiziert und bestenfalls gezielte Verbesserungen bewirkt werden können. Die Diskussion kann Ansätze aus der klassischen Datenanalyse sowie Big-Data- und KI-Ansätze umfassen. Dabei liegt der Fokus nicht auf der Technologie um ihrer selbst willen, sondern auf der Frage, was es braucht, damit datenbasierte Methoden die Leistungsfähigkeit des ÖPNV stärken.

Der Workshop wird als aktives Arbeitsformat konzipiert. Die Teilnehmenden bringen ihre Perspektiven, Datenrealitäten und Herausforderungen ein und entwickeln gemeinsam Ansätze, wie vorhandene und potenzielle Datenquellen strategisch genutzt werden können. So entsteht ein Raum für Reflexion, Austausch und konkrete Impulse – mit dem Ziel, Perspektiven zu geben, die die Leistungsfähigkeit des ÖPNV steigern können.

17:55 Uhr
Fahrzeuge
E-Mobilität: Chance für den Mittelstand im ÖPNV?
17:55 - 18:25 Uhr Rheinsaal Bernhard Ehmann Fahrzeuge

Die Präsentation zeigt, dass E-Mobilität für mittelständische Verkehrsunternehmen im ÖPNV nicht nur eine technologische Herausforderung, sondern vor allem eine strategische Zukunftschance ist. Ausgangspunkt war die Vergabe von Verkehrsleistungen in Rheinland-Pfalz mit anspruchsvollen Vorgaben zu elektrischen Fahrleistungen, FahrzeugbeschaIung, Ladeinfrastruktur und engem Zeitplan. Drei mittelständische Unternehmen reagierten darauf mit der Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft und dem gezielten Aufbau von Know-how, um sich im Markt zu behaupten und ein neues, zukunftsfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Im Mittelpunkt des Projekts steht ein Investitionsvorhaben von rund 11,7 Mio. Euro, davon etwa 4,7 Mio. Euro gefördert. Die Umsetzung umfasste die BeschaIung von E-Bussen, den Aufbau einer depot- und streckenbezogenen Ladeinfrastruktur sowie die Einführung von Lade- und Flottenmanagementsystemen. Trotz administrativer Verzögerungen konnte das Projekt innerhalb eines überschaubaren Zeitraums realisiert werden. Besonders deutlich wird, dass E-Mobilität nur dann wirtschaftlich und betrieblich erfolgreich funktioniert, wenn Fahrzeuge, Infrastruktur, Energieversorgung und digitale Steuerung als integriertes Gesamtsystem gedacht und umgesetzt werden. Die bisherigen Ergebnisse unterstreichen die Praxistauglichkeit des Ansatzes: In Idar-Oberstein werden bereits 85,5 % der Betriebsleistung elektrisch erbracht, bei einem E-Anteil von 33 % an der Flotte. Gleichzeitig werden erhebliche ökologische EIekte erzielt, darunter die Einsparung von rund 1.560 Tonnen CO2 und 15 Tonnen NOx. Entscheidend für den erfolgreichen Betriebsstart waren nicht nur Technik und Förderung, sondern vor allem ein umfassender organisatorischer Wandel: Schulung der Fahrer, Anpassung der betrieblichen Abläufe,  systematisches Stellplatz- und Lademanagement sowie die konsequente Nutzung digitaler Daten für Planung, Leitstelle, Betrieb und Reporting. Die zentrale Botschaft der Präsentation lautet daher: Auch der Mittelstand kann E-Mobilität erfolgreich beherrschen – vorausgesetzt, er verbindet Investitionen in Fahrzeuge mit digitalisierten Prozessen, betrieblicher Lernfähigkeit und klarem strategischem Veränderungswillen.

19:00 Uhr
Abendveranstaltung
Sommerliches Netzwerktreffen auf „Maximilians Brauwiesen“ – präsentiert durch den Verkehrsverbund Rhein-Mosel
19:00 Uhr Maximilians Brauwiesen Abendveranstaltung

Die Abendveranstaltung des 16. Deutschen Nahverkehrstags am Mittwoch, den 24. Juni 2026 präsentiert durch den Verkehrsverbund Rhein-Mosel – führt Sie dieses Jahr ins UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal in die sommerliche Kulisse von „Maximilians Brauwiesen“. Kommen Sie mit uns nach Niederlahnstein und lassen Sie den Tag in entspannter Atmosphäre mit Rheinblick ausklingen. Der perfekte Rahmen für Ihr Netzwerk – selbstverständlich auch bei schlechtem Wetter.

Für die An- und Abreise zu den Maximilians Brauwiesen stehen Ihnen Busshuttles zur Verfügung.

Bitte beachten Sie: 
An der Abendveranstaltung können Sie nur nach zuvor erfolgter Buchung und gegen Vorlage eines gültigen Tickets teilnehmen. 

Programm und Ablauf

  • Ab 18:30 Uhr: Einlass und Sektempfang 
  • 19:15 Uhr: Offizielle Begrüßung durch Stephan Pauly | Geschäftsführer VRM 
  • 19:20 Uhr: Buffeteröffnung
  • 20:15 Uhr: Ende Einlass
  • 24:00 Uhr: Ende Abendveranstaltung 

Verpflegung

Es erwarten Sie ein umfangreiches Buffet und zahlreiche Live-Cooking-Stationen – vom Smoker und Grill über Wok-Gerichte bis hin zu frisch zubereiteten Beilagen. Abgerundet wird das kulinarische Angebot durch vielfältige Salate, Desserts wie Eis und Käsekuchen und kühle Getränke aus der Region. Alle Speisen und Getränke finden Sie in der Veranstaltungsapp in der Kategorie “Verpflegung”!

Busshuttles 

  • Die Hinfahrt ist ab 18:00 Uhr direkt von der Rhein-Mosel-Halle aus möglich oder ab 18:15 Uhr von den Hotels.
  • Die Busshuttles verkehren ab 21:00 Uhr im 15-Minuten-Takt von Maximilians Brauwiesen zurück zu den Hotels. 
  • Alle Details finden Sie in der App unter der Kategorie “Transport vor Ort”. 
Donnerstag, 25.06.2026
08:50 Uhr
Sicherheit
Diskussion: Angriff auf die Daseinsvorsorge: Schutz vor Gewalt im Bahnsystem als gemeinsame Daueraufgabe
08:50 - 11:10 Uhr Tagungszentrum 5/6 Christian Deckert, Hannah Huxholl (...) Sicherheit

Angriff auf die Daseinsvorsorge: Schutz vor Gewalt im Bahnsystem als gemeinsame Daueraufgabe


Gewalt gegen Bahnbeschäftigte ist kein individuelles Problem, sondern ein Angriff auf die öffentliche Daseinsvorsorge. Wer das Personal nicht schützt, gefährdet die Stabilität des gesamten Schienenverkehrs. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) engagiert sich bereits seit 2015 intensiv mit einem eigenen bundesweiten Arbeitskreis „Sicherheit“ für wirksame Schutzkonzepte. Doch trotz zahlreicher Initiativen bleibt die Lage prekär, spitzt sich vermeintlich sogar zu: Beschäftigte werden von Bahnkunden offenbar in eine Art „Stellvertreterhaftung“ für systemische Mängel genommen; als greifbare Prellböcke für den Frust über Mängel missbraucht, die in der Verantwortung von Politik und Unternehmensleitungen liegen (z.B. Verspätungen, Zugausfälle, technische Mängel an Zügen wie fehlende Klimatisierung und defekte Toiletten).


Im Format dieses Diskussionsforums stellt die GDL ihr aktuelles Grundsatzpapier „Schutz vor Gewalt im Bahnsystem“ vor. Basierend auf eigenen Umfragen sowie aktueller Forschung (u. a. FÖV und DZSF) wurde ein Maßnahmenpaket entwickelt, das über bloße Symbolpolitik hinausgeht. Im Fokus stehen dabei Maßnahmen wie:

  • Der rechtliche Schutzraum: Die Forderung nach dem „Schweizer Modell“ – weg von der folgenlosen Einstellung von Verfahren, hin zur konsequenten Verfolgung von Amtes wegen. 
  • Prävention im Alltag: Von der zwingenden Doppelbesetzung über bauliche Rückzugsräume bis hin zu Wirksamkeitskontrollen bei Gefährdungsbeurteilungen.
  • Souveränität durch Technik: Flächendeckende Video-Live-Anbindung und diskrete Notrufsysteme als Standard.

Gemeinsam mit Experten aus der Wissenschaft, Vertretern von Unfallversicherungsträgern und den direkt betroffenen Praktikern von der Schiene möchten wir diese und mögliche weitere Lösungswege diskutieren. Wir laden alle Stakeholder – zum Beispiel Eisenbahnverkehrsunternehmen, Aufgabenträger, Politik und Behörden – ein, die fragmentierte Zuständigkeitsdebatte zu beenden und Sicherheit im Bahnverkehr als messbare, nachhaltige Gemeinschaftsaufgabe zu verankern.


Diskutieren Sie mit uns: Wie kommen wir vom bloßen Bedauern und kurzfristigem Aktionismus zu einer wirksamen und nachhaltigen Umsetzung?

Wettbewerb
SPNV in Deutschland - Entwicklung, Herausforderungen, Ausblick
08:50 - 09:20 Uhr Tagungszentrum 2 Dr. Sebastian Fuit Wettbewerb

Die Unternehmen der BeNEX-Gruppe sind teilweise bereits seit 2002 im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Deutschland aktiv. BeNEX selbst wurde 2007 gegründet und gehört heute mit rund sieben Prozent Marktanteil zu den drei größten Wettbewerbern der Deutschen Bahn AG im SPNV in Deutschland.

Basierend auf dieser langjährigen Marktexpertise stellen wir die Entwicklung des SPNV-Marktes seit der Regionalisierung vor. Dies umfasst einerseits die positiven Entwicklungen, die sich insbesondere bei den Leistungsausweitungen und den enormen Fortschritten bei Qualität und Komfort zeigen. Mit Kennzahlen kann untermalt werden, welche Regionen besonders profitiert haben und wie die Effekte häufig bis heute anhalten oder sogar Grundlage für einen noch weitergehenden Angebotsausbau bilden konnten. In jüngerer Vergangenheit gehört dazu auch die Einführung von sogenannten alternativen Antrieben, mit denen die Dekarbonisierung auch ohne flächendeckende Elektrifizierungen vorangebracht wird.

Andererseits werden auch die Herausforderungen dargestellt, die sich über die Jahre hinweg ergeben haben. Dazu gehören die Anfangsjahre, in denen deutliche Wettbewerbshemmnisse zu überwinden waren, ebenso wie die späten 2000er-Jahre mit der sogenannten Finanzkrise, in der die Wettbewerbsintensität spürbar abgenommen hat. Hier haben die Aufgabenträger mit verschiedenen Modellen z. B. zur Unterstützung bei der Fahrzeugfinanzierung reagiert, was den Markt bis heute in unterschiedlichen Varianten prägt. Diese Maßnahmen zur Unterstützung, die Eingriffe in den Markt mit verschiedener Intensität darstellen, werden auf ihre Wirksamkeit bewertet, wobei auch Auswirkungen berücksichtigt werden, die sich auf den ersten Blick nicht intuitiv erschließen.

Spätere Jahre zeigen weitere Herausforderungen wie die Corona-Pandemie und die Auswirkungen des Ukraine-Krieges, die vorher nicht gekannte Ausmaße von Einnahme-Ausfällen einerseits und sprungartig steigenden Kosten andererseits mit sich bringen. An diesen Beispielen stellen wir die Wirkung von Index-Regelungen zum Ausgleich von Kostenentwicklungen in Verkehrsverträgen vor und erläutern, an welche Grenzen diese Regelungen gestoßen sind und wie die Regelungen darauf aufbauend weiterentwickelt wurden.

Während der Zeit kam es im Markt zu Austritten verschiedener Unternehmen und zu Übernahmen und Zusammenschlüssen anderer Betreiber. Insgesamt zeigt sich heute eine sehr geringe Wettbewerbsintensität, sodass das Marktmodell überprüft und zeitgemäß weiterentwickelt werden muss. Basierend auf den Erkenntnissen aus den vergangenen bis zu 30 Jahren stellen wir daher Vorschläge für eine nachhaltige Weiterentwicklung des SPNV-Marktes in Deutschland vor. Dies umfasst insbesondere Ansätze, die heute zwischen den Marktakteuren diskutiert werden und somit Grundlage für die künftige Umsetzung des Marktmodells bilden können. Somit bleibt der optimistische Ausblick, dass die Branche den SPNV-Markt gemeinsam im Sinne von Kosteneffizienz bei gleichzeitig hoher Qualität weitergestalten kann und wird.

Verkehrsunternehmen der Zukunft
„Verkehrsunternehmen der Zukunft“ – World Café
08:50 - 10:00 Uhr Rheinlounge Frank Hunsicker, Dr. Hendrik Koch (...) Verkehrsunternehmen der Zukunft

Die drei beteiligten Beratungsunternehmen mobilité/BSL, movation und dmo führten im März/April 2026 eine umfangreiche Online-Befragung unter den deutschen Verkehrsunternehmen, Aufgabenträgern und weiteren Institutionen durch. Ziel der Datenerhebung war es, ein Meinungsbild zur zukünftigen Mobilität aus Sicht des Verkehrssektors einzuholen und aus den Ergebnissen eine wissenschaftliche Studie zu erstellen.

Hintergrund ist eine ganze Reihe sich aktuell drastisch verändernder Rahmenbedingungen für die ÖV-Branche, die zu umfassendem und ganzheitlich orientiertem Handlungsbedarf führen. Beispielgebend zu nennen wären u.a. eine schwierige Finanzierungssituation bei gleichzeitiger Forderung nach erweiterten Mobilitätsangeboten und nach einer neuen Rolle als Mobilitätsdienstleister, der interne wie in Richtung Kunden orientierte Druck durch die Digitalisierung oder der Fach- und Arbeitskräftemangel. Bestärkt wird dieser Eindruck durch die Erfahrungen aus unseren Kundenprojekten. Technische Neuerungen durch emissionsfreie Antriebe sowie durch automatisierte Verkehrsangebote erhöhen den Transformationsdruck zusätzlich.

Die Teilnehmenden an dem Workshop-Format geben an drei Thementischen ihre Einschätzung zu jeweils zwei Szenarien ab, die die Einflussfaktoren der zukünftigen Entwicklung unterschiedlich abbilden. Zudem wird um die Einschätzung von Hypothesen zum Handlungsbedarf von Unternehmen oder Organisationen gebeten.

08:55 Uhr
Recht
Rechtliche und tatsächliche Herausforderungen bei der Reaktivierung von Bahnstrecken. Ein Praxisbericht aus Baden-Württemberg
08:55 - 09:25 Uhr Tagungszentrum 4 Lukas Spille Recht

Die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken gilt als wichtiger Baustein der Verkehrswende und gewinnt insbesondere in Baden-Württemberg zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig zeigen aktuelle Projekte, dass zwischen politischem Willen und einer erfolgreichen Inbetriebnahme zahlreiche rechtliche, und tatsächliche Hürden bestehen. Der Vortrag beleuchtet häufig wiederkehrende rechtliche Fragen, die sich insbesondere vor und während der Durchführung von Planfeststellungsverfahren stellen. Dies betrifft bspw. Art und Umfang der durchzuführenden Planfeststellungs- bzw. Plangenehmigungsverfahren, Möglichkeiten und Grenzen vorläufiger Anordnungen aber auch Fragen des Bestandsschutzes. Der Bericht aus der Praxis setzt sich dabei insbesondere mit der Reaktivierung der Hermann-Hesse Bahn aber auch mit anderen Reaktivierungsvorhaben in Baden-Württemberg auseinander.

ÖPNV Planung
Workshop: Kurs auf Morgen: Ein Workshop zur Zukunft unserer Mobilität
08:55 - 09:55 Uhr Moselsaal Lasse Pipoh, Julien Rombourg ÖPNV Planung

Die Mobilitätslandschaft befindet sich im Umbruch. Begriffe wie automatisierte Shuttles, V2X-Kommunikation und vernetzte Infrastrukturen sind längst keine Science-Fiction mehr, sondern Bausteine für einen effizienten und attraktiven ÖPNV der Zukunft. Doch der Weg von der Pilotphase in den flächendeckenden Regelbetrieb ist komplex, optimistische Zeitpläne mussten schon mehrfach nach hinten verschoben werden. Die Gestaltung des Transformationsprozesses zur Einführung der automatisierten und vernetzten Mobilität (AVM) erfordert nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine strategische Abstimmung zwischen verschiedensten Akteuren.

Dieser Workshop bietet eine Plattform, um die aktuellen Hemmnisse sowie die treibenden Faktoren der AVM zu identifizieren und zu diskutieren. In einer Gruppe verschiedener Akteure im Innovations-Ökosystem Mobilität sollen die nächsten Schritte herauskristallisiert und somit die Weichen für eine erfolgreiche Einführung automatisierter und vernetzter Mobilitätslösungen gestellt werden.

Warum dieser Workshop?

Die Einführung neuer Technologien scheitert selten an der Technik selbst, sondern oft an den Rahmenbedingungen: regulatorische Hürden, Akzeptanzfragen und Wirtschaftlichkeit oder der Integration in bestehende Mobilitätssysteme.

Wir möchten mit Teilnehmenden aus verschiedenen Bereichen des ÖPNV-Ökosystems ein realistisches und ganzheitliches Bild der Lage zeichnen und so die anstehenden Herausforderungen und nächsten Schritte skizzieren.

Mit dem "World-Stehcafé" verzichten wir auf lange Frontalvorträge und setzen stattdessen auf maximale Interaktion mit einem Kaffee-to-go an den verschiedenen Stationen.

Der Fahrplan für den Workshop

Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden wir aus einer Auswahl die Themenfelder für die Diskussion auswählen. Anschließend rotieren die Teilnehmenden in Kleingruppen an thematischen Stationen (z. B. Technik, Recht, Nutzerakzeptanz, Infrastruktur). Hier gehen wir ins Detail und sammeln die größten Herausforderungen aus der gelebten Praxis. Was bremst uns aktuell? Wo liegen die größten Hebel für Effizienz und eine erfolgreiche Einführung?

Das Ziel ist die Identifikation von Enablern (Was bringt uns voran?) und Hemmnissen (Was müssen wir lösen?), um einen Fahrplan mit den nächsten Schritten für die Mobilitätswende priorisieren zu können.

Abschließend führen wir im Plenum bei der Synthese der Ergebnisse die Fäden zusammen. Die Kernergebnisse aus den Themenbereichen werden vorgestellt und die Key Learnings der Teilnehmenden im Plenum gespiegelt.

Das Ziel dieses kurzen Workshops ist keine Diskussion für die Schublade, sondern die nächsten Schritte der Transformation greifbar zu machen.

Wir möchten mit den Teilnehmenden nicht nur eine praxis- und lösungsorientierte Diskussion der aktuellen Herausforderungen führen, sondern auch der Faktoren, die die Mobilitätswende weiter voranbringen. Sie verlassen den Workshop mit einem Verständnis der relevanten Stellschrauben für die Umsetzung, die Sie in Ihre tägliche Arbeit und Ihre Projekte einfließen lassen können.

09:00 Uhr
Wertgeschätzte Mobilität
2,5 Jahre Qualitätsanwalt für die Fahrgäste in Baden-Württemberg
09:00 - 09:30 Uhr Rheinsaal Matthias Lieb Wertgeschätzte Mobilität

Seit Oktober 2023 gibt es in Baden-Württemberg den Qualitätsanwalt für die Fahrgäste, der vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg eingesetzt wurde, um die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) bei der Entwicklung und Umsetzung einer Strategie zur Steigerung von Zuverlässigkeit und Qualität im SPNV-Angebot zu beraten und dabei eine konsequente Nutzerperspektive einbringen soll. Dazu gehören die Ursachenanalyse bekannter Qualitätsprobleme und die Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten. Dazu werden Test-und Erkundungsfahrten durchgeführt und Kundenbeschwerden ausgewertet.

Eine Bilanz nach 2,5 Jahren Tätigkeit zeigt Erfolge, aber auch Herausforderungen auf (Toilettengipfel, Fahrgastbeteiligung, Anschlusssicherung).

09:05 Uhr
Tarif
Das MieterAbo in Bielefeld – Erkenntnisse der Pilotphase zum Gelingen von Verkehrswende
09:05 - 09:35 Uhr Tagungszentrum 3 Dr. Michael Klier Tarif

Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben alle neuen Mieter von BGW- und Freie-Scholle-Wohnungen in Bielefeld in Kooperation mit moBiel GmbH ein MieterAbo erhalten, mit dem sie den ÖPNV in Bielefeld vergünstigt nutzen konnten. Die Abnahme durch jeden Neumieter sorgte für einen Solidareffekt bei der Finanzierung. Dieser Beitrag pro Neumieter betrug 15 Euro pro Monat. Mittels eines Zuschusses von 2,50 Euro durch das Wohnungsunternehmen zahlte der Mieter lediglich 12,50 Euro pro Monat. Begleitet wurde der Pilot durch eine Befragung. Deren Auswertung zeigte, dass die deutliche Mehrheit sehr zufrieden mit dem MieterAbo war und die automatische Verfügbarkeit einer Fahrtberechtigung die Verkehrsmittelwahl in Richtung Bus und Bahn deutlich verbessert hat und sogar die Motorisierung senken kann.

Durch äußere Einflüsse wie Pandemie, 9-Euro-Ticket, der Einführung des DeutschlandTickets, Fehlanreize und damit der fehlenden Bereitschaft der Bau- und Wohnungswirtschaft, dieses Angebot zu bezuschussen, konnte kein sich selbst langfristig tragendes Nachfolgetarifprodukt gefunden werden. Somit lief das MieterAbo mit dem Ende der Pilotphase aus. Dennoch wurden wichtige Erkenntnisse gesammelt, die in die weitere Entwicklung auch in Bielefeld einbezogen werden. Deutlich wurde zudem, dass die tatsächliche Nutzung von Bus- und Bahn von den Entscheidern deutlich unterschätzt wurde. Die Wohnungswirtschaft profitiert im vorliegenden Projekt nicht direkt. Weder konnten im Bestand kurzfristig Bau- und Unterhaltungskosten gespart werden, noch konnten die eigenen Parkplätze kostendeckender als bisher bewirtschaftet werden. Die Ursache dafür ist klar: Solange Kostenwahrheit beim ruhenden Verkehr fehlt, können Vermieter keine zusätzlichen Mittel generieren, die für die auskömmliche Finanzierung eines Solidar-Mietertickets erforderlich sind.

09:25 Uhr
Wettbewerb
Die aktuelle Entwicklung der Marktorganisation im Busnahverkehr in Deutschland
09:25 - 09:55 Uhr Tagungszentrum 2 Dr. Gerrit Landsberg Wettbewerb

Auch 30 Jahre nach der Regionalisierung ist die Marktorganisation im straßengebundenen ÖPNV in Deutschland noch immer in Bewegung. Wurde in der Branche lange Zeit die Frage diskutiert, ob Aufgabenträger Busnahverkehrsleistungen in Gänze mit eigenen Unternehmen selbst erstellen oder durch andere Unternehmen erbringen lassen sollen, so zeigt sich inzwischen ein differenzierteres Bild. Zum einen machen vielerorts Kommunen von der Möglichkeit Gebrauch, nur ausgewählte Leistungsbestandteile z. B. im Bereich der Betriebshof- und Ladeinfrastruktur selbst vorzuhalten. Zum anderen nutzen vermehrt Aufgabenträger die von der Rechtsprechung eröffneten weitreichenden Spielräume, auch im Falle einer Vergabe an einen internen Betreiber private Unternehmen in die Leistungserbringung einzubeziehen. Hierdurch ergibt sich eine Vielzahl an Handlungsoptionen, aus denen in Abhängigkeit von den Bedingungen vor Ort ausgewählt werden kann. 

09:30 Uhr
Recht
Blockieren Regelwerke die Verkehrswende?!
09:30 - 10:00 Uhr Tagungszentrum 4 Alexander Kirfel Recht

Der Vortrag soll die Schwierigkeiten beleuchten, die vor einer Reaktivierung von Eisenbahnstrecken aus dem Weg geräumt werden müssen. Diese Schwierigkeiten sind mannigfacher und häufig rechtlicher Art: Sowohl das Eisenbahnkreuzungsgesetz (EKrG) als auch das Allgemeine Eisenbahngesetz (AEG) be- oder schlimmstenfalls verhindern Reaktivierungen von Eisenbahnstrecken. Hier besteht dringender Novellierungsbedarf. Dies soll exemplarisch anhand von zwei bestehenden Vorschriften (und mittels Praxisbeispielen), nämlich § 2 Abs. 1 EKrG und § 18 Abs. 1 AEG, sowie anhand von einer fehlenden Regelung zu den Rechtsfolgen der eisenbahnbetrieblichen Widmung im AEG verdeutlicht werden. Schlussendlich wird der Vortrag mit einem Positivbeispiel für eine rechtlich kreative Lösung schließen, die eine zeitnahe Streckenreaktivierung in Rheinland-Pfalz ermöglicht.

09:35 Uhr
Wertgeschätzte Mobilität
Mehr als ein Ticket, wie in Wien aus ÖPNV #ÖffiLiebe wird
09:35 - 10:05 Uhr Rheinsaal Anna Maria Reich-Kellnhofer Wertgeschätzte Mobilität

Die Wiener Linien sind nicht nur ein Verkehrsunternehmen, sie sind eine Lovebrand und Teil des Wiener Lebensgefühls. Unter dem Titel #ÖffiLiebe ist es gelungen, öffentlichen Verkehr emotional aufzuladen und aus einer hochqualitativen Dienstleistung eine Marke mit Haltung, Nähe und Identifikation zu machen.

Der Vortrag zeigt, wie Emotionalisierung im ÖPNV funktionieren kann und welche Rolle Kommunikation spielt, damit Menschen Öffis nicht nur nutzen, sondern sich mit ihnen verbunden fühlen.

09:40 Uhr
Tarif
Drittnutzerfinanzierung in Deutschland: Chancen, Rahmenbedingungen, Erfolgsfaktoren
09:40 - 10:10 Uhr Tagungszentrum 3 Dr. Jantje Struß, Dennis Steinke (...) Tarif

Angesichts ambitionierter Zielsetzungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bei zugleich begrenzten öffentlichen Haushalten gewinnt die Drittnutzerfinanzierung zunehmend an Bedeutung. Sie basiert auf der Idee, dass nicht nur Fahrgäste oder die öffentliche Hand, sondern auch weitere Profiteure des ÖPNV einen Beitrag zur Finanzierung des ÖPNV leisten. Der Vortrag bzw. Workshop verfolgt keinen unmittelbar projektbezogenen Ansatz, sondern stellt aus den Erfahrungen der Vortragenden die Themen in den Mittelpunkt, die aktuell in der Praxis besonders relevant sind. Dazu zählen insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen, regionale Unterschiede, Akzeptanzfragen sowie die administrative Umsetzbarkeit kooperativer Finanzierungsformen.

Wichtige fachliche Impulse stammen aus der Arbeit zum Mobilitätspass in Baden Württemberg. Bei diesem Vorhaben hat der Landesgesetzgeber eine rechtliche Grundlage für drittnutzerbasierte Finanzierungsmodelle geschaffen. Obwohl der Mobilitätspass bislang noch in keiner Kommune umgesetzt ist, liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse. Weitere Erfahrungen bringen Beratungsprojekte beispielsweise in Hessen sowie in weiteren Bundesländern. Für den Beitrag beim Deutschen Nahverkehrstag fließen diese Erkenntnisse als Erfahrungsbasis in die übergreifende Betrachtung ein, ohne dass der Fokus auf einem konkreten Projekt liegen soll.

Ziel soll es sein, allgemeine Ansätze für eine sinnvolle Umsetzung der Drittnutzerfinanzierung aufzuzeigen. Folgende Fragestellungen sollen dabei diskutiert werden: 

  • Welche Modelle sind rechtlich möglich?
  • Welche Potenziale bestehen bei den einzelnen Modellen?
  • Wie kann der konkrete Mehrwert für potenzielle Drittnutzer nachgewiesen werden?
  • Wie sehen administrative Lösungen aus, die praktikabel sind und keine neuen Bürokratiehürden erzeugen?
  • Wie viel Standardisierung ist möglich und wo braucht es regionale Spielräume?
  • Welche Praxisbeispiele gibt es und welche Erfahrungsgewinne lassen sich daraus ziehen?
  • Welche Akteure sind mit Blick auf den Umsetzungsprozess gefordert zu handeln?
  • Welche äußeren Rahmenbedingungen müssen erfüllt sein, damit die Drittnutzerfinanzierung funktionieren kann?

Die bisherigen Arbeiten zeigen, dass Drittnutzerfinanzierung ein realistisch einsetzbares, aber sorgfältig vorzubereitendes Instrument ist. Es eröffnet Kommunen die Möglichkeit, zusätzliche Finanzierungsimpulse zu setzen. Die Drittnutzerfinanzierung ist somit kein isoliertes Finanzierungswerkzeug, sondern ein zusätzliches Instrument, um den finanziellen Herausforderungen im Bereich des ÖPNV entgegenzutreten.

10:00 Uhr
Wettbewerb
Die Vergabe von Verkehrsverträgen in Frankreich. Bericht und Diskussion der Erfahrungen aus den Regionen Normandie und Provence-Alpes-Côte d'Azur
10:00 - 10:30 Uhr Tagungszentrum 2 Ludger Sippel Wettbewerb

Seit dem 25. Dezember 2023 ist es den französischen Regionen außerhalb der Ausnahmetatbestände der EU-Verordnung 1370/2007 nicht mehr möglich, neue Verkehrsverträge im SPNV direkt zu vergeben. Spätestens mit dem Auslaufen der großen Verkehrsverträge mit dem Altbetreiber SNCF zu Beginn der 2030er Jahre müssen die Leistungen im Rahmen wettbewerblicher Verfahren vergeben werden. Einige Region haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, bereits vor diesem Zeitpunkt Lose aus den großen Verkehrsverträgen herauszulösen und diese im Wettbewerb zu vergeben. Sechs Regionen, darunter Provence-Alpes-Côte d‘Azur und Normandie haben erste Vergabeverfahren bereits abgeschlossen. Wie sind diese Vergabeverfahren abgelaufen? Gibt es Unterschiede zu der Marktöffnung des SPNV in Deutschland seit dem Ende der 1990er Jahre? Wie unterscheiden sich die Verfahren von Vergaben in Deutschland? Welche besonderen Hindernisse gibt es für den Wettbewerb in Frankreich? Es ist eine Geschichte von: + einem wenig kundenorientierten Infrastrukturbetreiber, frustrierten Fahrgästen, wütenden Gewerkschaften und hochengagierten und kreativen Wettbewerbern des Altbetreibers, + Stolpersteinen, die zuweilen nur mühsam mit inhaltlichen Zugeständnissen oder zusätzlichem Geld beiseitegeräumt werden können, + dem Start-up-Geist in den Verwaltungen und + der Sorge, dass es zu wenig Wettbewerber für die Verfahren gibt. Nicht nur als Anrainer der deutsch-französischen Grenze werden Sie unsere Nachbarn, ihre Mentalität und Rahmenbedingungen durch diesen Beitrag besser kennenlernen. 

Geführter Messerundgang
Geführter Messerundgang
10:00 - 10:30 Uhr Registratur Geführter Messerundgang

Auf unserer Fachmesse gibt es zahlreiche Neuheiten, spannende Einblicke und interessante Informationen zu entdecken! 

Unsere vielseitigen Aussteller freuen sich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und ihre Angebote vorzustellen.

Der geführte Messerundgang verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick und zeigt eindrucksvoll die Vielfalt der Nahverkehrsbranche.

  • Dauer: Jeweils eine halbe Stunde 
  • Treffpunkt: An der Registratur
  • Anmeldung: Nicht notwendig
ÖPNV Planung
Regionalisierung ohne Glaskugel – Warum die Nachfragemodellierung bei der Angebotsplanung unerlässlich ist
10:00 - 10:30 Uhr Moselsaal Peter König, Dr.-Ing. Jannis Rohde ÖPNV Planung

Der ÖPNV stellt derzeit große Herausforderungen an die Gebietskörperschaften dar: er muss für die Erreichung der Klimaziele ausgebaut werden, aber dessen Finanzierung wird für viele Gemeinden zum finanziellen Kraftakt – oder ist gar nicht stemmbar. Daher muss der ÖPNV effizienter werden. Eine Verifizierung des Kosten-Nutzen-Faktors – oder gar eine standardisierte Bewertung – stellt vorab eine Entscheidungshilfe zur Findung eines „idealen ÖPNV-Angebots“ dar.

Die Nachfragemodellierung ist ein hilfreiches Tool für die Beurteilung zukünftiger Angebote. Am Markt gibt es einige Anbieter solcher Tools, die abhängig von der jeweiligen Fragestellung, zu guten Ergebnissen bzw. Entscheidungshilfen führen.

Die Stadt Graz nutzt seit knapp 20 Jahren die Möglichkeit der Nachfragemodellierung, wobei Prime Mobility GmbH – ein privates Grazer Mobilitätsconsultingunternehmen – diese Nachfragemodellierung in Kooperation mit der Gesellschaft für Verkehrsberatung und Systemplanung mbH (GVS) zu unterschiedlichen Fragestellungen durchführt.

Die Ergebnisse der Modellierungen bestätigen häufig das Bauchgefühl der Experten und sind belastbare Daten für politische Entscheidungen.

10:05 Uhr
Recht
Die Leistungsfähigkeit des ÖPNV zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase und für die städtebauliche Entwicklung - Die europäische SUMP-Planung als Gamechanger -
10:05 - 10:35 Uhr Tagungszentrum 4 Dr. Hubertus Baumeister, Dr. Janna Ringena Recht

Aktuell werden in Deutschland 42 Mio. private Verbrenner-PKW genutzt, die etwa 88,9 Mio. Tonnen THG-Emissionen p.a. verursachen, was 13,7 % der Gesamtemissionen entspricht. Der Hochlauf der E-Mobilität verläuft bislang relativ schleppend.

Darüber hinaus verursacht die private PKW-Flotte mit Verbrenner-Motor in den Kommunen erhebliche Lärm- und Schadstoffemissionen sowie Unfälle in erheblichem Ausmaß: 2025 starben im Straßenverkehr 2.814 Menchen; 48.388 Menschen wurden schwer- und 317.545 leichtverletzt. Gerade die schockierende Zahl der Verletzten mit all den damit verbundenen physischen und psychischen Folgen für die Menschen wird nur selten thematisiert.

Der Flächenverbrauch durch die privaten PKW in den Kommunen im fließenden und ruhenden Verkehr ist enorm. Spielende Kinder im öffentlichen Raum sind mittlerweile praktisch verschwunden („verhauste Kindheit“). Soziale Begegnungsräume für Bürger im öffentlichen Straßenraum sind Mangelware, Fuß- und Radverkehr sowie der ÖPNV werden an den Rand gedrängt. Vor diesem Hintergrund ist eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung gemäß den Vorgaben des Baugesetzbuchs, siehe etwa § 1 Abs. 5 BauGB, nicht möglich oder zumindest stark eingeschränkt.

Studien (u.a. von KIT, BMW-Group, TÜV Rheinland) haben aber tendenziell gezeigt, dass je nach sozialer Lage und Wohnort (Stadt/Land) viele PKW-Besitzer ihren PKW in Wahrheit objektiv kaum benötigen (z.B. in Städten mit mehr 500 Tsd. Einwohner etwa 2/3).

Aufgrund seiner Gefäßgrößen wäre der ÖPNV ein ideales Instrument, einen effektiven Klimaschutz zu betreiben und die Kommunen vom Flächenverbrauch durch private PKW zu entlasten. Trotzdem thematisiert die Nahverkehrsbranche einschließlich VDV und BDO diese Zusammenhänge nicht, obwohl das Ausmaß des privaten PKW-Besitzes die Grenze zur Klima- und Sozialschädlichkeit mittlerweile deutlich überschritten hat. Der ÖPNV nimmt bislang nur die Rolle eines Bittstellers ein, obwohl seine gesellschaftliche Bedeutung zentral ist.

Eine große Chance, die dargestellten Problemlagen zu entschärfen, stellt der sog. Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) dar, den 78 deutsche Kommunen nach EU-Recht bis Ende 2027 aufzusetzen haben. Um die Chancen für mehr Klimaschutz und lebenswerte Städte nicht zu verspielen, zeigt der Vortrag auf, wie mit Hilfe der regionalen SUMP-Planung zusammen mit der örtlichen Bauleitplanung eine deutliche Trendwende für mehr Klimaschutz und lebenswerte Städte in den Regionen eingeleitet werden kann.

Infrastruktur
Vom totalen Chaos zur Berechenbarkeit: Trassenpreise auf Grenzkostenniveau
10:05 - 10:35 Uhr Rheinlounge Nils Lehmann Infrastruktur
10:10 Uhr
Wertgeschätzte Mobilität
Warum verzeihen wir der Bahn weniger als dem Auto?
10:10 - 10:40 Uhr Rheinsaal Dr. Philipp Rollin Wertgeschätzte Mobilität

Pünktlichkeit ist eine Eigenschaft, die Deutschen sowohl von außen zugeschrieben wird, als auch von den Deutschen selbst als besonders wichtig erachtet wird. Der Schienenverkehr aber machte in Deutschland zuletzt immer häufiger mit dem Gegenteil Schlagzeilen: Zugverspätungen sind dort mittlerweile an der Tagesordnung. Was macht das mit den Menschen und ihrer Einstellung zur Bahn?

Auch bei der Nutzung des Autos kommt man regelmäßig verspätet ans Ziel. 43 Stunden steht ein durchschnittlicher PKW-Pendler in Deutschland pro Jahr im Stau, 41 Stunden verbringt er mit der Suche nach einem Parkplatz. Trotzdem erscheint der damit einhergehende Frust viel geringer zu sein, als der Stress bei Verspätungen mit der Bahn. Das Auto wird in Deutschland weiterhin vorrangig positiv assoziiert, mit Begriffen wie „Individualität“, „Freiheit“ oder „Zuverlässigkeit“. Die häufigste mit der Bahn assoziierte Eigenschaft ist hingegen mittlerweile „Unpünktlichkeit“.

Ryan und Deci (2010) verweisen mit ihrer Selbstbestimmungstheorie auf eine mögliche Erklärung der unterschiedlichen Bewertung von Verspätungen auf Fahrten mit dem Auto oder der Bahn. Sie gehen davon aus, dass drei grundlegende psychologische Bedürfnisse maßgeblich beeinflussen, ob Menschen in bestimmten Situationen Stress oder Unbehagen empfinden. Dazu zählen das Bedürfnis nach Autonomie (das Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung), nach Kompetenz (das Gefühl, Situationen wirksam beeinflussen zu können) und nach sozialer Eingebundenheit (das Verlangen nach Anerkennung und Zugehörigkeit). Betrachtet man diese Aspekte im Kontext von Reiseverspätungen, wird deutlich, dass sich diese Bedürfnisse bei Autofahrten oftmals leichter erfüllen lassen als bei Bahnreisen. Während man mit dem Auto proaktiv auf einen Stau reagieren kann, sind die eigenen Kompetenzen an einer Verspätung mit der Bahn etwas zu verändern ziemlich begrenzt. Liegt darin eine Erklärung für das unterschiedlich ausgeprägte Verzeihen von Verspätungen bei Autofahrten und Bahnfahrten?

Wir gehen diesen Fragen anhand eines empirischen Experiments auf den Grund. Dafür wurden 2.308 volljährigen Personen in Deutschland verschiedene Fragen und Gedankenexperimente im Rahmen einer anonymen online-Studie vorgelegt. Es wird untersucht, wie die Verspätungsakzeptanz jeweils ausgeprägt ist und welche Rollen die Gefühle von Autonomie, Freiheit und Selbstbestimmung sowie Frust und Ärger spielen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Verspätungen bei der Bahn weniger verziehen werden als beim Auto. Bei Autofahrten liegt die Toleranzschwelle grundsätzlich höher als bei Bahnfahrten. So empfinden 40 % der Befragten eine Verspätung von unter 30 Minuten bereits als Schmerzgrenze bei einer regulär 90-minütigen Bahnfahrt, während dies bei einer gleich langen Autofahrt nur 20 %, also halb so viele Befragte, so sehen. Dies gilt auch für das Verständnis von Verspätungen: auf Fahrten mit dem Auto wird Verzögerungen mehrheitlich Verständnis entgegengebracht, Verspätungen bei der Bahn hingegen nicht.

Zukünftige sozialwissenschaftliche Verkehrsforschung sollte daher verstärkt untersuchen, wie sich die Bewertungsmaßstäbe für Verspätungen im Auto- und Bahnverkehr einander annähern lassen. Gleichzeitig braucht es neue Perspektiven auf das Bahnfahren selbst. Die Ergebnisse zeigen, dass ein stärkeres Erleben von Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit auf Zugfahrten den Stress bei Verspätungen reduzieren könnte. Akzeptanz entsteht dann weniger aus bloßer Gewöhnung oder gar Resignation, sondern aus einer neuen Wahrnehmung und einem neuen Erleben des Systems Bahn.

10:15 Uhr
Tarif
VRMsmart - unkomplizierte Einführung eines Luftlinientarifs
10:15 - 10:45 Uhr Tagungszentrum 3 Paula Ruoff, Bianca Fürstenberg Tarif

Was bewegt einen Verkehrsverbund dazu, einen Luftlinientarif einzuführen – und das in weniger als einem Jahr von der Entscheidung bis zum Go-live?

Viele Verbundräume stehen aktuell vor ähnlichen Fragen. Wie lassen sich Tarife vereinfachen, ohne die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden? Wie erreicht man Gelegenheitskundinnen und -kunden, die sich im Wabensystem nicht zurechtfinden? Wie passt ein Luftlinientarif in eine Zeit des Deutschlandtickets, laufender Tarifreformen und steigender Anforderungen an digitale Vertriebslösungen? Und welche Rolle spielt dabei der Blick über die eigene Verbundgrenze hinaus?

Im VRM war der Impuls kein Einzelereignis, sondern Teil eines größeren Kontextes. Der eezy-Tarif im benachbarten VRS, Planungen im VRT, die eigene Tarifstrukturreform und der politische Wunsch nach weniger Tarifdschungel verdichteten sich zu einer strategischen Fragestellung: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Schritt zu einem digitalen Tarif zu gehen?

Statt abstrakter Grundsatzdebatten stand zunächst die nüchterne Analyse im Vordergrund. Welche Nachfrageeffekte sind realistisch? Wie groß sind mögliche Mindererlöse? Wie stark dürfen Preise vom bestehenden Wabentarif abweichen? Und wie lassen sich regionale Besonderheiten, wie z.B. Flussquerungen, sachgerecht abbilden? Der Austausch mit anderen Verbünden und die enge Zusammenarbeit mit FAIRTIQ lieferten dabei wertvolle Einblicke und belastbare Entscheidungsgrundlagen.

Im Gespräch geht es nicht nur um Projektmeilensteine, Daten und Technik. Es geht auch um interne Skepsis („Schaffen wir das wirklich in sechs Monaten?“), um Abstimmungsprozesse mit Verkehrsunternehmen und Gremien - und um die Frage, warum sich der Aufwand am Ende als beherrschbar erwiesen hat. Bestehende Datenstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und ein etablierter Projektaufbau spielten dabei eine entscheidende Rolle.

Der VRM zeigt, dass ein Luftlinientarif kein theoretisches Zukunftsmodell bleiben muss, sondern unter den richtigen Voraussetzungen pragmatisch umgesetzt werden kann. Beim Deutschen Nahverkehrstag sprechen die Leiterin Tarif des VRM und Leiterin der Kernmärkte von FAIRTIQ über genau diesen Weg: strategische Überlegungen, politische Erwartungen, interne Diskussionen – und darüber, wie aus einer Idee ein umsetzbares Projekt wurde.

Der Programmvorschlag richtet sich an alle, die in ihren Städten und Verbünden ähnliche Überlegungen anstellen. An Entscheiderinnen und Entscheider, die zwischen Tarifeinfachheit, Einnahmensicherung und politischem Erwartungsdruck navigieren. Und an alle, die wissen wollen, was es wirklich braucht, um aus der Idee eines Luftlinientarifs ein marktreifes Angebot zu machen.

10:35 Uhr
Wettbewerb
Potenziale für Fahrgastorientierung in langlaufenden Verkehrsverträgen - Was können wir uns leisten? Wie passen wir uns schneller an die Marktbedürfnisse an?
10:35 - 11:05 Uhr Tagungszentrum 2 Gerhard Probst Wettbewerb

Mehr als drei Jahre vor den 10- bis 15-jährigen Verträgen wird festgelegt, was der Fahrgastmarkt geboten bekommt: Viele Features veralten schnell, genauso wie sich Fahrgastbedürfnisse verändern: Wie können wir als Branche handlungsfähig bleiben, um sowohl attraktiv als auch bezahlbar zu bleiben?

Verantwortung für den Markterfolg: Wie können wir wieder das System in den Blick nehmen und das Ganze von der Bahnsteigkante bis zum Fahrtziel integriert betrachten?

 Entscheidungen zum Fahrgasterleben: Wie werden diese Entscheidungen getroffen und wo können wir besser werden?

 Fahrgastinfo: Dynamischer Mix der Informationsmedien (digital/dynamisch/statisch/einfach)

Vertrieb und Vermarktung: Potenziale und Grenzen der Digitalisierung und des aktiven Vertriebs

Tarife: Sind eigene Handlungsspielräume im Umfeld von DTV, Landes- und Verbundtarifen sinnvoll?

Fallstudie ZVNL: Flexibilisierung des Umgangs mit Fahrscheinautomaten (Anzahl und Aufstellorte) bis hin zu den Grenzen beim Thema Stationen (fehlende Flexibilität / Durchgriff auf Fahrgastinfothemen)

ÖPNV Planung
Von bundesweiten Mobilitätsmodellen zu lokalen DRT-Analysen: Mikroskopische Simulation als Grundlage für bedarfsgerechten ÖPNV
10:35 - 11:05 Uhr Moselsaal Tom Friderich ÖPNV Planung

Die Planung und Bewertung neuer Mobilitätsangebote im öffentlichen Verkehr erfordert zunehmend Simulationsansätze, die individuelle Entscheidungsprozesse realistisch abbilden können. Während klassische zonenbasierte Verkehrsmodelle für viele Standardfragestellungen geeignet sind, stoßen sie bei der Analyse nutzerabhängiger und hochdynamischer Verkehrsformen (insbesondere bei Demand Responsive Transport) an ihre Grenzen. Gerade bei On-Demand-Verkehren spielen individuelle Präferenzen, zeitliche Flexibilität und das Zusammenspiel einzelner Fahrten eine zentrale Rolle.

Der Beitrag stellt einen modellbasierten Ansatz vor, der auf einem bundesweiten, agentenbasierten Mobilitätsmodell für Deutschland basiert. Grundlage ist das Senozon Deutschland-Modell 2024 eines durchschnittlichen Werktages, das auf der Open-Source-Simulationsplattform MATSim aufbaut. In diesem Modell wird jede in Deutschland lebende Person durch einen eigenen Agenten repräsentiert. Diese Agenten planen und optimieren ihre täglichen Aktivitäten und Wege iterativ und konkurrieren dabei um begrenzte Ressourcen wie Straßenkapazitäten oder Sitzplätze im ÖPNV. Auf diese Weise entstehen realistische Wechselwirkungen zwischen individuellen Entscheidungen und dem Gesamtsystem.

Zur realitätsnahen Abbildung des Verkehrsverhaltens werden vielfältige Datenquellen genutzt: offene Geodaten (z. B. OpenStreetMap), Fahrplandaten der Verkehrsunternehmen, kommerzielle POI-Daten sowie Ergebnisse nationaler und regionaler Mobilitätsbefragungen. Ergänzend kommen anonymisierte Mobilitätsmuster aus Telekommunikationsdaten zum Einsatz, die mithilfe eines datenschutzkonformen Verfahrens zusätzliche Heterogenität im Verkehrsverhalten abbilden. Nach einer semi-automatischen Kalibrierung reproduziert das Modell zentrale Kenngrößen wie Modal Split, Wegehäufigkeiten sowie Zeit- und Entfernungsverteilungen mit hoher Genauigkeit auf nationaler und regionaler Ebene.

Ein besonderer Vorteil des Ansatzes liegt in der Möglichkeit, das bundesweite Modell in frei definierbare regionale Teilmodelle zu überführen. Diese Submodelle enthalten 100 % der Bevölkerung des jeweiligen Gebiets und berücksichtigen zugleich den Durchgangsverkehr. Dadurch stehen vorkalibrierte regionale Modelle zur Verfügung, die lokale Verkehrserhebungen sehr gut abbilden. Erfahrungen aus Forschungsprojekten zeigen Abweichungen von nur rund einem Prozentpunkt bei zentralen Kenngrößen.

Für die Simulation von DRT-Systemen ist die vollständige Abbildung der Bevölkerung von entscheidender Bedeutung. Hochskalierte Modelle mit reduzierter Stichprobe liefern insbesondere bei Pooling-Raten und Nachfrageverteilung deutlich abweichende Ergebnisse. Der vorgestellte Ansatz ermöglicht hingegen belastbare Aussagen zur Nutzung, Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit von DRT-Angeboten.

Der Beitrag zeigt anhand konkreter Anwendungsbeispiele, unter anderem aus der Metropolregion München, wie das Modell in der Praxis eingesetzt wird und wie mit wenigen Parametern (Bediengebiet, Flottengröße, virtuelle Haltepunkte, Tarifgestaltung) verschiedene DRT-Szenarien effizient analysiert werden können. Damit liefert der Ansatz eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger bei der Weiterentwicklung flexibler ÖPNV-Angebote.

10:40 Uhr
Infrastruktur
Betriebserschwerniskosten – Methode bei der strategischen Bauplanung von EIU
10:40 - 11:10 Uhr Rheinlounge Wolfgang Groß Infrastruktur

In der Praxis werden Folgekosten bei Baumaßnahmen auf der Schiene von EVU und deren Kunden getragen. Für das EIU sind sie externe Kosten und werden bei einer betriebswirtschaftlichen Beurteilung ihrer Planungen nicht berücksichtigt. Dies kann dann vor allem bei langen Totalsperrungen zu drastischen Kapazitätseinschränkungen führen, die erhebliche Mehrkosten bei den EVU erzeugen und weitere negative Folgen haben können.

Jede Baumaßnahme verursacht zusätzliche Kosten von EVU, deren Höhe sich auch berechnen lässt. Eine Methode zum Einbezug aller entstehenden Kosten ist im Rahmen der strategischen Bauplanung beim EIU die Ermittlung der Betriebserschwerniskosten (BEK). Es handelt sich dabei jeweils um eine Übersicht zu Kosten und Aufwände, die von EIU und EVU bei der Bauplanung berücksichtigt werden sollten, um die Auswirkungen für den Markt zu minimieren (Kapazitätsschonendes Bauen).

Historie/Anwendung in der Praxis

  • Darstellung von Anwendungen bei Deutscher Bundesbahn und aktuell bei ausländischen EIU

Forderung

  • Einführung der Ermittlung von BEK bei strategischen Bauplanungen, um die negativen Auswirkungen für die EVU und deren Kunden zu minimieren. 
  • Abkehr vom Grundsatz der Totalsperrung hin zu kapazitätsschonendes Bauen. 
  • Einbezug und Berücksichtigung von ausreichenden Kapazitäten für Ersatz- und Umleitungsverkehre.
Recht
Elektrifizierung von Busverkehren - Rechtliche Aspekte in einem wettbewerblich geprägten Umfeld
10:40 - 11:10 Uhr Tagungszentrum 4 Simon Kase, Dr. Johannes Mosters Recht

Die Elektrifizierung von Busverkehrsleistungen stellt insbesondere Aufgabenträger im ländlichen Raum vor große Herausforderungen. Diese können häufig nicht auf kommunale Verkehrsunternehmen zurückgreifen. Sie müssen die Komplexität und auch die hohen Investitionskosten, die mit der Anschaffung der Busse und der Aufrüstung der Betriebshöfe einhergehen, für kleine und mittlere Busunternehmen handhabbar machen. Dies in einer Zeit, in der die kommunalen Haushalte leergefegt sind und der Mittelstand unter erheblichem Druck steht.

Dr. Johannes Mosters und Simon Kase beleuchten rechtliche Aspekte, die mit der Elektrifizierung einhergehen. Dies beginnt mit einer Problemdarstellung (CVD, Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetz, Verordnung (EU) 2024/1610 „Heavy-Duty-Vehicle-Verordnung (HDV-Verordnung)“, vergaberechtliche Zwänge zum Ausgleich von Wettbewerbsvorteilen nach jüngster Rechtsprechung KG Berlin und OLG Schleswig-Holstein). Die Rechtsanwälte stellen dar, welche Verpflichtungen konkret für die Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen erwachsen, ob eine Elektrifizierung rechtlich überhaupt zwingend ist und welche mittel- und langfristigen Herausforderungen aus rechtlicher Sicht zu erwarten sind. Weiterhin werden die Diskrepanzen zwischen den verschiedenen technischen und ökonomischen Anforderungen und den rechtlichen Rahmenbedingungen aufgezeigt.

Der Schwerpunkt des Vortrags liegt jedoch auf der Lösungsfindung. Simon Kase und Dr. Johannes Mosters haben langjährige Praxiserfahrung bei der Elektrifizierung von Busverkehren im ländlichen Raum und wettbewerblichen Umfeldern. Sie werden praxiserprobte Lösungsmöglichkeiten vorstellen und im Detail beleuchten. Dies beinhaltet zum Beispiel:

  • Branchenvereinbarung nach SaubFahrzeugBeschG
  • Laufzeitverlängerungen der öffentlichen Dienstleistungsaufträge
  • Beistellung von Assets
  • Endschaftsregelungen
  • Finanzierungshilfen (z. B. einredefreie Abtretbarkeit von Ausgleichsforderungen, Bürgschaften)
  • Infrastrukturgesellschaften

Die Lösungsvorschläge sind dabei allesamt praxiserprobt und können rechtlich korrekt eingeordnet werden. Im Anschluss an den Vortrag stehen die Rechtsanwälte Rede und Antwort für Rückfragen. Somit entsteht ein echter Mehrwert für die Zuhörenden.

10:45 Uhr
Wertgeschätzte Mobilität
Hedonismus & Mobilitätswandel – Freude als Treiber der Akzeptanz von Mobilitätsinnovationen
10:45 - 11:15 Uhr Rheinsaal Carolin Bauder Wertgeschätzte Mobilität

Das Future Mobility Lab – ein Konsortium aus mehr als 20 Mitgliedern, darunter Städte, Verbände und zentrale Mobilitätsdienstleister in Deutschland und der Schweiz – widmet sich der erkenntnisbasierten Gestaltung der Mobilitätswende. Als gemeinsame Initiative des Instituts für Mobilität der Universität St. Gallen (IMO-HSG) und der Kommunikationsagentur fischerAppelt entwickeln wir praxisrelevante Forschung mit realem Einfluss auf individuelles und gesamtgesellschaftliches Mobilitätsverhalten.

AKTUELLE STUDIE: HEDONISMUS & MOBILITÄTSWANDEL

Die Mobilitätswende erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern vor allem die Akzeptanz und aktive Mitwirkung der Menschen. Hier setzt unsere aktuelle Studie an: Sie untersucht erstmals systematisch die Rolle von Freude, Identität und Erlebnisqualität für die Akzeptanz von Mobilitätsinnovationen.

Zentrale Fragestellung: Welche funktionalen, ästhetischen, emotionalen und symbolischen Faktoren prägen Mobilitätsentscheidungen – und wie können diese gezielt eingesetzt werden, um nachhaltige Verkehrsmittel als positiv, begehrenswert und identitätsstiftend zu positionieren?

10:50 Uhr
Tarif
Der erste Luftlinientarif für Kinder und die Eltern-Kind-Funktion in der myVRN-App
10:50 - 11:20 Uhr Tagungszentrum 3 Susanne Greune Tarif

Es soll „der digitale Vertrieb für alle" hervorgehoben werden - egal ob „jung oder alt". 

Hürden zur Nutzung sollen intelligent abgebaut und Möglichkeiten geschaffen werden, den Bartarif hinter uns zu lassen. 

Die VRN-Innovation im Tarif: 

Einführung des ersten Luftlinientarifs in Deutschland vor 10 Jahren und Weiterentwicklung zur Einführung des ersten Luftlinientarifs für Kinder und Jugendliche in 2026.

11:10 Uhr
ÖPNV Planung
Studentische ÖV-Projekte in Kooperation mit Praxispartnern - Impuls- und Ratgeber für die kommunale und regionale ÖV-Planung
11:10 - 11:40 Uhr Moselsaal Prof. Dr.-Ing. Christoph J. Menzel ÖPNV Planung

In der Lehre an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) ist es ein hohes Gut, gemeinsam mit externen Praxispartnern (Aufgabenträger, Kommunen, Verkehrsbetriebe, Industrie, NGO uvm.) Aufgabenstellungen zu entwickeln, welche Studierende eigeninitiativ, aber professionell angeleitet durchführen können. Alle Hochschulen im Verbund des "Studienfeldes Nachhaltige Mobilität" bestehend aus derzeit 7 HAW und einer Universität bieten solche Projekte in Bachelor wie im Master an. Die Ostfalia hat bereits 2012 erste Angebote hierzu entwickelt, die HS Karlsruhe hat 2024 sukzessive eigene und hochschulübergreifende Angebote etabliert. 2025 wurde erstmals ein Projekt über 5 Hochschulen durchgeführt.

Die Struktur der Projektbearbeitung ist dabei durchaus ähnlich, wohingegen die Projekte selbst eine enorme Vielfalt bieten. Angefangen von klassischer Infrastrukturplanung im Schienenverkehr geht die Bandbreite bis hin zu Wasserbussen auf Binnengewässern, E-Rikschas zu Naturdenkmälern und integrierten Verkehrsangeboten in ländlichen Räumen.

Im Vortrag soll eine kleine Zusammenschau solcher Projekte und ein Ausblick für hochschulübergreifende Kooperationsprojekte gegeben werden.

11:15 Uhr
Mobilität
Betriebliche Fahrgemeinschaften als Baustein nachhaltiger Pendlermobilität: Ein Pilotprojekt der Stadt Frankfurt am Main als Ergänzung des ÖPNV
11:15 - 11:45 Uhr Tagungszentrum 2 Nora Geis, Katharina Petry Mobilität

Die Stadt Frankfurt am Main sieht sich zunehmend mit hohem Verkehrsvolumen konfrontiert. Insbesondere der Berufsverkehr sorgt unter der Woche für einen täglichen Zuwachs von ca. 390.000 Einpendlern (Bundesagentur für Arbeit und Strukturdatenatlas Frankfurt 2022). Der motorisierte Individualverkehr dominiert nach wie vor das Mobilitätsverhalten vieler Berufspendler, gleichzeitig liegt der Besetzungsgrad eines Pkw im Berufsverkehr bei nur 1,5 (MiD 2023). Die daraus resultierenden Herausforderungen, Verkehrsstaus, Umweltbelastungen und Flächenkonflikte, verdeutlichen die Notwendigkeit einer nachhaltigen Verkehrswende.

Aus diesem Grund erprobt traffiQ in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister goFLUX eine Mitfahrplattform zur Bildung von Fahrgemeinschaften im beruflichen Kontext. Fahrgemeinschaften gewinnen als niedrigschwellige und kostengünstige Mobilitätslösung zunehmend an Bedeutung. Sie bieten das Potenzial, die Auslastung privater Pkw signifikant zu erhöhen und damit einen wirksamen Beitrag zur Verkehrswende zu leisten. Die Mitfahrplattform bietet außerdem die Chance, den (gemeinschaftlich genutzten) Pkw in das System des ÖPNV (digital) zu integrieren bzw. zu verknüpfen und somit die multimodale Mobilität zu fördern. Auch tariflich besteht das Bestreben einer Integration in den ÖPNV, indem die Kosten einer Mitfahrt für diejenigen Mitfahrer übernommen werden, die ein ÖPNV-Aboticket besitzen. So soll das Mobilitätsverhalten von Pendlern schrittweise in eine nachhaltigere Richtung gelenkt werden, ohne deren Lebensrealitäten zu ignorieren. Fahrgemeinschaften als Teil des ÖPNV können somit eine effiziente und sinnvolle Ergänzung der beruflichen Mobilität bieten und sind damit Teil eines Mobilitätsmixes, der elementar für eine nachhaltige Mobilitätswende ist.

Aktuell kooperiert traffiQ mit drei Pilotunternehmen unterschiedlicher Größe und Branchenzugehörigkeit. In diesen Unternehmen werden sowohl die technische Lösung als auch begleitende Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung erprobt. Dazu zählen unter anderem Anreizsysteme, Kommunikationskampagnen und die Integration in bestehende betriebliche Mobilitätskonzepte. Eine besondere Ergänzung des Projektes besteht in der Umsetzung eines Fördervorhabens am Frankfurter Flughafen.

Durch das Fördervorhaben SMILE (Skalierung einer digitalen Mitfahrplattform zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und Emissionsreduktion), gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, werden praktische Erkenntnisse mit wissenschaftlichen Untersuchungen am Standort Flughafen Frankfurt verknüpft: Gemeinsam schaffen traffiQ, der App Anbieter goFLUX, die Hochschulen RheinMain und Bielefeld sowie die Fraport AG Rahmenbedingungen, die Mitfahrplattform bis Mitte 2027 zu optimieren.

Das übergeordnete Ziel des Förderprojekts ist zum einen die Skalierung der Mitfahrplattform auf die Arbeitsstätte Flughafen Frankfurt mit rund 80.000 Beschäftigten. Zum anderen soll ein tragfähiges und nachhaltiges Betreibermodell entwickelt werden, das langfristig wirtschaftlich funktioniert. Durch die wissenschaftliche Begleitung der Hochschulen werden sowohl quantitativ als auch qualitativ Forschungsschwerpunkte gesetzt. Diese liegen unter anderem in der Untersuchung ökonomischer, psychologischer und sozialer Einflussfaktoren sowie des Plattformdesigns auf die Bildung von Fahrgemeinschaften. Das Frankfurter Pilotprojekt liefert praxisnahe Erkenntnisse zur Frage, wie Kommunen und Unternehmen gemeinsam die Mobilitätswende im Berufsverkehr gestalten können. Es verbindet technologische Innovation mit verhaltensorientierten Maßnahmen und ordnet sich in die übergeordnete Strategie einer nachhaltigen urbanen Mobilität ein.

Infrastruktur
Verlässliche Finanzierung der Bahninfrastruktur - Warum funktioniert das in der Schweiz und Österreich besser als in Deutschland?
11:15 - 11:45 Uhr Rheinlounge Dr. Frank Schley Infrastruktur

Eine zuverlässig funktionierende, leistungsfähige Schieneninfrastruktur ist die Basis für ein für die Kunden attraktives Angebot im SPNV. Der Zustand der Bahninfrastruktur in Deutschland ist ein häufiger Grund für Störungen und Verspätungen im Bahnverkehr. 

Warum funktioniert das in der Schweiz und Österreich besser? Wie unterscheiden sich die Regulierungs- und Finanzierungskonzepte in den drei Ländern. Wie genau funktioniert der Schweizer Bahninfrastrukturfonds? Wie schafft Österreich eine verlässliche Finanzierung zu gewährleisten ohne einen Fonds? Welche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen im geltenden gesetzlichen Rahmen in Deutschland? Was kann Deutschland von den erfolgreichen Bahnländern Schweiz und Österreich lernen?

11:20 Uhr
Einfach Reisen
Die erste und die letzte Meile - ein Schlüssel für die ÖV Nutzung
11:20 - 11:50 Uhr Tagungszentrum 4 Karl-Peter Naumann Einfach Reisen

Es wird viel über das Angebot an Bahnen und Bussen gesprochen, über Taktfahrpläne und Reiseketten. Gerade die Reisekette beginnt und endet so gut nie am Bahnhof oder Bushaltestelle. Wie kommen die Fahrgäste aber zu ihrem endgültigen Ziel und wie finden sie den Punkt, wo sie in den ÖPNV einsteigen können? Oder wie finde ich das Anschluss-Verkehrsmittel, dass mich zum Ziel bringt?

Das alles sind wichtige Fragen, die gelöst sein müssen, wenn der ÖV eine echte Alternative zum PKW sein soll – und diese werden von Planern häufig nicht bedacht. Verschiedene Zuständigkeiten und gesetzliche Regeln sind oft hinderlich. Vielfach kennen die Verantwortlichen z.B. die und versetzen sich nicht die Lage der Nicht-Informierten. Auch wird zu häufig auf das Smartphone verwiesen, dass in vielen – aber nicht in allen – Fällen hilfreich ist. In diesem Vortrag sollen vor allem die aus Fahrgastsicht wichtigsten Fragen zur ersten und letzten Meile gestellt werden und an wenigen schlechte und gute Lösungen gezeigt werden.

Wertgeschätzte Mobilität
Regionalisierung weitergedacht: Warum wir Zielgruppen nach Veränderungsbereitschaft differenzieren müssen
11:20 - 12:10 Uhr Tagungszentrum 5/6 Jörg Müller Wertgeschätzte Mobilität

Unsere provokante These: Regionalisierung geht noch nicht weit genug. Wir müssen Zielgruppen noch kleinteiliger betrachten, um wirksam zu werden.

30 Jahre Regionalisierung haben den ÖPNV näher an die Menschen gebracht – räumlich. Aufgabenträger*innen kennen ihre Regionen, Verkehrsunternehmen ihre Gebiete. Doch eine entscheidende Differenzierung fehlt: die nach der persönlichen Veränderungsbereitschaft der Menschen. Wir kommunizieren regional, aber nicht individuell genug. Das Ergebnis: Kampagnen verpuffen, neue Angebote bleiben ungenutzt, Fahrgastzahlen stagnieren, und all das mitunter trotz verbesserter Infrastruktur.

Die nächste Stufe der Regionalisierung muss kleinteiliger werden – nicht geografisch, sondern psychologisch. Wir müssen Zielgruppen nicht nur nach Wohnort, Alter oder Einkommen segmentieren, sondern nach ihrer Bereitschaft, ihr Mobilitätsverhalten zu verändern.

Die wissenschaftliche Grundlage: Das SSBC-Stufenmodell

Menschen durchlaufen bei Verhaltensänderungen vier Stufen: vom ersten Bewusstsein über die Absichtsbildung und Handlung bis zur Stabilisierung neuer Gewohnheiten (Stufenmodell der selbstregulierten Verhaltensänderung nach Prof. Dr. Sebastian Bamberg). Jede Stufe erfordert spezifische Kommunikationsmaßnahmen. Ein Mensch in Stufe 1 (Bewusstseinsbildung) braucht andere Ansprache als jemand in Stufe 3 (Handlung).

Das Problem klassischer ÖPNV-Kommunikation: Sie spricht alle gleich an – ohne Rücksicht auf die Veränderungsbereitschaft. Das Lots* Framework für wirksame Verhaltensänderung, das in einem Forschungsprojekt mit vier Wissenschaftler*innen und 18 Praxispartner*innen aus der Mobilitätsbranche entwickelt wurde, bereitet das Wissen der Wissenschaft für die Praxis auf. So entsteht Kommunikation, die Menschen gezielt von Stufe zu Stufe zu einem neuen Mobilitätsverhalten begleitet.

Diese „psychologische Regionalisierung“ ergänzt die räumliche Regionalisierung und macht sie wirksamer. Sie ermöglicht:

  • effizienteren Ressourceneinsatz durch Fokussierung auf veränderungsbereite Zielgruppen
  • messbare Erfolge statt diffuser Reichweitenkennzahlen
  • wissenschaftliche Legitimation für Kommunikationsbudgets gegenüber Aufsichtsgremien und Politik
  • nachhaltige Verhaltensänderung statt kurzfristiger Kampagneneffekte

Der Beitrag zeigt: 30 Jahre Regionalisierung haben uns weit gebracht. Die nächsten 30 Jahre können noch erfolgreicher werden – wenn wir nicht nur regional, sondern auch individuell denken. Wenn wir Menschen nicht nur geografisch, sondern auch in ihrer Veränderungsbereitschaft dort erreichen, wo sie tatsächlich stehen.

Fahrzeuge
Warum sehen Mobilitätsprodukte für den öffentlichen Verkehr in Bern, Stuttgart und Hannover nicht gleich aus?
11:20 - 11:50 Uhr Rheinsaal Frank Schuster Fahrzeuge

Darstellung und Präsentation eines Design-Prozesses: 

Was sind die Rahmenbedingungen für die Designentwicklung eines lokalspezifisches Fahrzeugdesign. 

Darstellung und Vergleich anhand der Städte Bern, Hannover und Stuttgart.

11:50 Uhr
Mobilität
#MitfahrenMitnehmen weiblich neu gedacht
11:50 - 12:20 Uhr Tagungszentrum 2 Monika Scherfer Mobilität

Grund: Analyse der Mobilitätsoptionen und die Umsetzung einer Mitfahr-App.

Ziel: Klimaschutz, Verkehrsreduktion durch Erhöhung des Besetzungsgrades im MIV (Motorisierter Individualverkehr), Nutzbarmachung des fließenden Verkehrs als Mobilitätsoption, Schaffung einer neuen Mobilitätsoption mit besonderen Blick auf Frauen und deren Mobilität, Reduzierung von Mobilitätsarmut (davon sind vorrangig Frauen betroffen) und Stärkung unserer Gesellschaft. In Summe Schaffung einer Mitfahr-App mit besonderem Fokus auf Frauen, Teilhabe und Kurzstrecke.

Motivation: Ein Mitfahr-App-Gap zu schließen. Eine Mitfahr-App ganz neu "weiblich" zu denken, statt bisher immer nur "männlich". Frauen ein sicheres Gefühl zu geben beim #MitfahrenMitnehmen. Kurzstrecken mit nur 1 Person im Auto zu reduzieren, Mobilität zu erweitern, Co2 einzusparen und durch das "sich gegenseitig (!) Mobilität geben durch #MitfahrenMitnehmen" die Gesellschaft stärken.

Der Vortrag thematisiert folgende Kernthemen: 

  1. Die aktuelle Besetzungsgrade in unseren Autos im MIV
  2. Strecken und deren Längen, die wir in unseren Autos hinter uns bringen, und zu welchem Zweck wir sie tätigen
  3. In Relation zu Punkt 2: CO2-Ausstoß und der Konsequenz für Verkehr und versiegelte Fläche
  4. Die Mobilität von Frauen, unter Anbetracht deren andere Wege und Zeiten
  5. Das GAP und die Problematik von Mobilität für Menschen mit Einschränkungen

Zum Abschluss wird das Konzept der neuen Mitfahr-App dargestellt, die gerade in einem Prototypen/ MVP erprobt wird und zu der erste Ergebnisse einer Umfrage vorliegen. 

Infrastruktur
Konzept zur Entwicklung der regionalen Eisenbahninfrastruktur - Beitrag zur Umsetzung der Beschlüsse der Verkehrsministerkonferenzen vom 29./30. Oktober 2025 und 25./26. März 2026
11:50 - 12:20 Uhr Rheinlounge Jörgen Boße Infrastruktur

Konzept zur Entwicklung der regionalen Eisenbahninfrastruktur 

Beitrag zur Umsetzung der Beschlüsse der Verkehrsministerkonferenzen vom 29./30. Oktober 2025 und 25./26. März 2026

Die Situation der Infrastruktur im Netz der Deutschen Bahn AG (DB AG) hat einen alarmierenden Zustand erreicht. Ein von der DB AG bei der Rechtsanwaltskanzlei Gleiss Lutz im Rahmen der Aufarbeitung des Zugunglücks von Garmisch-Partenkirchen beauftragtes Gutachten stellt fest: “Insbesondere die Regionalnetze der DB Netz AG waren seit Jahrzehnten unterfinanziert, die Infrastruktur überaltert und marode – so auch an der Unfallstelle.“ Es ist daher im Interesse aller am Bahnbetrieb Beteiligten aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft in Bund und Ländern schnell zu guten Lösungen zu kommen.  

Die vom Bund für die Sanierung des Netzes aus dem Sondervermögen bereit­gestellten Mittel reichen nicht aus, um die von der Politik gesetzten Ziele zu erreichen. Die extrem hohe Zahl von Bauvorhaben führen zum einen zur Überforderung der DB InfraGO AG und zum anderen zu extremen Kostensteigerungen. So stellt die Bundesnetzagentur (BNetzA) mit Beschluss BK10-24-0173_Z fest: “Das zieht aus Sicht der BK den Schluss nach sich, dass die DB InfraGO ein Volumen an Baumaßnahmen durchführt, das sie in tatsächlicher Hinsicht nicht beherrscht und nicht bewältigt.“ Eine schnelle Verbesserung bei der DB InfraGO AG ist aufgrund fehlender Ingenieurskapazitäten bei Planung, Bau, Abnahme, Prüfung etc. nicht zu erwarten. 

Die DB InfraGO AG gibt selbst an, dass sie bis 2036 mit der Sanierung der Hochleistungskorridore weitgehend ausgelastet ist. Hinzu kommt, dass durch die nicht zeitgleiche Umrüstung der Leit- und Sicherungstechnik diese Korridore ein zweites Mal vollständig überarbeitet werden müssen. Es ist daher davon auszugehen, dass vor 2040 bei der DB InfraGO AG keine nennenswerten Aktivitäten im Nebennetz stattfinden können, was die Situation in diesen Netzen weiter verschlechtern wird. In der Folge wäre die Gefahr des weiteren Qualitätsverlustes und einer weiteren Reduzierung des Nebennetzes sehr groß. Seit der Bahnreform ist das Streckennetz nach Angabe der DB InfraGO AG bereits um rund 17% reduziert worden. 

Zur schnellen Verbesserung der Situation im Nebennetz ist insbesondere vor dem Hintergrund der Bereitstellung von ausreichendem Kapital für Investitionen in die Nebennetze die Beteiligung der Bundesländer an „ihren“ Netzen eine Möglichkeit, die Interessen von Bund, Ländern, Kommunen und der DB AG zu bündeln. Die Verkehrsministerkonferenz (VMK) hat auf ihrer Tagung am 29./30. Oktober 2025 einstimmig einen entsprechenden Beschluss zur „Stärkung der Eisenbahninfrastruktur durch gezielte Regionalisierung“ gefasst. Das Thema wurde durch die VMK auf der Frühjahrstagung am 25./26. März 2026 erneut aufgegriffen und sie hat vor der sich zuspitzenden Situation den Bund aufgefordert, bis zur Herbstsitzung 2026 einen „strukturierten Vorschlag für das weitere Vorgehen“ vorzulegen.

Aktuell sind die regionalen Netze nicht ausreichend finanziert. Hinzu kommen zum Teil unterschiedliche Interessenlagen, die eine zügige Entwicklung regionaler Infrastrukturen behindern. Dies führte bereits zu kritischen Situationen und wirkt sich negativ auf das Image des gesamten Eisenbahnsektors aus. 

In der Vergangenheit gab es innerhalb der DB AG bereits verschiedene Ansätze, auf die Besonderheiten regionaler Netze einzugehen. Mit den Projekten „Strecken­unternehmer“ und „Streckenläufer“ in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts über die Gründung der Regionetz GmbH bis hin zur Bildung von Strukturen innerhalb der DB Netz AG (Regionalnetze) wurden innerhalb der DB AG immer wieder Ansätze gesucht, die Nebennetze besser und wirtschaftlicher zu führen. Zudem verhindern nicht angepasste eigene Regelwerks-Standards und überbordende Bürokratieanforderungen des Eisenbahn­bundesamtes und der EU-Regeln einen wirtschaftlichen und flexibel anpassbaren Infrastrukturbetrieb.

Dass der Ansatz der Regionalisierung richtig und zielführend ist, weist der regelmäßig von der BNetzA erstellte Bericht zur Marktbeobachtung nach. Dort wurden die Kosten­strukturen der bundeseigenen Infrastrukturbetreiber (DB Netz AG, DB RNI GmbH, DB Station&Service AG und UBB GmbH) über mehrere Jahre verglichen. Zudem gibt es eine sich zunehmend spreizende Schere bei den Kosten für Bau und Betrieb von Eisenbahninfrastrukturen zwischen bundeseigenen und nichtbundeseigenen EIU. 

Mit dem Ansatz, die Bundesländer mit in die Verantwortung für die Infrastrukturen von „nur“ regionaler Bedeutung zu nehmen, sollen aufbauend auf den Erfahrungen der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen neue und schnelle Entscheidungsstrukturen zur Umsetzung der politischen Ziele bei der Entwicklung des Eisenbahnverkehrs aufgebaut werden. Zudem werden mit diesem Ansatz die unterschiedlichen Interessen zwischen den beteiligten Partnern besser koordiniert und Reibungsverluste vermieden. Denn die Nebennetze dienen überwiegend dem von den Ländern verantworteten Schienenpersonennah- und/oder regionalem Güterverkehr.

Vor diesem Hintergrund wurde im Sommer 2025 das Konzept „Regionalisierung der regionalen Eisenbahninfrastrukturen der DB AG als 3. Stufe der Bahnreform“ entwickelt. 

11:55 Uhr
Einfach Reisen
KI-basierte Prognosen als Schlüssel für verlässliche Fahrgastinformation im Nahverkehr
11:55 - 12:25 Uhr Tagungszentrum 4 Dr. Thomas Walter Einfach Reisen

Einschränkungen der Schieneninfrastruktur führen zunehmend zu betrieblichen Unregelmäßigkeiten und stellen Eisenbahnverkehrsunternehmen vor große operative Herausforderungen. Gleichzeitig steigt der Informationsbedarf der Fahrgäste, die insbesondere in Störungsfällen auf verlässliche Informationen angewiesen sind. Dieser Zielkonflikt lässt sich unter anderem mit dem Einsatz neuer Technologien auflösen. Der Vortrag zeigt, wie der RI-Prognoseautomat auf Basis von Echtzeitinformationen und KI-gestützten Modellen präzise Ankunfts-, Abfahrts- und Umstiegsprognosen berechnet. Der von DB InfraGO bereitgestellte Service steht allen Eisenbahnverkehrsunternehmen kostenfrei zur Verfügung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Fahrgastinformation im deutschen Nahverkehr.

ÖPNV Planung
Workshop: Stadtbus 2.0: Neue Impulse für eine nachhaltige ÖPNV-Zukunft in Klein- und Mittelstädten?
11:55 - 12:40 Uhr Moselsaal Herbert Eidam, Christoph Marquardt (...) ÖPNV Planung

Im Zuge der Regionalisierung und der Übertragung der Verantwortung für den kommunalen ÖPNV auf die Landkreise bot sich erstmals für viele Klein und Mittelstädte die Möglichkeit, eigenverantwortlich öffentlichen Stadtverkehr zu betreiben und zu vermarkten. Vorbilder aus Österreich und der Schweiz standen Pate. Nun sind sie kaum noch wegzudenken, die damals mit viel Elan und neuen Ideen installierten modernen Stadtbussysteme. Attraktive Anschubförderungen - wie zum Beispiel in NRW - wurden gerne genutzt, zahlreiche neue Systeme entstanden und waren recht bald schon gut genutzt und veränderten vielerorts das Stadtbild durch augenfälliges Branding und professionellen Marktauftritt.

Mittlerweile haben sich die Stadtbusangebote weiterentwickelt, Netze wurden erweitert, konsolidiert, die Digitalisierung wurde zu einem Leitthema. Wirtschaftliche und finanzielle Herausforderungen und gesellschaftliche Entwicklungen rufen immer wieder nach kreativen Lösungen.

Wie sieht nun der Stadtbus 2.0 aus? Ist das Modell, das seit über 30 Jahren eine neue Qualität in den klein- und mittelstädtischen Raum brachte, grundsätzlich weiterhin zukunftsfähig? Tragen die in zahlreichen Städten aufgebauten Managementgesellschaften nach wie vor noch? Wie sieht die Vernetzung mit den Verkehren aus der Region aus? Können die Stadtbusgesellschaften einen Beitrag zu einer kommunalen Gesamtmobilitätsstrategie leisten, und muss sich der Blick nicht weg vom reinen ÖPNV-Anbieter zu einem umfassenden Mobilitätsmanagement weiten, das auch Angebot wie Car- und Bike-Sharing oder das kommunale Parken organisiert? Lässt sich ein solcher strategischer Ansatz angesichts der aktuellen Finanzsituation überhaupt noch guten Gewissens weiterverfolgen?

Das Modell Stadtbus bedarf auf jeden Fall einer Weiterentwicklung: Weg von einem rein linienorientierten Verkehrsangebot hin zu einem integrierten, datenbasierten und kooperativen Mobilitätssystem - ob dieser Transformationsprozess gelingt, hängt weniger von technischen Lösungen ab als von politischem Gestaltungswillen, interkommunaler Zusammenarbeit und einer realistischen, langfristig gesicherten Finanzierung.

12:00 Uhr
Geführter Messerundgang
Geführter Messerundgang
12:00 - 12:30 Uhr Registratur Geführter Messerundgang

Auf unserer Fachmesse gibt es zahlreiche Neuheiten, spannende Einblicke und interessante Informationen zu entdecken! 

Unsere vielseitigen Aussteller freuen sich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und ihre Angebote vorzustellen.

Der geführte Messerundgang verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick und zeigt eindrucksvoll die Vielfalt der Nahverkehrsbranche.

  • Dauer: Jeweils eine halbe Stunde 
  • Treffpunkt: An der Registratur
  • Anmeldung: Nicht notwendig
12:15 Uhr
Verkehrsdaten
KI braucht Radar, nicht Rückspiegel: Warum der ÖPNV seine Datenstrategie jetzt neu denken muss
12:15 - 12:45 Uhr Tagungszentrum 5/6 Jan Herold Verkehrsdaten

In unserem interaktiven Vortrag zeigen wir, welche Schritte Verkehrsunternehmen jetzt gehen müssen, um ihre Datenlandschaft für KI und Automatisierung fit zu machen. Anhand konkreter Beispiele aus dem ÖPNV und aus Branchen wie der Finanzwirtschaft oder der Industrie verdeutlichen wir, wie Automatisierung bereits heute Effizienzgewinne erzielt. Im Austausch mit den Teilnehmenden entwickeln wir gemeinsam Wege, wie sich ÖPNV Daten so organisieren lassen, dass KI überhaupt wirken kann.

Ausgangslage – Der ÖPNV am Wendepunkt

Unternehmen im öffentlichen Verkehr stehen unter erheblichem Druck: steigende Fahrgastzahlen, Fachkräftemangel, komplexere Betriebssteuerung sowie wachsende Erwartungen an Echtzeitinformationen, Pünktlichkeit und flexible Mobilitätsangebote. Gleichzeitig hat die Mobilitätswende an Priorität verloren – sie soll umgesetzt werden, jedoch mit weniger finanziellen Mitteln.

Andere Branchen zeigen, dass sich durch Automatisierung Kosten senken lassen, ohne die Leistungsqualität zu beeinträchtigen. Auch im ÖPNV bestehen erhebliche Potenziale, insbesondere in Betrieb, Kundenservice, Wartung und Steuerung. Voraussetzung dafür ist jedoch eine konsequent auf KI ausgerichtete Datenstrategie. Um das Potenzial von KI zu heben, müssen wir Daten neu denken.

Von der Digitalisierung zur Automatisierung

Die ÖPNV Branche ist bereits auf dem Weg der Digitalisierung: Mobile Tickets ersetzen Automaten, Zahlungen erfolgen digital, interne Prozesse werden systematisch digitalisiert. Digitalisierung ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Automatisierung – und der Schritt dorthin ist groß. : Digitalisierung sammelt Daten. KI automatisiert Entscheidungen.

Ein Blick in andere Branchen verdeutlicht dies: Immobilienfinanzierungen werden heute mit einer „Entscheidung in 15 Minuten“ beworben. Möglich wird dies durch KI, die Prüfungen automatisiert durchführt und Entscheidungen unmittelbar trifft oder gezielt an den Menschen übergibt. Der Effizienzgewinn liegt weniger in der Digitalisierung als in der Automatisierung der Entscheidung selbst.

Automatisierung nur durch KI Einsatz

Viele Prozesse im ÖPNV sind digitalisiert, aber viele Entscheidungen erfolgen weiterhin manuell. KI kann diese Aufgaben heute übernehmen – von Rechnungsprüfung über Fahrzeugzustandsbewertung bis zur Identifikation von Verstärkerfahrten. Entscheidend ist: KI muss lernen, entscheiden und Entscheidungen rückmelden können – kontinuierlich und in Echtzeit.

KI braucht andere Daten – und zwar sofort

Um Daten aus unterschiedlichen Quellen in Echtzeit kombinierbar zu machen, braucht es eine gemeinsame Sprache. Ontologien schaffen genau das: ein semantisches Modell, das Daten maschinenlesbar, verknüpfbar und interpretationsfähig macht – direkt an der Quelle.

Damit wird KI im ÖPNV handlungsfähig, nicht nur analysierend.

Anders denken – Ontologien als Schlüssel

Neben der Echtzeitfähigkeit müssen Daten aus unterschiedlichen Quellen unmittelbar kombinierbar sein. Klassische Bereinigungsprozesse im Batchbetrieb stoßen hier an ihre Grenzen. Ontologien bieten einen Lösungsansatz: Sie beschreiben Daten formal, maschinenlesbar und semantisch einheitlich. Dadurch können Daten bereits an der Quelle so strukturiert werden, dass sie in Echtzeit verknüpft und interpretiert werden können. Ontologien schaffen technische Interoperabilität und erleichtern zugleich das fachliche Verständnis komplexer Zusammenhänge.

Besondere Herausforderungen im ÖPNV

Der ÖPNV unterliegt besonderen Rahmenbedingungen. Heterogene IT Landschaften erschweren eine durchgängige Datennutzung. Investitionen sind häufig an Fördermittel gebunden, was zu langen Bindefristen und veralteten Softwarekonzepten führt. Einheitliche Stammdaten fehlen, da Fachbereiche neue Systeme oft ohne übergreifende Datenstrategie einführen. Zudem ist der Wettbewerbsdruck unter Softwareanbietern gering: Offene, bidirektionale Schnittstellen bleiben die Ausnahme – Daten bleiben in Silos eingeschlossen.

Daher die These: Entweder wir denken Daten neu oder KI fährt im ÖPNV nur auf Sicht. Solange Daten wie „Reporting Rohstoff“ gedacht werden, kann KI als „Automatisierungsmotor“ nicht starten.

12:25 Uhr
Mobilität
Ein flächendeckendes Angebot von Mobilitätsstationen für Frankfurt – Eine Strategie für mehr Ordnung im Straßenraum
12:25 - 12:55 Uhr Tagungszentrum 2 Prof. Dr.-Ing. Tom Reinhold Mobilität

Mit der Legalisierung von E-Scootern in Deutschland wurde Frankfurt am Main in kurzer Zeit mit einer großen Menge an E-Scootern regelrecht überschwemmt. Seit 2022 vergibt die Stadt Frankfurt am Main Sondernutzungserlaubnisse für die Bereitstellung von E-Scootern im öffentlichen Raum, seit April 2025 auch für das gewerbliche Bikesharing. Diese Erlaubnisse enthalten u. a. Regeln für das korrekte Abstellen, die verpflichtende Nutzung von städtisch eingerichteten Parkflächen mit umliegenden Parkverbotszonen und eine Obergrenze für die E-Scooter-Anzahl im gesamten Stadtgebiet und für die innerstädtischen Bereiche. Darin definiert sind außerdem feste Abstellverbotszonen wie öffentliche Parks und Grünflächen.

Um das Angebot der geteilten Mobilität in Frankfurt zu ordnen und sichtbar zu machen hat traffiQ, die städtische Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, im Auftrag der Stadt eine Strategie zur Umsetzung von Mobilitätsstationen im gesamten Stadtgebiet entwickelt. Bis 2029 sollen bis zu 1.000 Stationsstandorte, überwiegend durch Umnutzung von Pkw-Stellplätzen, umgesetzt werden. Die Strategie hat sowohl die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittelangebote als auch die Verbesserung der Ordnung von Verkehrsmitteln im öffentlichen Raum zum Ziel. Die Mobilitätsstationen bündeln das bestehende Sharing-Angebot aus E-Scooter-, Bike- und Carsharing. Für eine bedarfsgerechte, flächendeckende Umsetzung wird in drei Stationstypen, die sich in ihrer Größe und Funktion unterscheiden, differenziert:

• S-Stationen: Zweiradsharing in der Innenstadt, in innenstadtnahen Bereichen sowie in Stadtteilzentren (etwa alle 100-200 m),

• M-Stationen: stationsbasiertes Carsharing und Zweiradsharing an ÖPNV- Haltepunkten sowie in Wohnquartieren im gesamten Stadtgebiet (etwa alle 500 m),

• L-Stationen: stationsbasiertes Carsharing und Zweiradsharing ausschließlich an Außenästen des Schienenverkehrs sowie an ausgewählten Schienen-Knotenpunkten.

Die Umsetzung der Mobilitätsstationen erfolgt durch von traffiQ beauftragte Dienstleister. Mit dem Bau der S-Stationen wurde im Dezember 2025 begonnen, ab Frühjahr 2026 folgt die bauliche Umsetzung der ersten Carsharing-Standorte. Aktuell arbeitet traffiQ an der Ausgestaltung einer Informationsstele für die M- und L-Stationen, welche die Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit der Mobilitätsstationen erhöhen soll.

Um das Angebot der geteilten Mobilität, vor allem der E-Scooter und Leihfahrräder zu regulieren und die Einhaltung der Vorgaben in der Sondernutzungserlaubnis zu prüfen, setzt traffiQ eine Curbsidemanagement-Software zur Echtzeit-Überwachung der ein. Diese ermöglicht es, Abstellregeln in der Stadt durch das Einpflegen von Parkflächen sowie Parkverbotszonen zu definieren und Mengenbegrenzungen der Fahrzeuge zu kommunizieren. Die Software meldet bei einer Kapazitätsüberschreitung von Parkflächen und Bereichen automatisch einen Verstoß an den jeweiligen Anbieter, auf welche dieser schnellstmöglich reagieren muss. Ergänzend dazu können Bürgerinnen und Bürger durch die sogenannte Falschparker-App falsch geparkte Fahrzeuge selbst melden, oder über die Hotlines der Anbieter eine Beschwerde einreichen. Die Falschparker-App kostenlos und anonym nutzbar. Das Scannen eines QR-Codes ermöglicht die direkte Zuordnung des Fahrzeuges für die Anbieter. Im Curbsidemanagement werden die eingegangenen Meldungen dargestellt und können z.B. hinsichtlich Anzahl und der benötigten Behebungsdauer ausgewertet werden. Seit Einführung der Falschparker-App im Juni 2024 gehen jeden Monat durchschnittlich 550 Meldungen über die App ein. Neben den digitalen Möglichkeiten arbeitet traffiQ außerdem eng mit der städtischen Verkehrspolizei zusammen und koordiniert die eingehenden Meldungen.

Zusätzlich setzen die Anbieter an stark nachgefragten Mobilitätsstationen eine anbieterübergreifende Straßenpatrouille ein, die falsch abgestellte Fahrzeuge ordnet oder entfernt. Dies hat das Beschwerdeaufkommen an einzelnen Standorten spürbar reduziert.

Infrastruktur
Reaktivierung der Talgangbahn
12:25 - 12:55 Uhr Rheinlounge Prof. Tobias Bernecker, Matthias Laug Infrastruktur
12:30 Uhr
Einfach Reisen
Der ÖPNV als Rückgrat der Mobilitätswende in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte
12:30 - 13:00 Uhr Tagungszentrum 4 Andreas Falkowski Einfach Reisen

Zum Motto des diesjährigen 16. Deutschen Nahverkehrstags „30 Jahre Regionalisierung – Nah gedacht, weit gekommen?“ gehört aus unserer Sicht nicht nur, dass viele Lösungsansätze bereits auch mindestens schon 30 Jahre bekannt sind, sondern auch dass es sich auch heute lohnt, sie zu verfolgen, mit modernen digitalen Methoden zu unterfüttern und umzusetzen:

Ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer Verkehrswende vor Ort ist der ÖPNV als Rückgrat des Umweltverbundes. Dies gilt nicht nur in den Groß- und Mittelstädten sondern ganz besonders auch im ländlichen Raum. Dies muss der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) mit attraktiven Mobilitätsangeboten und guter Infrastruktur leisten – ein notwendiger Beitrag zur Lebensqualität auf dem Land.

Den ÖPNV im ländlichen Raum zu sichern und weiterzuentwickeln muss eines der Hauptziele sein. Doch dies muss auch finanzierbar sein und politisch gewollt sein.

Angesichts der demografischen Entwicklung gibt es dafür keine Patentrezepte, wohl aber eine breite Palette möglicher Angebotsformen, die in einem ÖPNV-Gesamtkonzept zu kombinieren sind. Zugverbindungen bilden das Rückgrat auf nachfragestarken Relationen. Abseits davon hat der Bus eine wachsende Bedeutung. Er kann flexibel sowie wirtschaftlich und ökologisch effizient die Regionen verkehrlich erschließen. Gerade in der Fläche leben viele Menschen außerhalb des Einzugsbereiches der Schiene.

Um auch die Menschen in diesen vom SPNV nicht erschlossenen Gebieten eine schnelle und zuverlässige Direktverbindung in das nächste Zentrum zu bieten, gibt es vielerorts in Deutschlandland regionale Schnellbuslinien mit dem Ziel der Anbindung schienenferner Orte und der Schließung von nachfragerelevanten Lücken im SPNV-Netz. Dieses Grundnetz aus regional Buslinien als Ergänzung zum SPNV sollte hohen Qualitätsanforderungen genügen. Denn um eine echte Alternative zum Auto darzustellen ist die Wahrnehmung als hochwertiges Mobilitätsprodukt entscheidend. Ergänzt werden muss ein solches Grundnetz aus SPNV und regionalen Schnellbuslinien vor Ort selbstverständlich mit einem abgestuften lokalen ÖPNV-Netz als Stadtbus- und Ortsbussystemen und gerade im ländlichen Raum für die letzte Meile mit bedarfsgerechten Angeboten, wie z.B. AST-Angebote oder deren Weiterentwicklung in Form von On-Demand-Angeboten.

All dies haben wir in einem 2-jährigen Prozess in unserem neuen Nahverkehrsplan 2025-2035 berücksichtigt und anhand von digital erhoben Fahrgastzahlen und einer Potenzialanalyse von Mobilfunkdaten datenbasiert entwickelt (siehe Nahverkehrsplan: Nahverkehrsplanung | Rhein-Erft-Kreis).

Außerdem haben wir als ÖPNV-Aufgabenträger unsere seit 2020 verkehrenden hochwertigen Schnellbuslinien evaluieren lassen (siehe Evaluationsergebnisse: https://www.rhein-erft-kreis.de/infrastruktur/241029-Schnellbusevaluation-rek-nbsw-01.pdf), um zu untersuchen, ob diese die Kunden zufriedenstellen und sie dem Bedarf entsprechen.

Durch diese sehr datenbasierte und fundierte Maßnahmenentwicklung haben wir es geschafft, unsere Politik trotz knapper öffentlicher Haushalte zu einstimmigen Beschlüssen zum Ausbau des ÖPNV-Angebots in 2025 zu bewegen. Und auch das On-Demand-Angebot soll in den Jahren 2026 und 2027 noch weiter ausgebaut werden.

Um auch zukünftig einen modernen ÖPNV anbieten zu können, sind wir aktuell bei der Entwicklung eines Projekts zum „Autonomen Fahren“, auf das wir gern als Ausblick auch schon kurz eingehen können (siehe Pressemitteilung: REVG arbeitet am Projekt "Autonomes Fahren" - REVG - Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft mbH).

14:15 Uhr
Exkursion
Exkursion zum Vulkan-Express
14:15 - 17:40 Uhr Vulkan-Express | Bahnhof Brohl Exkursion

Vulkanisch geprägte Landschaft trifft auf historische Eisenbahn: Das erwartet Sie bei einer Bahnfahrt mit dem „Vulkan-Express“. 

Vulkanisch geprägte Landschaft trifft auf historische Eisenbahn: Das erwartet Sie nach dem letzten Kongresstag am Donnerstag bei einer Bahnfahrt mit dem „Vulkan-Express“ durch die Vulkanregion Laacher See. Hier können Sie Ihren Besuch beim Deutschen Nahverkehrstag gemütlich ausklingen lassen, indem Sie sich zurücklehnen und die atemberaubende Panoramaaussicht genießen. Der Einstieg findet am Bahnhof Brohl statt, woraufhin die Lok knappe 400 Höhenmeter hinter sich legt und anschließend in Engeln hält. Dort angekommen haben Sie die Möglichkeit, den Zug zu verlassen, ein paar Bilder beim nahen Aussichtspunkt zu schießen, in der Vulkanstube einen Kaffee zu trinken und die Umgebung hautnah zu erleben.

Anschließend kehrt die Lok mit allen Passagieren wieder zurück zur Ausgangshaltestelle in Brohl. Von dort erreichen Sie Anschlussverbindungen nach Koblenz, Köln und Bonn.

Bitte beachten Sie: An der Exkursion können Sie nur nach zuvor erfolgter Buchung und gegen Vorlage eines gültigen Tickets teilnehmen. Die Plätze sind begrenzt!

Ablauf und Busshuttle-Transfer

  • 13:15 Uhr Abfahrt Busshuttle an der Rhein-Mosel-Halle - Bussteig 
  • 13:45 Uhr Ankunft Busshuttle am Bahnhof Brohl B.E. (Bahnhofstraße, 56656 Brohl-Lützing)
    • 14:15 Uhr Abfahrt Vulkan-Express nach Engeln
    • 16:30 Uhr Rückfahrt Vulkan-Express nach Brohl
  • 17:40 Uhr Rückkehr am Bahnhof Brohl

Bitte beachten Sie: Für die Rückfahrt wird kein Busshuttle bereitgestellt. (Die Abreise erfolgt eigenständig vom Bahnhof Brohl - Von dort erreichen Sie Anschlussverbindungen nach Koblenz, Köln und Bonn.) Eine Gepäcklagerung während der Exkursion ist im “Vulkan-Express” selbst möglich.